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11/11/2020

"Sie wäre noch am Leben": Lady Dianas Freundin erhebt schwere Vorwürfe gegen BBC-Reporter

Lady Dianas Freundin behauptet, das BBC-Interview der Prinzessin mit Martin Bashir habe zu ihrem frühen Tod beigetragen.

Es ist 25 Jahre her, dass Prinzessin Diana eines der wohl verheerendsten Interviews in der Geschichte des britischen Königshauses gab. Am Abend der Ausstrahlung des "Panorama"-Interviews für die BBC, in dem Diana zum ersten Mal über die Affäre ihres Mannes Charles sprechen sollte, saßen Millionen Menschen gebannt vor den Bildschirmen, als die Königin der Herzen gegenüber dem bis dahin weitgehend unbekannten Journalisten Martin Bashir erzählte: "In dieser Ehe waren wir zu dritt, also war es ein wenig überfüllt" – und dass Charles in ihren Augen für die Rolle des Königs nicht geeignet sei.

Skandalumwittertes BBC-Interview

"Kalt, schwach, egozentrisch und herzlos", sei das britische Königshaus, so Diana damals. Worte, die Konsequenzen haben sollten. Queen Elizabeth II., die dem Ehedrama von Charles und Diana bisher tatenlos zugesehen hatte, sprach ein Machtwort. Sie soll es gewesen sein, die ihrem Sohn nach 15 Jahren Ehe zur Scheidung riet.

Bashir hingegen wurde für sein Interview mit Prinzessin Diana mit Lob überhäuft. Der frühere BBC Generaldirektor Tony Hall gratulierte dem Journalisten "zum Interview des Jahrzehnts – wenn nicht unserer Generation". Allerdings wurde bereits damals der Vorwurf laut, dass Bashir Lady Diana mit unlauteren Methoden zum Interview bewegt haben soll.

Mit einem gefälschten Kontoauszug soll er damals versucht haben, nachzuweisen, dass Diana und ihre Angestellten von der "feindlichen Seite" bespitzelt werden – Anschuldigungen, die zum 25. Jubiläum des "Panorama"-Interviews nun erneut aufgerollt werden.

Dianas Freundin: Interview trug zu Dianas Tod bei

So schreibt Dianas Freundin Rosa Monckton in einem aktuellen Artikel für die Daily Mail, dass das Fernsehspecial "den Lauf der Geschichte verändert" habe – und erhebt schwere Vorwürfe gegen die BBC und Martin Bashir.

Letzterem wirft sie vor, Diana manipuliert zu haben. Sie habe eine "plötzliche Veränderung" im Verhalten der Prinzessin bemerkt, nachdem diese begann, sich mit Bashir zu treffen. "Diana war zuvor sehr wegen Alltagssachen besorgt, doch dann war sie auf einmal von Verschwörungen gegen sie besessen", schreibt Monckton, deren Tochter Lady Dianas Patenkind ist.

"Der Interviewer Martin Bashir hatte sie im Griff", so Monckton. Von der "besonnenen, lebenslustigen und mitfühlenden Person, die meine Freundin einmal war" sei nichts mehr übrig gewesen, erinnert sich Monckton.

Auf einmal sei Diana auch fälschlicherweise von der Idee besessen gewesen, dass Charles eine Affäre mit Tiggy Legge-Bourke, einer Nanny ihrer Söhne habe, und sie habe ihre Festnetznummer im Kensington Palast ändern lassen.

"Sie glaubte Bashirs empörende Behauptungen", so Dianas Freundin weiter, die dem Journalisten vorwirft, er habe Dianas "Anfälligkeit" für die Idee, dass sie von ihren "Feinden" ausspioniert werde, ausgenutzt. "Er hat sogar gefälschte Dokumente in Auftrag gegeben, um dies zu beweisen", fügt Monckton hinzu.

"Man muss bedenken, dass dies eine Frau war, die ihr ganzes Eheleben damit verbracht hat, von den Paparazzi verfolgt zu werden. Kein Wunder, dass sie anfällig war."

Vor der Ausstrahlung des Interviews habe Diana ihre Freundin gewarnt, sie aber nicht im Voraus über den Fernsehauftritt informiert, weil sie glaubte, Monckton hätte ihr davon abgeraten.

"Der erschreckendste Teil war im Nachhinein, als Bashir fragte: 'Glauben Sie wirklich, dass eine Kampagne gegen Sie geführt wurde?'", schreibt Monckton, die eine "tragische Ironie" hinter der Frage sieht - in Anbetracht der Art und Weise, wie Bashir sich sein Interview mit Diana gesichert haben soll.

Im Nachhinein soll Diana das Interview bereut haben, wegen dem Schaden, den es "meinen Jungs" zugefügt hat, soll die Prinzessin ihrer Freundin gesagt haben.

Das Interview sei "unehrlich erreicht" worden, ist sich die Freundin der verstorbenen Lady Diana sicher und es habe "wahrscheinlich den Lauf der Geschichte verändert".

Dianas schonungslos ehrlicher TV-Auftritt habe Charles und Diana dazu veranlasst, ein Scheidungsverfahren einzuleiten, "was bedeutete, dass Entscheidungen über ihre Zukunft in Eile getroffen wurden, mit langfristigen Auswirkungen, die nicht durchdacht wurden", so Monckton.

Rosa Monckton mutmaßt sogar, dass die Prinzessin heute noch am Leben wäre, wenn das folgenschwere Interview micht stattgefundne hätte.

"Zu diesen Entscheidungen gehörte die Tatsache, dass Diana ihren königlichen Titel verlor", schrieb sie. "Hätte sie diesen behalten, wäre sie am 31. August 1997 in Paris immer noch unter dem Protektorat der königlichen Familie gestanden."

"Und sie wäre mit ziemlicher Sicherheit nicht in den unfähigen Händen eines rasenden betrunkenen Fahrers gewesen, der bei Mohamed Al-Fayed angestellt war, dem das Ritz Hotel gehörte, in dem sie und sein Sohn Dodi zu Abend gegessen hatten", mutmaßt Dianas Freundin.

Bashir soll behauptet haben, dass William seine Mutter ausspionierte

Auch Dianas Bruder Charles Spencer wirft der BBC vor, seine Schwester unter Vorgabe falscher Tatsachen zu dem Interview überredet zu haben.

Laut Daily Mail soll Charles Spencer unter anderem missfallen, dass Bashir auch Dianas Sohn William mit in die Sache hineingezogen habe. So soll der Interviewer behauptet haben, eine neue Uhr, die der damals 13-Jährige Thronfolger bekommen habe, würde ein Aufnahmegerät beinhalten, um seine Mutter abzuhören.

BBC leitet Untersuchung ein

Von der BBC habe Charles Spencer eine Entschuldigung und eine Untersuchung des Falls gefordert. Tim Davie, Generaldirektor der BBC, soll laut Daily Mail Ende Oktober eine Entschuldigung an Spencer geschickt haben, die ein teilweises Schuldeingeständnis enthielt.

Wie People berichtet, werde nun von der BBC eine Untersuchung eingeleitet.

"Die BBC nimmt dies sehr ernst und wir wollen zur Wahrheit gelangen. Wir sind dabei, eine robuste und unabhängige Untersuchung in Auftrag zu geben. Die jüngsten Geschichten haben einige Probleme hervorgehoben. Die BBC muss sich an den Goldstandard des Journalismus halten", zitiert das US-Magazin den Generaldirektor der BBC.

"Leider werden wir im Moment durch die einfache Tatsache behindert, dass wir nichts davon mit Martin Bashir besprechen können, da es ihm ernsthaft schlecht geht. Wenn es ihm gut geht, werden wir natürlich eine Untersuchung dieser neuen Probleme durchführen", versichert der Sender.

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