Kanye West: Weihrauch, kindliche Sucht und schon wieder kein Album

"Jesus is King" hätte in der Nacht erscheinen sollen. Das hatte er zuvor noch in einem Interview angepriesen, in dem er seine Pornosucht offenbarte.

Rapper und Freizeitprediger Kanye West (42) lässt seine Fans weiter auf sein neues Album warten. Nach mehreren kurzfristigen Verschiebungen sollte "Jesus is King" eigentlich in der Nacht auf Freitag erscheinen. Doch kurz nach Mitternacht (Ortszeit) twitterte West: "An meine Fans: Danke, dass ihr loyal und geduldig seid". Aber man arbeite derzeit noch bei drei Songs an der Abmischung. West wolle nicht schlafen gehen, bevor das Album draußen ist.

Ein Job für den "King"

In der Radioshow Beats1 nahm er das Projekt sehr ernst. "Ich bin in Diensten von Christus und mein Job ist es, das Evangelium zu verbreiten", sagte West. "Christus" scheint jedenfalls pingelig mit dem Sound zu sein, West-Fans müssen noch ausharren.

In derselben Sendung hielt sich der Rapper aber auch mal wieder nicht mit Selbstbeweihräucherung zurück. Für ihn ist klar: "Ich bin unbestritten und ohne Frage der größte Künstler aller Zeiten. Das ist ein Fakt." Ob Jesus sowas auch gesagt hätte? Man weiß es nicht. Seit West jeden Sonntag seinen Konzert-Gottesdienst-Mix "Sunday Service" abhält, ist er jedenfalls ganz fanatisch auf die christliche Gallionsfigur.

Ausrede: Pornos

Im Interview ging er auch auf das "Erlebnis" ein, das laut eigenen Aussagen "jede Entscheidung seines Lebens bis zum heutigen Tag geprägt" habe. Und das waren nicht etwa ein Abbild von Jesus auf einem Toastbrot oder ein Treffen mit der Heiligen Jungfrau im Supermarkt - sondern Pornos. Die habe er schon im zarten Alter von fünf Jahren konsumiert, angeblich weil sein Vater immer den Playboy habe herumliegen lassen. Das sei schnell zu einer Gewohnheit geworden, mit der West nun schon seit 36 Jahren "zu kämpfen hat". Ausraster wie beispielweise die vergeigte Dankesrede von Taylor Swift 2009 (West stürmte auf die Bühne, um zu sagen, dass sie ihren VMA nicht verdient habe) erklärt er damit. "Manche Leute greifen zum Alkohol, für mich war die Sucht nach Sex der Ausweg. Und diese Sucht hatte wiederum einen großen Einfluss auf mein Ego in anderen Lebenslagen."

Erst Gott habe ihm geholfen, seine Probleme in den Griff zu bekommen. Auch mit seiner bipolaren Störung komme er nun besser klar. Kein Wunder, dass er dem "Sohn Gottes" nun gleich zwei Alben widmet. "Jesus Is King" sollte dann hoffentlich bald erscheinen, im Dezember gibts von West ein Werk namens "Jesus Is Born" - falls der Sound stimmt.

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