Armut und Unmengen an Schmerzmitteln: 5 Enthüllungen in neuer Doku über Hulk Hogan
Hulk Hogan
Die neue Netflix-Dokumentarserie "Hulk Hogan: Real American" beleuchtet Leben, Karriere und die Kontroversen des WWE-Stars und Schauspielers. Die vierteilige Doku, die am 22. April startet, umfasst rund vier Stunden und beinhaltet neben Gesprächen mit Hogans Ex-Frau Linda Hogan und seinem Sohn Nick auch das letzte je aufgezeichnete Interview der Wrestling-Legende.
Hulk Hogan, bürgerlich Terrence Gene "Terry" Bollea, starb am 24. Juli 2025 im Alter von 71 Jahren an einem Herzinfarkt. Die Dokumentarserie wurde Anfang bis Mitte 2025 gedreht, nur wenige Monate vor Hogans Tod.
Hier einige fünf der größten Enthüllungen.
Schmerzmittelabhängigkeit
Zuschauer erfahren in "Hulk Hogan: Real American" unter anderem, dass der Sportler und Hollywoodstar nach seiner Rückkehr zum Wrestling im Jahr 2009 wegen gesundheitlicher Probleme regelmäßig zu dem synthetischen Opioid-Schmerzmittel Fentanyl griff.
"Ich nahm 80-Milligramm-Fentanyl, zwei Tabletten morgens, die ich mir unter das Zahnfleisch schob", erzählte er selbst in der neuen Doku über die Menge, die ihm verabreicht wurde. "Ich hatte zwei 300-Milligramm-Fentanylpflaster an den Beinen und bekam sechs 1500-Milligramm-Fentanyl-Lutscher zu essen."
Ein Apotheker habe ihm gesagt: "Sie müssten eigentlich tot sein. Wir haben noch nie erlebt, dass ein Mensch so viel Fentanyl genommen hat."
Auf Hilfe seines Sohnes angewiesen
Vor seinem Tod machten Hogan diversen gesundheitlichen Probleme das Leben schwer. Berichten zufolge litt er unter Vorhofflimmern - einer Herzrhythmusstörung, die zu einer beschleunigten und unregelmäßigen Herzfrequenz führen kann. Zudem war eine chronisch-lymphatische Leukämie bekannt. Diese Form von Blutkrebs betrifft weiße Blutkörperchen, insbesondere die Lymphozyten. Hogan hatte sich im Laufe seiner Karriere über 25, teils schweren Operationen unterzogen, um Schäden aus seiner jahrzehntelangen Wrestling-Zeit zu beheben - was auch in der neuen Doku thematisiert wird.
Darin erfährt man, dass ihm am Ende seines Lebens sein Sohn Nick bei alltäglichen Dingen helfen musste. Man sieht Hogan Monate vor seinem Tod mit einem Gehstock in seinem Heim-Fitnessstudio trainieren.
"Mir geht es gut, aber es ist lästig", erzählte er während der Dreharbeiten über seinen angeschlagenen Gesundheitszustand. "Mein Sohn öffnet mir die Wasserflaschen, weil ich sie nicht mehr selbst drehen kann." Dass Nick ihm die Wasserflaschen öffnen muss, sei ihm zwar "etwas peinlich", aber es "erdet mich", sagte er.
Kindheit in Armut, mit "hartem" Vater
Hulk Hogan blickte in der Dokumentation auch auf seine Kindheit in South Tampa, Florida, zurück. Er war in Armut aufgewachsen, mit mittellosen Eltern. "Sie waren nicht die Art von Eltern, die einem ihre Liebe zeigen. So etwas gab es bei ihnen nicht", erinnerte er sich.
Sein Vater sei ein "italienischer Mann der alten Schule" und zu ihm "hart" gewesen.
Sein älterer Bruder Allan war "Vaters Liebling". Sein Vater hätte immer zu ihm gesagt: "Du bist nicht wie dein Bruder." Das habe ihn verletzt. Als er später fürs Wrestling trainierte und ihm einer der Trainer das Bein brach, war das, wie Hogan sagte, "im Vergleich zu dem, was [mein Vater] mir angetan hat, winzig."
Zusammenbruch und Pleite nach Scheidung
Auch das Liebesleben des verstorbenen Wrestling-Stars ist in der Netflix-Dokuserie Thema. Hogan war insgesamt drei Mal verheiratet. Seine erste Ehe mit Linda Claridge dauerte über 25 Jahre, bevor sie 2009 endete. Mit Linda hatte Hogan zwei Kinder (Brooke und Nick). Knapp elf Jahre lang war er mit seiner zweiten Frau Jennifer McDaniel verheiratet. Das Ex-Paar ließ sich 2021 scheiden. 2023 heiratete Hogan Sky Daily, die bis zu seinem Tod seine Partnerin blieb.
Seine erste Frau soll die Wrestling-Legende angeblich betrogen haben - mit Christiane Plante, einer Freundin seiner Tochter. Linda fand heraus, dass ihr Mann ihr fremdging, als die Haushälterin einen Ohrring in ihrem Bett fand, der ihr nicht gehörte, wie sie selbst sagt. In der Doku ging Hogan auf die Scheidung und den Fremdgehskandal ein.
"Dass meine persönlichen Familienprobleme öffentlich ausgetragen wurden, sorgte für jede Menge Aufruhr", erzählte er. Er nannte Plante nicht beim Namen, beschrieb sie aber als "eine Person, mit der ich ausging und die bei der Plattenfirma arbeitete – quasi eine Aufpasserin für Brooke."
Als seine Ehe zerbrach, sei er von einer Wrestling-Veranstaltung in Deutschland zurückgekehrt und habe sein Haus leergeräumt vorgefunden. "Die Safes waren aus der Wand gerissen", erzählte er in der Netflix-Doku. "Alles war weg, bis auf meine Kleidung."
Die Scheidung beschrieb er als "eine sehr, sehr schwere Zeit". Wenn er versucht habe, seine Kinder anzurufen, habe niemand abgehoben. "Es ging so weit, dass wir buchstäblich überhaupt nicht mehr miteinander sprachen", erinnerte sich Linda Hogan. Das Ex-Paar unterhielt sich damals nur über seine Anwälte, was vor allem für die Kinder schwer gewesen sei.
Was Hogan zusätzlich belastete: Linda habe dann angefangen, mit einem 18-Jährigen auszugehen, der "tatsächlich mit Nick und Brooke zur Schule ging", so der Kult-Wrestler.
Zu dieser Zeit gab Hogan dem Rolling Stone obendrein ein verheerendes Interview, in dem er seine Sicht auf O.J. Simpsons Motive für den mutmaßlichen Mord an seiner Ex-Frau Nicole Brown Simpson darlegte, und das ihm viel Kritik einbrachte.
"Ich verbrachte drei Tage mit dem Rolling Stone. Ich dachte, der Typ wäre mein Freund, wir wurden Kumpel. Plötzlich saßen wir auf meiner Veranda … und er fragte mich nach O.J. Simpson", sagte der Wrestler, der sich wünschte, das Interview nie gegeben zu haben.
Nach diesem Vorfall habe er einen Suizidversuch unternommen. "Ich fing an zu trinken und Tabletten zu schlucken, und dann bin ich für ein paar Tage in diesen Strudel geraten. Im nächsten Moment saß ich mit einer Pistole im Mund vor meinem Badezimmer und wusste nicht mehr, was ich tat", erinnerte sich der verstorbene Star an die wohl düsterste Zeit in seinem Leben.
Nach der Scheidung von seiner ersten Frau war Hogan finanziell am Ende. "Ich habe Linda 70 Prozent von allem gegeben", erzählte er. Damals wollte er die Mutter seiner beiden Kinder eigentlich nie wiedersehen. "Deshalb habe ich ihr alles gegeben, um sie loszuwerden. Und nach der Scheidung hatte ich kein Geld mehr. Ich war pleite."
Ein Vertrag bei Total Nonstop Wrestling verhalf dem tief gefallenen US-Amerikaner damals wieder zu Geld.
Nackt bei erstem Date
Man erfährt aber auch Amüsantes über das Liebesleben des verstorbenen Wrestlers und Schauspielers - darunter pikante Details über sein erstes Date mit Linda Hogan. Er habe sie in einer Bar kennengelernt und sie mit in seine Wohnung genommen.
Laut Linda Hogan sei ihr Zukünftiger in seiner "klapprigen alten Wohnung" ewig im Badezimmer geblieben und sei dann "komplett nackt" wieder herausgekommen. "Es war wie im Zoo, wenn man ein Wollmammut sieht. Er war riesig. Wie viele Leute können schon von sich behaupten, mit einem Riesen geschlafen zu haben?"
Es funkte auf Anhieb.
Kommentare