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05.04.2017

Gutes Geschäft: Das private Vermögen der Royals

Die Manager des Royal Households setzen zwar den Sparstift an, das britische Königshaus hat aber noch einige Milliönchen auszugeben.

0,56 Pfund also nur 65 Cent pro Kopf und Jahr geben die Briten für ihr Königshaus aus. Bei 65,57 Millionen Einwohner sind das 36,7 Millionen Pfund. Davon kann die Queen mit ihren 1000 Angestellten und vielen, renovierungsbedürftigen Schlössern nicht leben und schießt deshalb oft privates Geld zu.

Immerhin stellt das Königshaus 1,8 Millionen Euro pro Jahr für Helikopterflüge und 467.000 Euro für Wein und Spirituosen in Rechnung.

Charles und Camilla reisen zur Zeit im Auftrag "der Firma". So nennen die Windsors ihre vielfältigen und oft lähmenden Repräsentationsaufgaben im Namen der Krone. Privat sind sie gute Geschäftsleute als Bauern oder Unternehmer von Keksfabriken beispielsweise.

Immobilien, Rennpferde & Briefmarken

Auf der Liste der Reichsten Briten belegt sie nur Platz 262. Nach einer Schätzung von Bloomberg hat die Königin von England Privatvermögen im Wert von 425 Millionen Dollar (399 Mio Euro). Davon entfallen etwa 75 Millionen Dollar auf Investments, 160 Millionen auf das Erbe ihrer Mutter und 110 Millionen auf Immobilien. Darüber hinaus besitzt die Königin eine Briefmarkensammlung im Wert von 75 Millionen Dollar und Rennpferde, die zehn Millionen Dollar bringen könnten.

Kronvermögen

Viel wertvoller als ihr privater Besitz wie zum Beispiel Schloss Sandringham ist das britische Kronvermögen. So gesehen ist Elizabeth II. wiederum eine sehr reiche Frauen . Allerdings wird dieser von Bloomberg auf 20 Milliarden Dollar geschätzte Besitz treuhändisch verwaltet. Darunter fallen die königliche Kunstsammlung, der Buckingham-Palast und die Kronjuwelen

. Das Kronvermögen reicht von einem Großteil des Londoner Westends wie der Regent Street bis zum britischen Festlandsockel, auf dem nun Offshore Windparks stehen und Lizenzgebühren erwirtschaften – der Schätzwert liegt bei 7,3 Milliarden Pfund.

Etwas privater ist die "Duchy of Lancaster" mit Liegenschaften vorwiegend in Nordengland, 1265 von Heinrich III. als Lehen begründet. Aus dem jährlichem Gewinn von 15 Millionen Euro kann die Queen sich selbst und ihre engere Familie mitfinanzieren.

Der Ökobauer

Prinz Charles verwaltet das "Duchy of Cornwall", das 1337 von Edward III. begründet wurde. Er bewirtschaftet nach streng ökologischen Kriterien 541 Quadratkilometer Land, mit Fischereien, Holzwirtschaft, Wurst- und Keksfabriken ("Duchy Originals"). Bei einem Kapitalwert von 851 Millionen Euro bleiben 21 Millionen Euro übrig, die aber weitgehend in die vielen karitativen Stiftungen des Thronfolgers fließen.

Verwandte bekommen kein Geld mehr

Seit dem "annus horribilis" zahlt die Queen freiwillig Steuern. 1992 gingen die Ehen von Charles und Diana, Andrew und Fergie in die Brüche. Prinzessin Anne ließ sich von Mark Philips scheiden und Schloss Windsor brannte teilweise ab. Die bis dahin völlig intransparenten Finanzen des Hauses Windsor wurden auf neue Beine gestellt. Seit damals bekommen die entfernteren Verwandten der Königin kein Geld vom Staat.

Und erst seit 1993 gibt es die jährlichen Finanzberichte, wobei sich Staat und Privat immer noch überschneiden. Für die Renovierung von Schloss Windsor, die 60 Millionen Euro kostete, übernahm die Regierung 30 Prozent, den Rest zahlte die Königin.

Diese Rechnung hat eine lange Geschichte. König Georg III. lieferte 1760, lange vor der französischen Revolution, die Erträge des Kronvermögens dem Staat aus und ließ sich im Gegenzug eine fixe Summe als "Civil list" auszahlen. Heute müssen die Manager des Royal Households eisern sparen.