8 Ehen mit 7 Männern: Elizabeth Taylors turbulentes Liebesleben

Die Filmikone starb vor 15 Jahren am 23. März 2011 mit 79 Jahren. Nicht nur ihre ikonischen Leinwandrollen, auch ihre acht Ehen mit sieben Männern machten „die Taylor“ unsterblich.
Elizabeth Taylor in einem goldenen Kleid mit Schmuck winkt vor einem Motorola-Logo.

Elizabeth Taylor war mehr als ein Star – sie war ein Ereignis. Mit ihren unvergleichlich violetten Augen, ihrer emotionalen Wucht und einer Präsenz, die die Leinwand zum Beben brachte, prägte sie das klassische Hollywood wie nur wenige andere. 

Schon als Kinderdarstellerin begann ihre Karriere, doch es waren Rollen in Filmklassikern wie „Cleopatra“, „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ oder „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, in denen „die Taylor“ ihre ganze schauspielerische Tiefe offenbarte: verletzlich, leidenschaftlich, kompromisslos.

Taylor war aber nicht nur eine der größten Filmdiven des 20. Jahrhunderts, sondern bis zu ihrem Tod 2011 auch eine der meistdiskutierten Frauen Hollywoods. Durch acht Ehen mit sieben Männern wurde ihr Privatleben weltberühmt – und oft skandalisiert. Doch ihre Beziehungen waren weit mehr als Klatsch und Tratsch: Sie spiegelten sich in ihren Filmrollen, prägten ihre Karriere und machten sie zur emotionalen Ikone einer ganzen Epoche. „Ich habe nicht zu oft geheiratet. Ich habe nur nie aufgehört, an Liebe zu glauben“, ist eines der berühmtesten Zitate der Filmdiva.

Ein Überblick über Elizabeth Taylors turbulentes Liebesleben.

Erste Liebe: William Douglas Pawley Jr.

Taylor war 17, William Douglas Pawley Jr. 28 Jahre alt, als sich die beiden ineinander verliebten. Der Pilot, der für die US-Armee flog, war die erste große Liebe der damals schon erfolgreichen Schauspielerin – auch umgekehrt soll Taylor für Pawley Jr. seine Traumfrau gewesen sein.

Weil Taylor eine erfolgreiche Zukunft in Hollywood vorhergesagt wurde, trennte sie sich von Pawley Jr., obwohl die beiden bereits verlobt waren. Taylor soll es ein Graus gewesen sein, ihre Karriere für ein Leben als Hausfrau und Mutter zu opfern, so die Legende. Pawley Jr. ging seine erste Ehe erst 25 Jahre später ein – angeblich, weil er Taylor so lange nachtrauerte.

Erste Ehe: Conrad „Nicky“ Hilton Jr. (1950 - 1951)

Als Elizabeth Taylor 1950 den Hotel‑Erben Conrad „Nicky“ Hilton Jr. heiratete, war sie erst 18 Jahre alt – ein gefeierter Jungstar, dank dem Kinohit „Father of the Bride“. Die glamouröse und medial riesig inszenierte Hochzeit entpuppte sich aber schnell als Albtraum: Alkohol, Gewalt und Angst bestimmten die Ehe. Bereits in der Hochzeitsnacht soll Hilton Jr. sie körperlich misshandelt haben.

1951, nur acht Monate nach der Hochzeit, folgte die Scheidung, kurz darauf brillierte Taylor in „A Place in the Sun“ – als Frau, die an einer lieblosen Beziehung zerbricht. „Ich war zu jung, um zu wissen, was Ehe wirklich bedeutet“, sagte die Schauspielerin später.

Hilton starb im Alter von 42 Jahren an einem Herzinfarkt.

Zweite Ehe: Michael Wilding (1952 - 1957)

Stabilität folgte mit ihrem zweiten Ehemann Michael Wilding, einem zwanzig Jahre älteren britischen Schauspieler. Während ihrer Ehe entstanden Filme wie „Giant“, die Taylor als ernsthafte Charakterdarstellerin etablierten. Doch mit wachsendem Ruhm wuchs die Distanz zwischen den Ehepartnern, Wilding soll mit dem Erfolg seiner Ehefrau nicht gut umgegangen sein. „Michael war sehr gut zu mir. Aber ich brauchte mehr Leidenschaft“, erklärte Taylor rückblickend.

Mit Wilding bekam Taylor zwei Söhne: Michael Jr. (geboren 1953) sowie Christopher (geboren 1955). Wilding starb 1979, nachdem er während eines epileptischen Anfalls eine Treppe heruntergefallen war. Er wurde 66 Jahre alt.

Dritte Ehe: Michael Todd (1957 - 1958)

Die Leidenschaft, die ihr Wilding nicht geben konnte, fand Taylor beim charismatischen Produzenten Michael Todd. Mit ihm erlebte Taylor, so diverse Biographen, ihre glücklichste Ehe. Todd behandelte sie nicht wie einen Star, sondern wie eine gleichwertige Partnerin. Todd nannte Taylor gerne liebevoll „meine Königin“.

Während sie im Filmklassiker „Die Katze auf dem heißen Blechdach“ eine emotional gefangene Frau spielte, zerrissen zwischen Begehren und Verlust, fühlte sie sich privat erstmals frei. Es ist wohl nicht zufällig, dass Taylors Filmphase während dieser Zeit von Glamour und Selbstbewusstsein geprägt war. „Mike war der einzige Mann, der mich zum Lachen brachte“, so Taylor. 1957 kam die gemeinsame Tochter Elizabeth „Liza“ Frances zur Welt.

Der plötzliche Tod Todds bei einem Flugzeugabsturz 1958 traf die damals erst 26-Jährige schwer. „Nach seinem Tod war ich nie wieder dieselbe“, gab sie später an.

Vierte Ehe: Eddie Fisher (1959 - 1964)

Aus der Trauer heraus entstand die umstrittene Beziehung zu Sänger Eddie Fisher, der seine Frau Debbie Reynolds für Taylor verließ.  Der öffentliche Aufschrei war enorm, vor allem aber wurde Taylor an den Pranger gestellt.

Taylor aber ließ sich nicht unterkriegen und gewann trotz öffentlicher Kritik 1961 für „Butterfield 8“ ihren ersten Oscar. Die Rolle einer emotional abhängigen Frau spiegelte ihr eigenes Leben, generell fühlte sich die Schauspielerin während dieser Jahre zu ernsteren, dunkleren Rollen hingezogen. „Ich habe Eddie geheiratet, weil ich jemanden brauchte, der mich festhält“, beschrieb Taylor später ihre vierte Ehe.

1964 folgte die Scheidung. Filmhistorikern zufolge soll Fisher Taylor weder intellektuell noch emotional gewachsen gewesen sein. Zudem markierte das Jahr 1962 einen – weiteren – Wendepunkt in Elizabeth Taylors Liebesleben: Sie lernte Richard Burton kennen.

Fisher starb im Alter von 82 Jahren in einem Krankenhaus nach Komplikationen einer Hüftoperation.

Fünfte und sechste Ehe: Richard Burton (1964 - 1974 & 1975 - 1976)

Die Beziehung zwischen Elizabeth Taylor und dem siebenfach oscarnominierten Schauspieler Richard Burton gilt als eine der leidenschaftlichsten und skandalträchtigsten Liebesgeschichten Hollywoods. Bis heute gilt die Verbindung als Paradebeispiel dafür, wie eng Liebe und Zerstörung miteinander verbunden sein können.

Kennengelernt am Set von „Cleopatra“ (1962), heirateten sie – mit zwischenzeitlichen Trennungen – gleich zweimal. Ihre Ehe wurde von Alkohol (auf beiden Seiten), heftigen Streits und ebenso emotionalen Versöhnungen (inklusive sündhaft teurer Geschenke) bestimmt. Beide galten als dominante Charaktere, die in der Beziehung die Oberhand behalten wollten.

In „Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“ (1966) verwandelte Taylor ihre privaten Konflikte in oscarprämiertes Kino, ihr Schmerz, ihre Wut, aber auch ihre Leidenschaft waren in jeder einzelnen Szene zu spüren, Taylor umgab eine Aura aus vornehmer Entrücktheit. Mit den Worten „Wir waren zu leidenschaftlich, um glücklich zu sein“ blickte Taylor später auf ihre Ehen mit Burton zurück– und doch: „Richard war der einzige Mann, der mich wirklich verstand.“

Cleopatra

Richard Burton und Elizabeth Taylor in "Cleopatra"

Als Taylor und Burton eine Beziehung miteinander eingingen, waren beide noch verheiratet, was einen weltweiten Skandal auslöste – ähnlich wie Jahrzehnte später die Dreiecksbeziehung zwischen Brad Pitt, Angelina Jolie und Jennifer Aniston. Wie zuvor bei Fisher war es erneut Taylor, die als „eiskalte Ehebrecherin“ in den Medien dargestellt wurde, was ihrem Image erheblich schadete. Sogar der Vatikan rügte die Affäre zwischen Taylor und Burton.

1964 adoptierte das Paar Tochter Maria. Laut Taylors Biographen war Burton ihre emotional wichtigste Beziehung, auch nach den beiden Scheidungen blieben sie einander emotional eng verbunden. 1984 starb Burton an einer Hirnblutung, er wurde 58 Jahre alt.

Siebte Ehe: John Warner (1976 - 1982)

Nach Burton suchte Taylor dringend benötigte Ruhe – und fand sie vermeintlich bei John Warner, einem US‑Senator. Sie zog sich aus Hollywood zurück, unterstützte tatkräftig seinen Wahlkampf, opferte für ihn sogar ihre Karriere. Doch die politische Ehe machte sie einsam, Taylor fühlte sich mehr und mehr isoliert. Zudem soll Warner emotional distanziert gewesen sein. „Ich habe mich selbst verloren, während ich ihm half, sich zu finden“, resümierte sie nach der Scheidung 1982.

Erst 2021 starb Warner im Alter von 94 Jahren – und somit als letzter Taylors sieben Ehemännern.

Achte Ehe: Larry Fortensky (1991 - 1996)

Ihre letzte Ehe schloss Taylor mit dem Bauarbeiter Larry Fortensky, den sie in einer Entzugsklinik kennengelernt hatte. Die Hochzeit auf Michael Jacksons Ranch – der Sänger und die Filmdiva waren eng befreundet – war spektakulär, die Beziehung dafür bodenständig. Obwohl Fortensky 20 Jahre jünger war, fühlte sich Taylor angenommen. „Larry liebte mich als Frau, nicht als Legende“, lobte sie ihn Jahre später. 

Während ihrer achten Ehe nahm Taylor kaum noch Filmrollen an und fokussierte sich weitgehend auf ihren AIDS-Aktivismus. Auch gesundheitliche Probleme machten der ehemaligen Hollywood-Diva immer mehr zu schaffen, was auch ihre Ehe mit Fortensky belastet haben soll. Zudem sollen ihre Lebensstile zu unterschiedlich gewesen sein.

Die Ehe hielt fünf Jahre, die Freundschaft dafür bis zum Tod Taylors 2011. Fortensky selbst starb 2016. Er geriet 1998 nochmals kurz in die Schlagzeilen, als er nach einem tätlichen Angriff auf seine Freundin vorübergehend inhaftiert wurde.

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