Stars, die am Set voneinander ferngehalten werden mussten

Diese Schauspieler mussten während ihrer Zusammenarbeit getrennt werden, um ihren Rollen mehr Authentizität zu verleihen.
 Nicole Kidman und Tom Cruise

Wenn Schauspieler während der Dreharbeiten am Set keine Zeit miteinander verbringen, muss das nicht unbedingt an Spannungen zwischen Co-Stars liegen. Es ist auch eine bewährte Methode, um bestimmte Szenen wirkungsvoller zu gestalten. Vor allem beim Method Acting, bei dem Darsteller mit ihrer Rolle verschmelzen, um maximale psychologische Authentizität zu erreichen, meiden Schauspieler manchmal den Kontakt zu ihren Kollegen - entweder von sich aus oder auf Wunsch des Regisseurs. 

Hier einige prominente Beispiele:

Schauspieler, die am Set getrennt wurden

  • Roger Jackson und die übrigen Darsteller von "Scream" (1996)

Roger L. Jackson verlieh "Ghostface" in der "Scream"-Reihe seine Stimme. Dank der Stimmverzerrung der Figur wissen die Zuschauer nicht auf Anhieb, wer die Bewohner von Woodsboro terrorisiert. Am Set des ersten Films galt das auch für dessen Darsteller. Um für den Originalfilm Scream eine authentische und beunruhigende Atmosphäre zu schaffen, hielt der Filmemacher den "Ghostface"-Synchronsprecher absichtlich vom Rest der Besetzung fern. Jacksons Stimme wurde laut Cutter Patrick Lussier "über das Telefon aufgenommen."

  • Josh Lucas und Kevin Costner bei "Yellowstone"

Am Set von Taylor Sheridans Western-Dramaserie "Yellowstone" spielte Kevin Costner fünf Staffeln lang den Besitzer der Yellowstone Dutton Ranch, John Dutton. In einigen Folgen gibt es jedoch Rückblenden, in denen Josh Lucas einen jüngeren Dutton verkörpert. 

In einem Interview mit Collider verriet Letzterer, dass Regisseur Taylor Sheridan Costner nicht am Set hatte, wenn er seine Szenen drehte. "Wir werden fast absichtlich getrennt gehalten", sagte er und zog Parallelen zu Robert De Niro in "Der Pate – Teil II". Ebenso wie De Niro nicht einfach Marlon Brando imitieren wollte, hielt sich Lucas von Costner fern, um John Dutton seinen eigenen Stempel aufzudrücken.

  • Matt Damon und die übrigen Darsteller von "Der Soldat James Ryan"

Steven Spielberg trennte in seinem Kriegsepos "Der Soldat James Ryan" (1998) Matt Damon von seinen Kameraden, allerdings bereits vor Drehbeginn. 

Sechs Tage lang absolvierte die Besetzung des Films ein anstrengendes Trainingsprogramm bei Regenwetter, um später die physischen und psychischen Belastungen des Soldatendienstes im Zweiten Weltkrieg möglichst authentisch zu verkörpern. Zu dem Boot-Camp gehörten Acht-Kilometer-Läufe, Angriffssimulationen, der Umgang mit Waffen und nur drei Stunden Schlaf pro Nacht.

Lediglich Matt Damon, der im Film James Ryan spielte, wurde verschont.  

Der damals noch relativ unbekannte Damon wollte sich eigenen Angaben zufolge zwar vor dem Rest der Crew beweisen, doch der Filmemacher machte ihm einen Strich durch die Rechnung. 

Wie Damon in der YouTube-Interviewreihe "Hot Ones" verriet, hatte Spielberg die Absicht, damit innerhalb der Besetzung Abneigung gegen Damon zu schüren, wie es das Drehbuch erforderte. Die Entscheidung zahlte sich offenbar aus, denn Damon behauptete scherzhaft, dass seine Kollegen ihm gegenüber während der Dreharbeiten "total verbittert" gewesen wären.  

  • Nicole Kidman und Tom Cruise in "Eyes Wide Shut"

Stanley Kubrick besetzte das damals noch verheiratete Paar Nicole Kidman und Tom Cruise für sein letztes Projekt "Eyes Wide Shut" (1999), in dem Cruise unter der eingebildeten Untreue seiner Ehefrau (Kidman) leidet.

Der Regisseur war überzeugt, dass der Film wirkungsvoller sein würde, wenn ein echtes, von der Boulevardpresse gejagtes Promi-Paar die Hauptrollen spielen würde. In seiner Biografie "Tom Cruise: Eine unautorisierte Biografie" erklärt der Autor Andrew Morton, dass Kubrick Kidman und Cruise während der Dreharbeiten getrennt hielt und ihnen auch nicht erlaubte, ihre individuellen Drehsitzungen zu besprechen. 

Als Kubrick und Kidman die Szene drehten, in der ihre Figur nackt ist und von einer Affäre mit einem Marineoffizier träumt, durfte Cruise sechs Tage lang das Set nicht betreten. Kidman und ihr Szenenpartner, das Model Gary Goba, spielten damals mehrere intensive Szenen, von denen die meisten es nicht in den fertigen Film schafften - wovon Cruise aber erst nach der Vorführung erfuhr. 

Obwohl weder Kidman noch Cruise jemals bestätigt haben, dass die Produktion ihre Ehe belastet habe, wurde vermutet, dass die Zusammenarbeit für "Eyes Wide Shut" ein Mitgrund für ihre Scheidung zwei Jahre später war.

  • Paul Dano und John Cusack in "Love & Mercy"

Der Film "Love & Mercy" aus dem Jahr 2014 erzählt die Geschichte von Beach-Boys-Frontmann Brian Wilson und seinem Kampf mit psychischen Erkrankungen. Die Handlung wechselt zwischen den 60er- und 80er-Jahren. Wilson wurde in seiner jüngeren Version von Paul Duno und in seiner älteren Version von John Cusack verkörpert.

Auch sie wurden angehalten, während der Dreharbeiten getrennt zu bleiben. In einem Interview mit AwardsDaily sagte Dano, er habe Cusack erst an seinem letzten Drehtag kennengelernt, der gleichzeitig Cusacks erster war. Er verglich die Erfahrung mit der Entstehung "zweier separater Filme". Die Gegenüberstellung seiner und Cusacks Interpretationen von Wilson in zwei sehr unterschiedlichen Phasen seiner Karriere hätte dadurch "eine große Stärke" besessen. 

  • Saoirse Ronan und Margot Robbie in "Maria Stuart, Königin von Schottland"

Saoirse Ronan und Margot Robbie teilen sich in "Maria Stuart, Königin von Schottland" (2018) gegen Ende des Films eine Szene – und inszenieren ein Treffen, das historisch gesehen nie stattgefunden hat. 

Robbie drehte alle ihre Szenen als Königin Elisabeth I. vor ihrer Begegnung mit Maria Stuart, die Ronan darstellte, denn die beiden Schauspielerinnen bestanden darauf, sich während der Dreharbeiten nicht zu sehen. Gegenüber Deadline bezeichneten sie dies als "lustiges Experiment", um ihr finales Treffen authentischer wirken zu lassen. 

Nach drei Wochen Trennung waren die Schauspielerinnen eigenen Angaben zufolge am Set sehr emotional. Gegenüber der New York Times sagte Robbie, sie sei "völlig zusammengebrochen" und beschrieb es als "einen der außergewöhnlichsten Momente [ihres] schauspielerischen Lebens". Ronan hingegen gestand in einem Interview mit Entertainment Weekly, sie und Robbie hätten "wie die Irren geweint", als sie sich endlich in den Armen hielten.

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