Melania Trump - vom mittelmäßigen Model zur "First Lady"

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Stars Austropromis
06/22/2020

Skandal-Biografie über Melania Trump: Auch Wiener Modelagent kommt zu Wort

Die "First Lady" hat anscheinend einen Hang zur Übertreibung – Modelagent Wolfgang Schwarz klärt auf.

von Lisa Trompisch

Spekuliert wird ja sehr viel über Amerikas "First Lady" Melania Trump (50) – vor allem auch wie es denn wirklich um ihre Ehe mit dem Präsidenten bestellt ist. Eines wird schnell klar, in Sachen Übertreibung, scheint die gebürtige Slowenin ihrem Mann um nichts nachzustehen.

Pulitzer-Preisträgerin Mary Jordan hat sich lange und intensiv mit Melanija Knavs (so ihr gebürtiger Name) beschäftigt und ihre jahrelangen Recherchen im Buch "The Art of Her Deal: The Untold Story of Melania Trump", welches kürzlich erschienen ist, zusammengefasst.

Ihre Nachforschungen haben sie auch nach Wien geführt – und zwar zum Model-Agenten Wolfgang Schwarz, bei dem Melania (sie wurde 1992 Zweite bei dem von ihm veranstalteten "Look of the Year"-Contest) unter Vertrag war.

Keine Beurteilung

"Ich hab mich mit der Autorin im Plachutta getroffen, eine sehr sympathische Frau, die jetzt kein Skandal-Buch machen, sondern auch die Zwischentöne aufzeigen wollte. Sie beurteilt Melania nicht, sondern behandelt einfach auch die Schwächen", so Schwarz zum KURIER.

In dem Buch erinnert er sich an ihre Anfänge, an ihre "schönen Augen" und ihr "erstaunliches Lächeln", welches dem Model eine Werbekampagne für "Lauda Air" eingebracht hat (der KURIER berichtete).

Deutsch konnte sie damals kein Wort, Englisch auch nicht wirklich, so Schwarz. Die ganz großen Modelaufträge blieben aus, auch wenn Melania etwas anderes behauptet.

"Sie hat einfach gerne gelogen", meint Schwarz, der auf Nachfrage der Autorin viele der Erzählungen Melanias widerlegen konnte.

Slowenische Medien berichteten damals auch von ihren großen Schauspiel-Ambitionen, ihren Chancen auf einen Hollywood-Durchbruch, den es so aber auch so nie gegeben hat. Sie wurde zwar nach Paris zum Vorsprechen für den Film „Eine gute Nacht zum Sterben“ eingeladen, es scheiterte aber an ihrem starken Akzent, die Rolle bekam dann Debbie Harry (74).

Der einzige wirklich große Job, war ein Shooting für eine Zigarettenmarke. "Da war sie aber schon etwas mühsam, da hab ich mir schon gedacht, da muss irgendeine Kraft dahinter stehen. Fünf Jahre früher hätte sie nämlich den Job mit Handkuss genommen", erinnert sich der Model-Agent.

Keine Prestige-Jobs

Innerhalb der Branche wurde da schon hinter vorgehaltener Hand über ein Naheverhältnis zu Donald Trump (74) getuschelt.

Die Gage von 60.000 Dollar hat sie kassiert, die Kampagne ist aber nie erschienen. "Wirkliche Prestige-Jobs, wie ein Vogue-Cover oder so, hat sie nie bekommen, das hat ihr sicher wehgetan", sagt Schwarz, der auch weiß, dass Melanie aus sehr einfachen Verhältnissen kommt.

"Es ist selten ein so belangloser Mensch durch mein Leben gegangen. Nicht unsympathisch, aber es ist einfach wenig hängen geblieben", meint Schwarz, der schnell spürte, dass sie nicht das Zeug für eine große Modelkarriere hat.

Großer Einfluss auf Trump

Zielstrebig war sie aber immer, wollte mehr. Mit Trump hat sie das jetzt ja auch bekommen. "Ich glaube schon, dass sie auch einen großen Einfluss auf ihn hat", so Schwarz. "Heutzutage muss man ja nicht intelligent sein, um erfolgreich zu sein", meint er.

Und wie groß der Einfluss ist, wird in dem Buch auch behandelt. So soll sie zum Beispiel nach dem Wahlsieg ihres Mannes ihren Ehevertrag mit ihm neu verhandelt haben. Sie soll bessere Konditionen für sich und ihren Sohn Barren (14) gefordert haben.

"Sie sind beide Kämpfer und Überlebende und schätzen Loyalität über alles andere", so die Autorin , die überzeugt ist, dass die beiden sich wirklich lieben.