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03.11.2017

Knox: Emotionale Worte an ermordete Meredith Kercher

"Ich bin für die zusammen verbrachte Zeit dankbar", so die einst des Mordes beschuldigte Knox über ihre ehemalige Mitbewohnerin Meredith Kercher.

Zehn Jahre nach dem Mord an der Austauschstudentin Meredith Kercher im italienischen Perugia hat die vor Gericht freigesprochene US-Amerikanerin Amanda Knox der Britin gedacht. In einem vom US-Magazin Westside Seattle veröffentlichten Beitrag erklärte sich Knox "dankbar" für die "glückliche Zeit", die sie mit Kercher in Perugia verbringen konnte.

"Trauer um Meredith"

Knox sagte, sie habe das "Recht", um Meredith trauern zu dürfen. Ihrer Ansicht nach ist Kercher von einem "Dieb" vergewaltigt und getötet worden, der in ihre Wohnung eingedrungen sei. Die Erinnerungen an die schöne Zeit gemeinsam in Perugia seien von den schrecklichen Fotos der Obduktion, von den Beleidigungen und den Morddrohungen, die sie erhalten habe und immer noch erhalte, überschattet.

"Es deprimiert mich, zu wissen, dass alles was ich über Meredith sage, oder nicht sage, kritisiert wird. Es deprimiert mich noch mehr, dass Meredith heute nicht hier ist, während sie es verdient hätte, hier zu sein", schrieb die 30-jährige Knox in ihrem Artikel mit dem Titel "Trauer um Meredith" "Sie fehlt mir und ich bin dankbar für die Erinnerung an die glücklichen Momente, die wir zusammen verbracht haben."

Sie betonte einmal mehr: "Ich hatte nichts mit ihrem Mord zu tun."

Kercher werde "von allen, die sie gekannt haben, schmerzhaft vermisst."

"Niemand kann Meredith ihr Leben zurückgeben. Und keiner kann mir die Jahre zurückgeben, in denen ich zu Unrecht hinter Gittern war", so Knox weiter, die heute als freie Journalistin arbeitet.

Freispruch

Das Oberste Gericht in Rom, die dritte und letzte Instanz im italienischen Strafsystem, hatte im März 2015 das im Jänner 2014 gefällte Urteil eines Berufungsgerichts in Florenz gekippt, mit dem Knox zu 28 Jahren und ihr Ex-Freund Raffaele Sollecito zu 25 Jahren Haft verurteilt worden waren. Damit ging der fünfte Prozess im Fall der britischen Austauschstudentin Kercher zu Ende, der international für Aufsehen gesorgt hatte.

Der einzige Verurteilte im Mord an der britischen Austauschstudentin ist der gebürtige Ivorer Rudy Guede, der als Adoptivsohn eines italienischen Paares seit seinem sechsten Lebensjahr in der mittelitalienischen Stadt Perugia gelebt hatte. Er war am 28. Oktober 2008 nach einem Schnellverfahren wegen Mordes an Meredith Kercher zu 30 Jahren Haft verurteilt worden. Nach der Berufung wurde das Strafmaß auf 16 Jahre reduziert.

Fall Amanda Knox: Spekulationen bleiben

Die Richter urteilten, dass er die junge Britin bei einem entarteten Sexspiel mit Komplizen mit Dutzenden Messerstichen in Perugia ermordet habe. Den Ermittlern zufolge wiesen die Stichverletzungen stark darauf hin, dass es mehr als einen Täter gab. Nach dem Freispruch von Knox und Sollecito müsse der Fall wieder aufgerollt werden, verlangte Guede.

Kerchers Schwester Stephanie zeigte sich in einem am Mittwoch veröffentlichten Brief vom italienischen Justizsystem enttäuscht, das sich öfters widersprochen und keine weiteren Ermittlungen im Fall geführt habe. "Wenn Guede nicht allein gehandelt hat, warum wird nicht weiter ermittelt", fragte Stephanie Kercher.

Amanda Knox zeigt ihr neues Leben

Über zwei Jahre nach ihrem Freispruch in einem Mordprozess in Italien lässt die Amerikanerin Amanda Knox, die offenbar vor Kurzem in Deutschland zu Besuch war, die Öffentlichkeit via Instagram an ihrem Privatleben teilhaben.

Knox macht Instagram-Account publik

Ihren vor zwei Jahren gegründeten Instagram-Account hat Knox nun öffentlich gemacht. "Ich will all meine großartigen Katzen-Videos nicht länger horten", scherzte sie über ihre Entscheidung, den bisher privaten Account publik zu machen.

Die 29-Jährige postete unter anderem ein Foto, das sie als Rotkäppchen zeigt, im Wald, hinter ihr ein böser Wolf. Die Aufnahme stammt angeblich aus dem Schwarzwald.

Neben Amandas Katzen bekommen ihre Anhänger auch zahlreiche Schnappschüsse zu sehen, die sie mit ihrem neuen Freund, US-Schriftsteller Christopher Robins (dazu mehr), zeigen.

Knox galt als Verdächtige im Mordfall Meredith Kercher in Perugia. Die Studentin war 2007 getötet worden. Knox verbrachte vier Jahre in Untersuchungshaft, ehe sie 2015 in letzter Instanz freigesprochen wurde und in die USA zurückkehrte. In den Medien wurde die damalige Studentin als "Engel mit den Eisaugen" bezeichnet. Knox hat mittlerweile ein Buch über ihre Haftzeit in Italien geschrieben.