Sport
11.07.2018

WM-Halbfinale: Diese Fußballsongs begeistern die Engländer

Fußball und Musik sind in England untrennbar verbunden. Vergessenen Hits verhilft der Erfolg der Three Lions zum Revival.

Ganz England ist im Fußballfieber: Die "Three Lions" haben ihr Elfmetertrauma überwunden und wollen mit einem Sieg über Kroatien (20 Uhr, live auf ORFeins) ins WM-Finale einziehen. Sowohl in Kroatien als auch in England wird am heutigen Mittwoch das Leben still stehen. Auf der Insel tanzen seit Wochen Fans auf den Straßen zum Evergreen "Three Lions"; "Football's Coming Home" lautet der Schlachtgesang des Sommers 2018.

Das Motto der Heim-Europameisterschaft 1996 "Football Comes Home" inspirierte die Comedystars Baddiel und Skinner gemeinsam mit der Rockband Lightning Seeds damals zu ihrem Nummer-eins-Hit, der zwei Jahre später mit einem neuen Text zur Weltmeisterschaft in Frankreich wiederveröffentlicht wurde, und sich bis heute unveränderter Popularität erfreut. Zu jedem fußballerischen Großereignis feiert er sein Chartcomeback, insgesamt wurde er über 1,6 Millionen Mal verkauft. Der Song fand sich auf der Kompilation zum Turnier, gemeinsam mit Songs von Pulp, Massive Attack, Supergrass und New Order.  

In die Annalen erfolgreicher Fußballhits schrieb sich 1990 auch die aus Manchester stammende New-Wave-Band New Order ein. Ihr Song "World In Motion" war der offizielle englische Teamsong zur Weltmeisterschaft in Italien, bei der die Engländer im Halbfinale nach einer Niederlage im Elfmeterschießen gegen Deutschland die Segel streichen mussten. Der Song brachte Fußball und kommerzielle Popmusik endgültig zueinander, hielt sich außerdem zwei Wochen auf Platz eins der Charts. Es sollte übrigens die einzige höchste Chartplatzierung der Kultgrupp blieben. Der WM-Kader stand nicht mehr im stimmlichen Mittelpunkt wie beispielsweise 1970 oder 1982, sondern war auf den Hintergrundgesang beschränkt. Einzig Liverpool-Legende John Barnes durfte seine Sprechgesangqualitäten unter Beweis stellen. 

Im Jahr 1998 erschienen zur Weltmeisterschaft nicht nur die Wiederauflage von "Three Lions", sondern gleich mehrere Songs, die sich in den oberen Chartregionen platzieren konnten. Die Kollaboration Fat Les, bestehend aus Blur-Bassist Alex James, Künstler Damien Hirst und Schauspieler Keith Allen, dessen Tochter Lily einen Gastauftritt im Video - eine Parodie von "Bitter Sweet Symphony" - hatte. Ihr Song "Vindaloo" schaffte es bis auf Platz zwei der Charts, der Nachfolger "Jerusalem", offizieller Teamsong bei der Europameisterschaft 2000, konnte sich in den Top 10 platzieren.

Die Spice Girls befanden sich im selben Jahr auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Noch bevor Geri Halliwell ausstieg und die anderen Sängerinnen Solokarrieren starteten, nahmen sie mit Ocean Colour Scene und Echo & The Bunnymen "(How Does It Feel To Be) On Top Of The World" auf. 94.000 Kopien wurden insgesamt von der Single verkauft. 

Einen Ohrwurm lieferte das Moderatorenduo Ant & Dec mit "We're On The Ball". Das Lied erreichte Rang drei der Charts, das englische Team das Viertelfinale. 

Dass eine eingängige Melodie wichtig für den Erfolg ist, wusste die aus unbekannten Musikern zusammengecastete Band 4-4-2. Sie unterlegten den aus dem Jahr 1982 stammenden Hit "Come On Eileen" von den Dexy's Midnight Runners mit neuem Text und erreichten mit 82.000 verkauften Singles 2004 Platz zwei der Charts. 

Den offiziellen Teamsong zur Weltmeisterschaft 2006 komponierte die Alternative-Rockband Embrace. "World At Your Feed" ist ein eher ruhiger und untypischer Fußballsong, der im Pub aber keinesfalls stört. Er kletterte bis auf Rang drei in den Charts und war der letzte Top-40-Hit der aus dem Norden des Landes stammenden Band. 

Vier Jahre später holte sich der populäre Rapper Dizzee Rascal die TV-Persönlichkeit James Corden ins Boot, gemeinsam sangen sie zur WM in Südafrika "Shout" ein und bedienten sich dabei am gleichnamigen Lied von Tears For Fears aus dem Jahre 1984. 300.000 verkaufte sich die Singles, zwei Wochen lang blieben Dizzee Rascal und Corden an der Spitze der Hitparade in Großbritannien