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08.04.2018

Wieso Bozen im Finale gegen Salzburg kein Außenseiter mehr ist

Die EBEL ermittelt ihren Champion. Die Defensiv-Künstler aus Bozen wurden zum gefürchteten Gegner.

Als das Jahr 2018 begann, sah die Tabelle so aus: 1. Capitals, 2. KAC, 3. Salzburg, ...12. und Letzter HC Bozen.

Bevor das Eishockey-Jahr endet, könnte man darin auch einen Schlachtplan der Bozner Füchse erkennen. Als Achter schafften die Südtiroler gerade noch das Viertelfinale. Dort schalteten sie den KAC mit 4:2 in der Best-of-seven-Serie aus. Danach wurden im Semifinale die Capitals 4:1 verspeist. Ab Sonntag stehen die Red Bulls aus Salzburg auf dem Menüplan. Der Hunger der Bozner scheint ungestillt zu sein.

Und sie sind nicht mehr jener Außenseiter, als der sie starteten. Salzburg hat gehörig Respekt. Gegen jeden anderen Gegner hätten die offensiv eingestellten Bullen mehr Platz und somit leichteres Spiel.

Wie konnte aus dem Tabellenletzten ein Finalist in der Erste Bank Liga werden?

Viel wurde über das destruktive Spielsystem der Bozener geschrieben, oft wurde es als altmodisch kritisiert. Doch es funktioniert. Und es ist erfolgreich. Mit Coach Pat Curcio waren die Bozener in die Saison gegangen und kamen nicht vom Fleck. Sein Nachfolger Kai Suikkanen verpasste dem Team eine neue Spielanlage. Plötzlich griff ein Rad ins andere. Auch, weil der im Dezember geholte Pekka Tuokkola nicht nur Rückhalt wurde, sondern seine Art zu spielen mit jener der Verteidigung perfekt harmoniert. Im Semifinale war es nicht so, dass die Capitals nicht Druck machen konnten, oder zu wenige Chancen gehabt hätten. Die Bozner waren vor dem eigenen Tor einfach immer präsent, blockten und wehrten erfolgreich ab. Besonders beeindruckend zeigt sich das in der Statistik in der Unterzahl: Nur vier Gegentore ließen die Bozner in Unterzahl bei 42 Versuchen im Play-off zu. Das ist ein Wert von sensationellen 90,5 Prozent.

Stimmgewaltig

Einen Vorteil haben die Bozner natürlich bei den Fans. 7200 Zuschauer und die stimmgewaltigen „Figli di Bolzano“ (Söhne Bozens) sorgten schon im vierten Semifinalspiel gegen die Capitals für eine beeindruckende Lautstärke. An diesen Pegel kommen die maximal 3400 im Salzburger Volksgarten nicht heran.

Vergleicht man die beiden Klubs auf dem Papier, müsste Salzburg 4:0 gewinnen. Die meisten Spieler beginnen in Salzburg mit dem Training, da hat Bozen noch monatelang keine Mannschaft unter Vertrag. Und die Salzburger rüsteten nach Saisonbeginn mit Mueller, Schremp und Stajnoch nach – Spieler, die sich kein Verein in der EBEL leisten könnte. Der Kader der Salzburger ist der beste der Liga.

Aber da ist ja noch die Erinnerung an 2014. Damals waren die Voraussetzungen ähnlich. Und der Liganeuling gewann gegen Salzburg dennoch mit 3:2.

Weil für die italienischen Teamspieler am 22. April die B-WM in Budapest beginnt, gibt es einen geänderten Finalrhythmus. Sonntag und Montag wird in Salzburg gespielt, Donnerstag und Freitag in Bozen. Das siebente Spiel wäre am 20. April.

Termine

Sonntag, 8.April, 14 Uhr:  Salzburg - Bozen
Montag, 9. April, 19.20 Uhr: Salzburg - Bozen
Donnerstag, 12. April, 20.20 Uhr: BozenSalzburg
Freitag, 13. April, 20.20 Uhr: BozenSalzburg
falls nötig
Sonntag, 15. April, 17.20 Uhr: Salzburg - Bozen
Dienstag, 17. April, 20.20 Uhr: Bozen - Salzburg
Freitag, 20. April, 20.20 Uhr: SalzburgBozen
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