Wengen: ÖSV-Team um Kriechmayr fordert die Schweizer Lokalmatadoren

FIS Alpine Ski World Cup - Men's Downhill Training
In Wengen starten heute die Rennen am Lauberhorn mit dem Super-G (12.30 Uhr/live ORF 1). Odermatt bleibt Favorit. Schwarz muss passen.

Die Bilder sprechen wie so oft für sich. Die Jänner-Klassiker in der Schweiz und in Österreich haben es in sich. Das weiß auch Vincent Kriechmayr zu schätzen. „Eiger, Mönch und Jungfrau lachen einen an. Und wenn man über den Hundschopf springt, schaut es nicht ganz so schlecht aus, wenn der Gegenhang schwarz ist vor lauter Fans“, sagte der 34-Jährige zur APA. „Es ist ein Riesenprivileg, da zu fahren.“

Im Abfahrtstraining vom Donnerstag war der Seitenblick auf das Panorama noch erlaubt. Mit zweieinhalb Sekunden Rückstand auf den Trainingsschnellsten Giovanni Franzoni kam Kriechmayr als 12. ins Ziel, hinter ihm der heiße Favorit der Speed-Rennen am Lauberhorn, Marco Odermatt.

Odermatt nach Panama

Sogar die eigenen Teamkollegen machen sich schon darüber lustig. In einem Werbevideo packen Franjo Von Allmen und Alexis Monney den Weltcupleader in einen Karton und versenden ihn nach Panama.

Die Realität sieht anders aus. Marco Odermatt wird auch in Wengen am Start stehen. Sowohl heute im Super-G (12.30 Uhr/live ORF 1), als auch im Abfahrtsklassiker am Samstag (12.30/live ORF 1). Drei seiner sechs Abfahrtssiege hat der Schweizer in Wengen gefeiert. 2024 zuerst die verkürzte Abfahrt, dann das Original-Lauberhornrennen. Im Vorjahr verteidigte er den Titel als Lauberhornsieger. In der laufenden Saison sind ihm Siege in Beaver Creek und Gröden in der Abfahrt gelungen, im zweiten Gröden-Rennen war Odermatt Zweiter hinter Von Allmen.

Davon können die österreichischen Abfahrer nur träumen. Es war der 17. Februar 2024, als Vincent Kriechmayr auf dem Stockerl in Kvitfjell stand. Damals, nach seinem zweiten Platz hinter Niels Hintermann, ahnte im ÖSV wohl niemand, dass mehr als 700 Tage vergehen würden, ohne dass ein Österreicher nach einer Weltcupabfahrt auf das Podest steigt.

In Beaver Creek Anfang Dezember fehlten dem Oberösterreicher nur 18 Hundertstel auf das Podest. Danach wurden die Abstände wieder größer. Dennoch setzt Cheftrainer Marko Pfeifer auf den Oberösterreicher auch in Wengen: „Vinc ist unser Aushängeschild und wird hoffentlich um das Podium mitrittern“, sagte er. Außerdem erwarte er „von den sogenannten Jüngeren, dass sie sich positionieren und besser abschneiden“. Er hoffe aber auf die steileren Abfahrten in Kitzbühel oder bei den Olympischen Spielen: „Unsere Abfahrtsergebnisse sind einfach besser, wenn es mehr talwärts geht – Kitzbühel, hoffentlich auch Bormio heuer.“

Schwarz fällt aus

Weder im Super-G noch in Abfahrt und Slalom wird Marco Schwarz in Wengen am Start stehen. Der 30-Jährige reiste wegen eines Magen-Darm-Virus ab. Nun konzentriert sich Schwarz auf Kitzbühel, wo ab Freitag ebenfalls Super-G, Abfahrt und Slalom auf dem Programm stehen. Die Hahnenkammabfahrt ist übrigens schon ausverkauft – so früh wie noch nie.

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