Michael Walchhofer: Der 45-Jährige könnte ÖSV-Präsident werden.

© APA/BARBARA GINDL

Tagebuch
02/28/2021

Zwei Ex-Weltmeister im Rennen um Schröcksnadel-Nachfolge

Michael Walchhofers Konkurrent wird der Kitzbüheler Ski-Club-Präsident Michael Huber sein.

von Wolfgang Winheim

Soeben erleben die beiden Langzeit-Präsidenten ihre letzte WM. Sie hatten schon bestimmt, wo’s auf zwei Brettl’n langgeht,

... als Damen-Biathlon (in dem Lisa Hauser Weltmeisterin wurde) nicht olympisch,

... als ein alpiner WM-Parallelbewerb (den Katharina Liensberger in Cortina gewann) noch undenkbar,

... als Damen-Skipringen (in dem vier zarte ÖSV-Mädels in Oberstdorf zu WM-Gold flogen) den Experten noch zu gefährlich gewesen war.

FIS-Präsident Gian Franco Kasper, 77, tritt im Mai nach 24-jähriger Regentschaft ab. ÖSV-Boss Peter Schröcksnadel, 79, sagt im Juni nach 31 Jahren sicher nicht leise Servus.

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Als Nachfolger stehen Ex-Weltmeister zur Diskussion. Wobei der Schweizer Abfahrtsgoldene von 1993, Urs Lehmann (51), der seinen Landsmann Kasper beim Internationalen Skiverband beerben will, mehr Rivalen hat als der vergleichsweise uneitle Abfahrts-WM-Goldene von 2003, Michael Walchhofer (45), bei der Präsidentenwahl in Österreich.

Konkurrent des Zauchenseer Hoteliers wird der Kitzbüheler Ski-Club-Präsident Michael Huber, 56, sein. In seiner Ära haben die Kitzbüheler zwar keinen einzigen alpinen Weltklasseläufer (ihr letzter Sieger 1974 war Hansi Hinterseer gewesen), doch die Biathlon-Weltmeisterin Hauser herausgebracht. Zudem wurden die Leut’ am (nicht mehr so geschwollenen) Hahnenkamm unter Hubers Regie zu Veranstaltungsweltmeistern. Mit gutem Kontakt zum Hause Red Bull, der freilich auch Walchhofer nachgesagt wird.

Anders als in Österreich, wo sich die wahlberechtigten neun Ski-Landespräsidenten, so hofft Schröcksnadel, ohne Kampfabstimmung auf einen Nachfolger einigen sollten, zeichnen sich im Tauziehen ums einflussreiche FIS-Amt Turbulenzen mit mehreren Wahlgängen ab.

Aussichtsreicher Gegner Lehmanns wird mit Johan Eliasch, 59, der britische Head-Besitzer und großzügige Brötchengeber von Lara Gut-Behrami, Vincent Kriechmayr, Matthias Mayer, Alexis Pinturault und Mathieu Favre sein. Jener Mann, der 1995 – zur Empörung des damaligen Head-Vorsitzenden und Fußball-Präsidenten Beppo Mauhart – dem Staat Österreich den in Vorarlberg produzierenden Sportkonzern um nur zehn Millionen Schilling abkaufen konnte.

Milliardär Eliasch begibt sich trotz Corona bereits per Privatjet auf Stimmenfang in Oststaaten, er startete seine Wahlwerbung in Moskau. Zumal es nicht nur Lehmann, sondern auch einen skandinavischen Kandidaten und die ehemalige FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis auszubremsen gilt. Die Britin verfügt über sehr viel Routine im Intrigen-Slalom. Sie hat allerdings erst im Oktober wegen finanzieller Ungereimtheiten beim Weltskiverband eingefädelt und sogar Kaspers Vertrauen verspielt.

Schröcksnadel wird jedenfalls selbst als Zuschauer nicht langweilig werden. Abgesehen davon, dass er auch noch einmal Weltmeister in der Renn-Klasse 80 plus werden will. Und dass der Tiroler „Senior aktiv“ einige Firmen, ganze Ski-Berge und 16 Enkelkinder hat.

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