Nach 25 Jahren im Weltcup: Der letzte Sprung von Manuel Fettner

Manuel Fettner beendet mit 40 Jahren seine Karriere. Warum dem Tiroler ein Platz in den Geschichtsbüchern des Skispringens sicher ist.
SKI NORDISCH: MÄNNER-WELTCUP ZWEITER DURCHGANG IM SKIFLIEGEN IN BAD MITTERNDORF / FETTNER (AUT)

Wenn am Wochenende beim Weltcupfinale in Planica nicht noch ein Wunder passiert, dann wird Manuel Fettner am Sonntag in den Geschichtsbüchern des Skispringens landen: Als jener Springer, der am längsten im Weltcup dabei war, ohne auch nur einen einzigen Sieg zu feiern.

Debüt mit 15

Seit 390 Wettkämpfen beehrt und bereichert der Tiroler nunmehr den Weltcup, die Skifliegen in Planica sind Fettners Abschiedsvorstellung – ein Vierteljahrhundert nachdem er 2001 als 15-jähriger Dreikäsehoch bei der Tournee aufgetaucht war und sich mit dem fünften Rang in Bischofshofen einen Namen machte.

Manuel Fettner bestritt in seiner langen Karriere bisher 390 Weltcupbewerbe

Manuel Fettner bestritt in seiner langen Karriere bisher 390 Weltcupbewerbe 

Manuel Fettner war irgendwie immer dabei, aber selten mittendrin, wenn es um die Vergabe von Medaillen und Trophäen ging. Sein Pech war, dass seine Anfangsjahre in die Ära der berühmten Superadler fielen und für den Tiroler oft kein Platz war im ÖSV-Starensemble.

Akrobatische Einlage

Deshalb dauerte es dann auch bis zur WM 2013 in Val di Fiemme, ehe die großen Schlagzeilen endlich ihm gewidmet waren. Fettner verlor damals im Teambewerb nach der Landung einen Ski, verhinderte aber artistisch einen Sturz und bescherte mit seiner Einlage der österreichischen Mannschaft Gold.

Große Genugtuung

Manuel Fettner wurde erst spät für seine Ausdauer und Zähigkeit belohnt. Immer wieder rappelte er sich auf und nahm es mit Konkurrenten auf, die immer jünger wurden.

Bei den Olympischen Spielen in Peking schlug ihm dann die große Stunde: Erst mit der Silbermedaille auf der Normalschanze, dann gab’s auch noch Gold im Teambewerb. „Cool, dass auch ich einmal an der Reihe war und erleben durfte, wie es ist, wenn man ganz vorne steht“, sagte er damals.

Manuel Fettner nimmt am Sonntag Abschied

Manuel Fettner nimmt am Sonntag Abschied

Nächste Generation

Inzwischen ist schon wieder die nächste Generation an Superadlern unterwegs. Stephan Embacher, der auf die Welt kam, als Fettner bereits mehrere Tourneen auf dem Buckel hatte, kämpft am Wochenende um die kleine Kristallkugel im Skifliegen.

Dem Senkrechtstarter aus dem Brixental gelang zuletzt in Vikersund bereits mit 20 Jahren das, wonach sich Manuel Fettner mit seinen bald 41 Jahren immer gesehnt hatte: Der erste Weltcupsieg.

Manuel Fettner nimmt’s inzwischen locker, er weiß, dass er auch als Olympiasieger und Weltmeister im Team zu den Größten seines Sports zählt. „Ich kann auch ohne Sieg in Frieden aufhören.“

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