Max Franz rast zur Bronze in der WM-Abfahrt

Max Franz verhalf Österreichs Herren zum ersten Edelmetall bei dieser WM. © Bild: APA/HELMUT FOHRINGER

Der Schweizer Beat Feuz sichert sich Gold, Silber geht an Super-G-Weltmeister Erik Guay aus Kanada.

Max Franz hat am Sonntag die erste Medaille für die ÖSV-Herren bei der Ski-WM in St. Moritz geholt. Der Kärntner fuhr auf der verkürzten Abfahrtsstrecke zu Bronze hinter dem Schweizer Sieger Beat Feuz und dem Super-G-Weltmeister Erik Guay aus Kanada. Wegen schlechter Sichtverhältnisse im oberen Teil war der Start nach unten zum Kombi-Start verlegt worden.

Franz sorgte für die insgesamt vierte österreichische Medaille in St. Moritz. Knapp zwei Stunden zuvor hatte die Tirolerin Stephanie Venier ebenfalls in der Abfahrt Silber geholt.

Die übrigen Österreicher hatten mit dem Kampf um die Medaillen nichts zu tun: Matthias Mayer, Hannes Reichelt und der als Geheimfavorit gestartete Vincent Kriechmayr verpassten die Top Ten.

Aufatmen

Franz sorgte für die erste ÖSV-WM-Medaille in der Königsdisziplin seit 2005, als Michael Walchhofer Bronze gewann. "Ich habe gewusst, ich kann gut Skifahren, ich muss nur mit Instinkt runterfahren, das ist mir gelungen", meinte der 27-Jährige. "Ich habe in den Trainings alles gemacht, was man nicht machen darf, da bleibt im Rennen nicht mehr viel übrig", ergänzte er.

ABFAHRT, DESCENTE, DOWNHILL, MAENNER, HERREN, HOMM
ABD0192_20170212 - ST. MORITZ - SCHWEIZ: Max Franz of Austria during the men downhill race at the 2017 FIS Alpine Skiing World C… © Bild: KEYSTONE/JEAN-CHRISTOPHE BOTT
"Mit dem Ski, mit dem ich heuer schnell bin, funktioniert es hier nicht. Hier geht es Schwung auf Schwung, da brauchst du mehr Taillierung", erklärte Franz, der in Gröden als "Erlöser" der Ski-Nation Österreich in Erscheinung getreten war: Nach 651 erfolglosen Tagen hatte er damals wieder für einen ÖSV-Abfahrtssieg bei den Herren gesorgt - zugleich war es sein erster Erfolg im Weltcup.

Partylöwe Feuz

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Winner Switzerland's Beat Feuz (C), second-placed Canada's Erik Guay (L) and third-placed Austria's Max Franz (R) celebrate aft… © Bild: APA/AFP/JOE KLAMAR
Auch die Schweiz hält bei vier Medaillen, nachdem Feuz den Eidgenossen die zweite Goldmedaille nach dem Coup von Wendy Holdener in der Damen-Kombination am Freitag bescherte. Die Schweizer sind damit bisher die erfolgreichste Nation bei ihren Heim-Titelkämpfen. "Jetzt wirklich zu gewinnen bei der Heim-Weltmeisterschaft, ist unglaublich", sagte Feuz, der seit vielen Jahren mit der Ex-ÖSV-Läuferin Katrin Triendl liiert ist.

"In den letzten Tagen war es fast übertrieben, was über mich in den Zeitungen stand, aber schlussendlich habe ich mich auf mein Rennen konzentriert und das hat funktioniert. Es dauert wahrscheinlich noch ein paar Stunden, bis ich das realisieren kann", sagte der "Kugelblitz" und kündigte eine Party an. "In Oberperfuss wird heute nicht jeder um acht Uhr ins Bett gehen. Meine Freundin ist aus dem Dorf und ich kenne dort die meisten Leute."

Guay freute sich über die zweite Medaille nach Gold im Super-G am Mittwoch. Nur 0,12 Sekunden lag er hinter Feuz. "Ich habe eine großartige Woche mit zwei Medaillen gehabt. Ich ziehe meinen Hut vor Feuz, er war großartig", meinte der 35-jährige Routinier, der sich vor Titelverteidiger Patrick Küng und Kjetl Jansrud platzierte, die ex aequo auf dem vierten Platz landeten.

Max FRANZ (27 Jahre)

Geboren am 1. September 1989
Wohnort: Weißbriach/Kärnten
Größe/Gewicht: 1,82 m/84 kg
Familienstand: ledig
Ski/Schuhe/Bindung: Atomic
Verein: SV Weißbriach
Hobbys: Golf
www.maxfranz.at
Größte Erfolge:
WM: Bronze Abfahrt St. Moritz 2017, 19. Abfahrt Vail/Beaver Creek 2015, 23. Abfahrt Schladming 2013
Olympia: 6. Super-G und 9. Abfahrt Sotschi 2014
Weltcup: Sieg Abfahrt Gröden 2016, jeweils Zweiter Abfahrten Lake Louise 2012 und Saalbach 2015, Dritter Super-G Kitzbühel 2014
Europacup: Abfahrts-Gesamt-Zweiter 2008/09
WM-Teilnahmen bisher: 2013, 2015, 2017

Bisherige Abfahrts-Medaillen für Österreichs Herren

GOLD (16)

  • 1932 Cortina: Gustav Lantschner
  • 1935 Mürren: Franz Ziegerle
  • 1954 Aare: Christian Pravda
  • 1956 Cortina: Toni Sailer
  • 1958 Badgastein: Toni Sailer
  • 1962 Chamonix: Karl Schranz
  • 1964 Innsbruck: Egon Zimmermann II
  • 1974 St. Moritz: David Zwilling
  • 1976 Innsbruck: Franz Klammer
  • 1978 Garmisch: Sepp Walcher
  • 1980 Lake Placid: Leonhard Stock
  • 1982 Schladming: Harti Weirather
  • 1996 Sierra Nevada: Patrick Ortlieb
  • 1999 Vail: Hermann Maier
  • 2001 St. Anton: Hannes Trinkl
  • 2003 St. Moritz: Michael Walchhofer

SILBER (7)

  • 1948 St. Moritz: Franz Gabl
  • 1952 Oslo: Othmar Schneider
  • 1954 Aare: Martin Strolz
  • 1970 Gröden: Karl Cordin
  • 1974 St. Moritz: Franz Klammer
  • 1980 Lake Placid: Peter Wirnsberger
  • 2001 St. Anton: Hermann Maier

BRONZE (11)

  • 1933 Innsbruck: Hans Hauser
  • 1950 Aspen: Egon Schöpf
  • 1952 Oslo: Christian Pravda
  • 1954 Aare: Ernst Oberaigner
  • 1956 Cortina: Anderl Molterer
  • 1962 Chamonix: Egon Zimmermann II
  • 1972 Sapporo: Heini Messner
  • 1978 Garmisch: Werner Grissmann
  • 1982 Schladming: Erwin Resch
  • 2005 Bormio: Michael Walchhofer
  • 2017 St. Moritz: Max Franz
( Agenturen , kurier.at , mod ) Erstellt am 12.02.2017