Letzte Chance: Einem Doppel-Olympiasieger droht die Zuschauerrolle
Johannes Strolz gewann 2022 in Peking zwei Mal Gold und einmal Silber, heuer droht die Zuschauerrolle
Man soll den Skiteufel ja nicht an die Wand malen, aber es wäre jetzt keine große Überraschung, würde der eine oder andere ÖSV-Slalomläufer heute am Ganslernhang einen Einfädler fabrizieren oder anderweitig vom Kurs abkommen.
Angesichts der kniffligen und herausfordernden Situation, in der sich viele Österreicher gerade befinden. Das Motto gilt: Ganslernhang, oder gar nicht!
Noch ohne Podestplatz
Der Slalom-Klassiker in Kitzbühel ist für viele im Team die letzte Chance, um es doch noch zu den Olympischen Winterspielen zu schaffen und Last Minute das vierte Ticket zu lösen.
So richtig aufgedrängt hat sich in diesem Winter eigentlich niemand – in den bisherigen sieben Saisonslaloms reichte es für das österreichische Team gerade einmal zu einem fünften Rang – aber Manuel Feller, Michael Matt und Marco Schwarz gelten als gesetzt.
Dominik Raschner kam in dieser Saison erst zwei Mal in die Wertung
Großer Kampf
Mit Dominik Raschner, Fabio Gstrein, Adrian Pertl, Johannes Strolz und Joshua Sturm darf sich ein Quintett noch Hoffnungen auf den vierten Startplatz machen. Es gibt zwar keine Ergebnis-Vorgabe der österreichischen Trainer, aber man darf davon ausgehen, dass der letzte Eindruck zählt.
Die Devise von Johannes Strolz gilt daher stellvertretend für alle ÖSV-Kandidaten: „Ich muss in Kitzbühel ’all in’ gehen.“
Laut Papierform besitzt Dominik Raschner die besten Karten, denn der erfahrene Tiroler war schon einmal Sechster (Hochgurgl).
Allerdings kam Raschner in fünf der sieben Slaloms nicht in die Wertung. „Ich hatte zu viele Ausfälle, deshalb werde ich noch ein gutes Ergebnis brauchen, damit ich bei Olympia dabei bin“, weiß der Slalomspezialist.
Raschner gibt zu, dass auch er den Qualifikationsdruck spürt. „Es ist nicht einfach, dass man sich in dieser Situation am Limit bewegt. Ich habe aber gemerkt, dass es nichts bringt, wenn ich auf Sicherheit fahre. Dann macht man nur noch mehr Fehler.“
Großer Druck
Bei seinen Teamkollegen ist es fürs Taktieren ohnehin längst zu spät. Die Auftritte im Laufe dieses Winters waren teilweise dermaßen schwach, dass es am Ganslernhang schon einen Husarenritt brauchen wird, um sich für Olympia in Erinnerung zu rufen.
Das betrifft auch Johannes Strolz, den Doppelolympiasieger von 2022. „Ich muss ’all in’ gehen, eine Leistungsexplosion ist notwendig“, sagt der Vorarlberger.
Hoffnung macht dem 33-Jährigen, dass er in seiner turbulenten Karriere schon schwierige Situationen gemeistert hat. „Wenn mir das Wasser bis zum Hals gestanden ist, habe ich bisher immer gute Leistungen bringen können. Das hat oft das Beste in mir hervorgerufen.“
Fabio Gstrein kommt in diesem Winter nicht auf Touren
Einen ähnlichen Druck verspürt auch Fabio Gstrein vor dem Rennen der letzten Chance. Der Ötztaler war als Mitglied der Topgruppe in die Saison gestartet, zuletzt ging es aber steil bergab.
„Ich hatte einen richtigen Hänger und bin nur in der Gegend herumgefahren. Das Problem ist: Sobald du es erzwingen willst, geht es überhaupt nicht mehr.“
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