Hirscher tappt im Dunkeln

Hirscher hat "perfekte Trainingstage" nötig.
Der ÖSV-Star weiß nicht so recht, wo er im Vergleich zu seinen Konkurrenten steht.

Das frühe Aufstehen hat sich für Marcel Hirscher am Dienstag nicht bezahlt gemacht. Um 3.55 Uhr kletterte Österreichs Ski-Superstar daheim in Annaberg aus dem Bett, um am Feinschliff für den in zweieinhalb Wochen in Sölden beginnenden Alpin-Winter zu arbeiten. Rund fünf Stunden später verließ Hirscher jedoch unverrichteter Dinge den Mölltaler Gletscher, starker Nebel machte ein sinnvolles Training unmöglich.

"Schön langsam heißt es 'Jeder Tag zählt'. Sechs perfekte Trainingstage wären vor Sölden schon noch gut und wichtig", meinte Hirscher, der völlig im Dunklen tappt, wo er im Vergleich zu seinen Konkurrenten wie Ted Ligety steht. "Ich spüre eine Ungewissheit, was Form und schnelle Schwünge betrifft, weil ich sie nicht so oft wie gewünscht üben kann", sagte der 24-jährige zweifache Gesamt-Weltcup-Gewinner.

Auch Benjamin Raich kann jeden Trainingstag gut brauchen. "Ich bin voll fit und habe keine Schmerzen. Aber ich habe noch einen gewissen Trainingsrückstand, das lässt sich nicht leugnen", erklärte Raich, der am 1. August einen schweren Unfall mit einem Trial-Motorrad fabriziert hatte. "Aber wenn wir in den nächsten Tagen gute Bedingungen haben, dann kann für mich in kurzer Zeit sehr viel weitergehen", erklärte der 35-jährige Routinier.

Hannes Reichelt kämpft seit einigen Wochen mit Rückenproblemen, sein Start in Sölden sollte jedoch nicht gefährdet sein. "Hannes fährt derzeit frei, es geht ihm soweit gut. Die Probleme sollten keine dramatischen Auswirkungen auf Sölden haben, er wird an den Start gehen", verkündete Herren-Cheftrainer Mathias Berthold.

Nächster Versuch

Am Mittwoch unternehmen die ÖSV-Techniker einen weiteren Versuch auf dem Mölltaler Gletscher. Kommende Woche wollen die Österreicher dann nach Sölden übersiedeln, um auf dem Weltcup-Hang zu trainieren. Dort sollen dann auch rund um den 17. Oktober die letzten ÖSV-Starttickets für die Saison-Auftakt-Riesentorläufe am 26. (Damen) und 27. Oktober (Herren) vergeben werden.

Sowohl bei den Herren als auch bei den Damen sind sieben der neun rot-weiß-roten Startplätze vergeben. Die Herren ermitteln die verbleibenden zwei Athleten laut Berthold in Qualifikationsläufen. Der neue Damen-Chefcoach Jürgen Kriechbaum ließ noch offen, ob es klassische Qualiläufe oder Zeitläufe mit anschließendem Trainerurteil geben wird.

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