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Sport | Wintersport
05/16/2019

Schweden erteilt Österreichs Team eine Lehrstunde

Das Eishockey-Team schlittert gegen den Weltmeister in ein 1:9-Debakel – am Donnerstag geht es gegen Norwegen.

Ein Eishockey-Spiel gegen einen Top-Favoriten wie Schweden kann aus österreichischer Sicht mit einer Fahrt auf der Hochschaubahn verglichen werden. Wenn man die Belastungen nicht kennt, kann es richtig übel ausgehen.

Und so war es auch am Donnerstag. Der Weltmeister kam nach nur 5:41 Minuten im Schongang zu einer 3:0-Führung. Aber nicht, weil Schweden so druckvoll spielte, sondern weil die Österreicher schlimme Fehler machten und Tormann Bernhard Starkbaum kein Rückhalt war.

Umstellungen

Nach dem ersten Drittel stand es 5:0 und es war nur noch die Frage, ob die Partie zweistellig wird. Teamchef Bader stellte wieder die Linien um, Michael Raffl durfte seine ungeliebte Spielmacherposition verlassen, weil Thomas Hundertpfund wieder in den Kader kam. Und im Tor dürfte klar sein, dass David Kickert die Entscheidungsspiele gegen Norwegen und Italien bekommen wird.

Überbewertet sollte das Ergebnis aber auch nicht werden. Die Schweden haben Spieler mit der Erfahrung von 8.344 Partien in der NHL und 431 bei Weltmeisterschaften. Stars wie Rangers-Goalie Henrik Lundqvist haben ein wesentlich höheres Jahresgehalt (7,6 Mio. Euro) als der Österreichische Eishockeyverband Jahresbudget.

„Jeder einzelne Spieler der Schweden ist ein Top-Spieler in der NHL. Dazu kommt, dass sie als Mannschaft so gut organisiert sind, dass sie ein Team wie uns nach Strich und Faden ausspielen können. Dieses Ergebnis ist ganz normal“, sagt Teamchef Roger Bader.

 

40:60-Chance gegen Norwegen

Die schwierigste Aufgabe der Österreicher war, dieses Spiel möglichst schnell zu vergessen. Denn nach dem wilden Ritt gegen die Schweden trifft Österreich am Freitag (16.15 Uhr, live ORF Sport+) auf Norwegen – ein Gegner, der zwar zu favorisieren ist, gegen den es aber durchaus Chancen gibt. Aber nur, wenn die Köpfe der Teamspieler nicht nach unten hängen. „Die Chancen stehen 40:60“, glaubt Teamchef Roger Bader.

Torschütze Michael Raffl glaubt nicht, dass seine Mitspieler nach dem Debakel niedergeschlagen sind: „Uns war schon vorher bewusst, dass Schweden nicht unser Gegner ist. Jeder, der anders denkt, ist nicht ganz klar. Wir brauchen uns nicht genieren. Gegen Norwegen müssen wir bereit sein.“ Der 0:5-Rückstand im ersten Drittel habe aber wehgetan: "Da lasst du einmal alles hängen in der Kabine. Das ist kein schönes Gefühl. Ich hasse das Verlieren noch mehr als jeder andere. Aber wir haben Moral gezeigt und sind dran geblieben. Sonst hätte es noch viel schlimmer aussehen können."

Gruppe B in Bratislava

Schweden - Österreich 9:1 (5:0,2:0,2:1).
Bratislava, Ondrej Nepela Arena, 8.386.
Tore: Landeskog (2.), Kruger (3.), Nylander (6.), Larsson (8.), A. Kempe (15.), Rasmussen (30./SH), Lindholm (34.), Ekman-Larsson (43./PP), E. Pettersson (45.) bzw. M. Raffl (48.). Strafminuten: 8 bzw. 10.
Schweden: Lundqvist - Ekman-Larsson, A. Larsson; Ekholm, Klingberg; E. Gustafsson, M. Petterson; Hagg - Nylander, Wennberg, Hornqvist; Landeskog, Lindholm, E. Petterson; Eriksson, Lander, A. Kempe; Rasmussen, Kruger, Lindblom; M. Kempe
Österreich: Starkbaum - Pallestrang, Heinrich; Schuming, Unterweger; Schlacher, Wolf; Strong - Schneider, Herburger, Th. Raffl; M. Raffl, Baumgartner, Hofer; Haudum, Rauchenwald, Zwerger; Ganahl, Hundertpfund, Cijan