Sport | Wintersport
26.11.2017

Schröcksnadel zur Causa Werdenigg: "Nie mit Klage gedroht"

Der ÖSV-Präsident spricht von einer medialen Zuspitzung. Der Skiverband erwäge keinen rechtlichen Schritte gegen Werdenigg.

Nachdem Nicola Werdenigg vor knapp einer Woche im Gespräch mit dem Standard sexuelle Übergriffe bis hin zu einer Vergewaltigung öffentlich machte und auch eine weitere Weltcupläuferin anonym über andere Fälle berichtete, meldete sich wenig später ÖSV-Präsident Peter Schröcksnadel zu Wort. In der Tiroler Tageszeitung wurde vermeldet, dass vom ÖSV ein juristisches Nachspiel wegen übler Nachrede in Betracht gezogen werde.

Wie die Presse zudem berichtete, soll Werdenigg vom ÖSV einen eingeschriebenen Brief und eine Email erhalten. Mit der Bitte, bei der Aufklärung mitzuhelfen und Namen zu nennen, um den Generalverdacht auszuräumen. Dabei wurde ihr eine Frist bis zum 30. November eingeräumt. Läuft diese ab, erhält Werdenigg erneut Post. Dann aber, so die Presse, vom Anwalt des ÖSV.

"Jeder haut auf uns hin"

Der Standard fragte erneut nach und Schröcksnadel relativierte. Er begrüße, dass Werdenigg von ihren Erlebnissen berichtet habe, Denn: "Dadurch entsteht ein Problembewusstsein, und das ist sehr positiv." Auch kein Problem habe er damit, dass "das auf dem Rücken des Skiverbands passiert". Wenn Werdenigg keine Namen nennen wolle, "versteh' ich das voll", meint Schröcksnadel.

Bei dem vermeintlichen Ultimatum soll es sich um einen "sehr freundlichen Brief" handeln, in dem Werdenigg gebeten wird, Namen zu nennen. Das Wort Ultimatum will Schröcksnadel nicht hören. "Wenn sie nicht sagt, wer den Übergriff begangen hat, können wir nichts unternehmen. Wir wollen proaktiv handeln. Wenn sich da etwas bestätigt, fliegt derjenige sofort hinaus", wird der ÖSV-Präsident im Standard zitiert. Schon Sorgen bereitet ihm hingegen, dass aktuell "jeder auf uns hin haut. Das ist nicht zu akzeptieren", verteidigt er den ÖSV.