2021 FIS Alpine World Ski Championships in Cortina d'Ampezzo

© EPA / JEAN-CHRISTOPHE BOTT

Reportage
02/07/2021

Rigorose Regeln, strenge Tests: Die Ski-WM in Zeiten von Corona

Checkpoint Cortina: Ein Lokalaugenschein aus dem WM-Ort. Die Corona-Richtlinien machen das Event zu einer Herausforderung.

von Christoph Geiler

Die letzte Hürde auf dem Weg zur Ski-WM in Cortina d’Ampezzo war von allen die mit Abstand unangenehmste. Nach mehr als einem Dutzend Corona-Antigentests, die man im Laufe dieses Winters über sich und seine Nase ergehen lassen musste, hat man einen Riecher, wer ein gutes Händchen hat, oder an wem dann doch vielleicht eher ein Metzger verloren gegangen ist.

Die Gestalt im knallgrünen Schutzanzug, die im Covid-Testcenter am Flughafen von Cortina den Leuten in der Nase herumstocherte, besaß definitiv wenig Fingerspitzengefühl. Andererseits: Wer will sich schon beschweren, solange der Ausgang negativ ist?

Chaotische Anreise

Der Covid-Test war die letzte von so vielen großen Herausforderungen auf dem Weg zu dieser WM. Wenn man jetzt gemein wäre, könnte man sagen: Es war fast einfacher, ins österreichische Damen-WM-Aufgebot zu kommen.

Und dafür war nicht nur das Schneechaos am Sonntag verantwortlich, das die Anreise zum Härtetest für Winterreifen und Nervenkostüm machte.

Vielmehr sah man sich mit Qualifikationskriterien konfrontiert, die so streng waren wie bei kaum einem anderen Großereignis. Nicht einmal anlässlich der umstrittenen Putin-Winterspiele 2014 in Sotschi waren im Vorfeld so viele Formulare auszufüllen, Tests abzugeben und Sicherheitschecks zu passieren gewesen, um dabei sein zu dürfen.

Alles wegen Corona.

Strenge Regeln

In den vergangenen Monaten hatte es in der Öffentlichkeit immer wieder Zweifel gegeben, ob die Ski-WM in Zeiten einer Pandemie überhaupt stattfinden könne. Doch die Titelkämpfe in der Sierra Nevada (1995) bleiben vorerst die einzigen, die nicht zum geplanten Zeitpunkt abgehalten wurden. Wegen Schneemangel war damals die WM um ein Jahr verschoben worden.

Diese Option bestand in Cortina nicht. Denn 2022 finden um diese Zeit die olympischen Winterspiele in Peking statt, weshalb der Weltverband FIS und die WM-Organisatoren alles unternommen haben, um diese WM heuer irgendwie durchzuboxen. Zwar ohne Zuschauer, dafür aber mit einem umso strikteren Sicherheitskonzept, dem sich alle unterwerfen müssen. Egal ob sie nun Rennläufer, Pistenarbeiter oder einer der 160 Journalisten sind, die zur WM zugelassen wurden.

Tägliche Checks

Die vorgeschriebenen drei Covid-Tests in den vergangenen Tagen waren ja erst der Anfang. Während der WM müssen alle Beteiligten jeden Tag in der Früh ein digitales Gesundheitsprotokoll ausfüllen. Haben Sie Fieber, verspüren Sie verdächtige Symptome, etc.. Wer drauf hustet, dem wird die Akkreditierung entzogen.

Alle 72 Stunden muss ein neuer negativer Covid-Test vorgelegt werden. Das ständige Tragen von FFP2-Masken ist sowieso Pflicht, und damit die Mindestabstände eingehalten werden, erhielt jeder Journalist einen digitalen Abstandsmesser, der sofort Alarm schlägt, wenn man im Pressezentrum jemandem zu nahe kommt.

Es empfiehlt sich, trotz aller Widrigkeiten kühlen Kopf zu bewahren. Denn während der WM wird auch jeden Tag Fieber gemessen. Übersteigt das Thermometer 37,5 Grad, dann wird einem der Zutritt zu Piste und Zielstadion verweigert.

Ganz egal, wie prominent man ist und wie heiß man auch laufen mag.

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