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Sport Wintersport
04/20/2021

Schröcksnadels letzter Wille: Warum Götschl wohl ÖSV-Präsidentin wird

Peter Schröcksnadel forciert die ehemalige Speed-Queen Renate Götschl. Sie wird sich wohl gegen Michael Walchhofer durchsetzen.

von Wolfgang Winheim

Beide sind Jahrgang 1975, beide holten WM-Gold. Jetzt streben beide die Nachfolge von Peter Schröcksnadel, 79, an. Renate Götschl und Michael Walchhofer wollen das Präsidenten-Amt des erfolgreichsten österreichischen Sportverbandes übernehmen. Obwohl Ex-Abfahrtsweltmeister Walchhofer Hotelier, Master of Business und ÖSV-Vize ist, deutet viel daraufhin, dass mit Renate Götschl erstmals in der Geschichte des Skiverbandes eine Frau die höchste Funktion einnehmen wird.

Götschl hat sich als Nachwuchsbetreuerin im steirischen Verband verdient gemacht. Auch sammelte sie selbst nach Karriereende (2009) Erfahrung mit Journalisten. Zumal ihr Mann und Vater der gemeinsamen beiden Töchter (beim ORF Steiermark) selbst einer ist.

SKI ALPIN/WM: EMPFANG FÜR WELTMEISTERIN NICI SCHMIDHOFER - SCHMIDHOFER / GÖTSCHL

Im Gegensatz zur Kandidatur vom Salzburger Walchhofer ist jene der Steirerin Götschl erst seit Sonntag offiziell. Schröcksnadel weiß davon freilich schon länger, hat doch der scheidende Langzeit-Boss spätestens nach der Absage des Kitzbühler Ski-Club-Präsidenten Michael Huber seine bewährten Hände im Nachfolgespiel.

G’machtes Bett

Für den künftigen Präsidenten, sagte Schröcksnadel wiederholt, sei gesorgt, dass sich der in ein g’machtes Bett legen kann. Das stünde jetzt für Götschl bereit, die in erster Linie (zumal wirtschaftlich noch lernfähig) für Repräsentationsaufgaben vorgesehen ist. Allein schon wegen der geografischen Distanz zum Innsbrucker ÖSV-Hauptquartier wird die im steirischen Spielberg mit Familie lebende Götschl Tiroler Rat und Hilfe benötigen. Und diese von Schröcksnadel bekommen. Denn als Vorsitzender des ÖSV-Weisenrates tritt er nicht zurück.

SKI ALPIN: ABFAHRT DER HERREN IN SAALBACH-HINTERGLEMM /WALCHHOFER / SCHRÖCKSNADEL

Noch gibt Walchhofer nicht auf. Noch ist man im Salzburger Verband wenig begeistert, dass ihr Kandidat eine von den Verbänden Steiermark, Tirol, Vorarlberg, Tirol, Wien forcierte prominente Konkurrentin bekommen hat. Noch will Schröcksnadel vermeiden, dass es im Juni zu einer Kampfabstimmung, zu einem Duell Sie gegen Er kommen wird.

Warum der Senioren-Weltmeister Schröcksnadel einer Ex-Weltmeisterin den Vorzug gegenüber einem Ex-Weltmeister geben wird, scheint klar zu sein.

1.) Täte die Bestellung einer Frau zur Präsidentin dem Image des ÖSV nur gut, würde man doch den Kritikern, die ihm Macho-Gehaben nachsagen, die richtige Antwort geben.

2.) Kann Frauenfreund Schröcksnadel (er bewährte sich in den Fällen Anna Veith und Katharina Liensberger als Streitschlichter) damit weiterhin im Hintergrund die Fäden ziehen. Darauf hofft man auch beim Internationalen Skiverband, wo man auf das Knowhow des Tirolers nicht verzichten will.

Bei der FIS wird im Juni, weil Gianfranco Kasper abtritt, ebenfalls ein neuer Präsident gewählt. Und ebenfalls bewirbt sich eine Frau. Allerdings hat die Britin Sarah Lewis bei der FIS im Gegensatz zu Götschl beim ÖSV Außenseiterchancen.

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