Olympia-Premiere der Team-Kombi: Das ist der ÖSV-Plan gegen die Schweiz
Vincent Kriechmayr und Manuel Feller sind das aussichtsreichste ÖSV-Team
Dürften die österreichischen Ski-Trainer ein eigenes Wettkampfformat entwickeln, es würde wohl nicht die Team-Kombi in ihrer aktuellen Form herauskommen.
Denn dabei werden genau jene beiden Disziplinen kombiniert, in denen sich die Österreicher in diesem Winter am schwersten tun: Die Abfahrt und der Slalom (jeweils nur ein ÖSV-Podestplatz).
„Grundsätzlich bin ich ja ein großer Fan des Bewerbs. Es stehen die Besten in der Abfahrt und im Super-G am Start, und von der Spannung ist es gewaltig“, sagt Vincent Kriechmayr. Diese Einschätzung schreit freilich nach einem Aber. „Aber letztes Jahr war es leider nicht so spannend, weil die Schweizer so abgeräumt haben.“
Bei der Ski-WM in Saalbach-Hinterglemm feierten die Schweizer in der Team-Kombi einen Dreifachsieg
Tatsächlich war damals die Premiere der Teamkombi zu Innerschweizer Meisterschaften verkommen: Gold, Silber und Bronze gingen vor einem Jahr an die überragenden eidgenössischen Abfahrer und Slalomläufer.
Außenseiter
Es ist jetzt keine steile These, dass auch bei Olympia der Sieg (10.30 Abfahrt, 14 Slalom) über die Schweizer führen wird.
Mit Olympiasieger Franjo von Allmen, Marco Odermatt (4.) und Alexis Monney (5.) werden drei bärenstarke Abfahrer ins Medaillenrennen geschickt, dazu kommen Slalom-Kapazunder wie Weltmeister Loic Meillard oder Tanguy Nef.
Die österreichische Antwort auf die Schweizer Übermacht lautet Vincent Kriechmayr und Manuel Feller.
Herren-Cheftrainer Marko Pfeifer hat die beiden Routiniers zusammengespannt, die schon in jungen Jahren gemeinsame Sache gemacht haben. „Wir waren früher sogar Zimmerkollegen. Damals ist Vincent Kriechmayr noch Slalom gefahren“, erinnert sich Manuel Feller.
Daniel Hemetsberger und Marco Schwarz machen gemeinsame Sache
Laut Papierform ist das Duo Kriechmayr/Feller mehr als nur ein Außenseiter: Beide standen in diesem Winter bereits am Podium, Kriechmayr sorgte in Wengen für den einzigen ÖSV-Stockerlplatz in der Abfahrt, Feller gewann den Slalom in Kitzbühel.
„Wir gehören sicher zum erweiterten Kreis der Anwärter“, weiß Slalomspezialist Manuel Feller.
Sorgen bereitet dem 33-jährigen Tiroler der Slalomhang in Bormio. So herausfordernd die anspruchsvolle Stelvio für die Abfahrer ist – viele halten sie gar für die schwierigste Abfahrt im Weltcup – so „fad“ sind die flachen Passagen im untersten Streckenteil für die Slalomspezialisten.
„Das ist das schwierigste Rennen im ganzen Jahr, um schnell zu sein“, erklärt Feller. „Es ist flach, da attackieren alle, du kannst keine Zeit herausholen.“
Wundertüte
Deshalb ist bei Olympia der Kreis der Medaillenanwärter auch deutlich größer als vor einem Jahr bei der WM in Saalbach-Hinterglemm. „Dieser Bewerb ist eine große Wundertüte“, meint denn auch Fabio Gstrein, der mit Stefan Babinsky ein Team bilden wird. Dazu kommen Raphael Haaser und Michael Matt sowie Daniel Hemetsberger und Marco Schwarz.
„Das ist ein Bewerb, in dem viel passieren kann. Mit etwas Glück können auch wir eine Rolle spielen“, versichert Schwarz.
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