Gold, Sturz, Skandal: Das sind die größten Stars der Winterspiele 2026
Wer sind die Stars der Olympischen Spiele von Milano/Cortina 2026? Müssen das zwangsläufig jene Sportler sein, die die meisten Goldmedaillen gewonnen haben? Oder haben Leistungen anderer Athleten nicht einen ähnlichen Glanz?
Der KURIER präsentiert Stars, die allesamt bei diesen Winterspielen im Rampenlicht standen. Sei es, weil sie wie Lindsey Vonn vor einem Millionenpublikum gestürzt sind oder weil ihnen die Teilnahme an Olympia verweigert wurde, wie es zum Beispiel beim ukrainischen Skeletonpiloten Wladislaw Heraskjewitsch der Fall war.
Manche Stars haben es nicht in die Ergebnislisten geschafft, obwohl es von ihnen sogar ein Zielfoto gibt. Der aufgeweckte Hund, der beim Langlaufsprintrennen über die Zielgerade in Tesero gehirscht war, ist inzwischen auf Social Media eine Berühmtheit.
Fotofinish: Der Hund als Sieger der Herzen
Flock & Hämmerle in Verona
Die großen österreichischen Stars dieser Spiele in Mailand-Cortina kamen aus Sportarten, die normalerweise nicht so im Fokus der Öffentlichkeit stehen: Die ÖSV-Snowboarder stahlen den Skifahrern die Show und stellten mit Benjamin Karl (Parallel-Riesentorlauf) und Alessandro Hämmerle (Snowboardcross) auch zwei Olympiasieger, die bereits 2022 in Peking Gold abgeräumt hatten. Alessandro Hämmerle wird deshalb eine große Ehre zuteil. Zusammen mit Skeleton-Olympiasiegerin Janine Flock wird der Vorarlberger am Sonntag in der Arena Verona bei der Schlussfeier als Fahnenträger fungieren.
Stars, Sternschnuppen und eine tragische Heldin
Federica Brignone gewann zweimal Gold
Federica Brignone: Der Nationalstar
Vor zehn Monaten musste sie erst wieder gehen lernen. Ob Federica Brignone je wieder Skirennen fahren würde, war vollkommen unklar nach ihrer schweren Verletzung. Doch Heim-Olympia spornte die 35-Jährige an. Die „Tigerin“ biss die Zähne zusammen, kämpfte sich zurück – und gewann sensationell zweimal Gold. Hymne, Jets, Fotostrecken in den größten Zeitungen. Ganz Italien war außer sich.
OP-Marathon für Lindsey Vonn
Lindsey Vonn: Der gefallene Star
Es hätten ihre Spiele werden sollen – mit Gold auf „ihrer“ Tofana. Ein Doku-Team stand bereit, um den Moment festzuhalten. Doch es sollte anders kommen: Lindsey Vonn stürzte und landete schwer verletzt in der Klinik. Gestern meldete sie sich nach einer neuerlichen – sechsstündigen – OP: „Es fällt mir schwer, mit dem Schmerz umzugehen.“
Fünfmal Gold für Johannes Hösflot Kläbo
Johannes Hösflot Kläbo: Der sportliche Star
Mit 10 Goldmedaillen ist der 29-jährige Johannes Hösflot Kläbo der historisch erfolgreichste Winterolympionike. Die Hälfte seiner Olympiasiege hat der Norweger heuer eingeheimst, damit zog er mit Eric Heiden gleich, der 1980 fünfmal Gold gewann. Heute hat Kläbo noch eine Chance auf Edelmetall. Er sagt: „Ich blicke nur von Rennen zu Rennen.“
Sophia Kirkby suchte ein Valentinstags-Date - und fand Hunderte
Sophia Kirkby: Der Dating-Star
Die Medaillenambitionen hatte die US-Rodlerin Sophia Kirkby rasch auf Eis gelegt, vielmehr verfolgte Kirkby ganz andere Ziele: Sie wolle die „begehrteste Junggesellin“ des olympischen Dorfs werden, erklärte die 24-Jährige und bat um viele Dates. „Ich habe jeden Tag Hunderte Anfragen bekommen“, sagte die 24-Jährige. Die Zahl ihrer Follower auf Instagram stieg während der Spiele von 3.000 auf 47.500.
Franjo von Allmen holte dreimal Gold - und blieb entspannt
Franjo von Allmen: Der unbeschwerte Star
Gold in der Abfahrt, Gold im Super-G, Gold in der Team-Kombi: Der Schweizer Franjo von Allmen reiste mit Übergepäck von diesen Winterspielen ab und war der Superstar der Skibewerbe in Bormio. Mit seiner unbeschwerten Art eroberte Von Allmen nicht nur die Fanherzen, er zog auch seinem Teamkollegen Marco Odermatt den Nerv. Der 24-Jährige ist erst der dritte Skiläufer, der bei Olympia drei Mal Gold holte.
Wladislaw Heraskjewitsch fand, dass es Wichtigeres gibt als Olympia
Wladislaw Heraskjewitsch: Der ausgeschlossene Star
Bis zu diesen Spielen konnten mit dem Namen Wladislaw Heraskjewitsch nur Skeleton-Insider etwas anfangen. Heute ist der Ukrainer weit über den Eiskanal hinaus ein Begriff. Heraskjewitsch wurde von Olympia ausgeschlossen, weil er auf seinem Helm an ukrainische Sportler erinnerte, die im Krieg von Russen getötet wurden. Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj verlieh ihm den Orden der Freiheit.
Julia Simon hatte ihre Kolleginnen hintergangen
Julia Simon: Der verschmähte Star
Eigentlich müsste es für die Biathletin Salutschüsse und Ehrensalven geben. Immerhin traf Julia Simon bei diesen Spielen voll ins Schwarze und holte drei Mal Gold (Mixed, Staffel, Einzel). Simons persönliches Schützenfest löste in Frankreich aber keine Begeisterungsstürme aus. In ihrer Heimat ist die 29-Jährige bei vielen unten durch, seit sie mit der Kreditkarte einer Teamkollegin auf Shoppingtour gegangen war.
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