Der Durchbruch: 2019 fuhr Liensberger erstmals auf das Podest. 

© APA/EXPA/JOHANN GRODER

Sport Wintersport
01/14/2020

Eine Österreicherin macht Jagd auf das dynamische Duo

Katharina Liensberger hat sich als Nummer drei im Damen-Slalom etabliert. Am Dienstag zeigt sie sich im Flutlicht von Flachau.

von Stefan Sigwarth

Siebente, Sechste, Vierte, Dritte – die Leistungskurve von Katharina Liensberger zeigt vor dem Nachtslalom in Flachau am Dienstag (18 Uhr/20.45 Uhr/live ORF 1) konstant nach oben. Und wäre da nicht dieses famose Duo, das sich seit geraumer Zeit um die Siege duelliert, die 22-jährige Vorarlbergerin wäre wohl längst selbst ganz oben gestanden. Doch Mikaela Shiffrin aus den USA und die Slowakin Petra Vlhova haben in ihrem Zweikampf inzwischen ein Niveau erreicht, das beim Rest der Welt stets aufs Neue für Staunen sorgt.

Am 10. Jänner 2017 wurde letztmals jemand anders als die beiden 24-Jährigen gefeiert: die Schwedin Frida Hansdotter, die nach ihrem Olympiasieg 2018 in die Skipension abgebogen ist. 25 Rennen sind seither verstrichen, fünf hat sich Vlhova geholt, 20 gingen an Shiffrin, die jedoch zuletzt in Zagreb so richtig etwas zum Grübeln bekommen hat.

Zuvor war die Slowakin nie mehr als 0,25 Sekunden vor der Amerikanerin gelegen, die 1,31 Sekunden am Sljeme haben dann doch genagt. Shiffrin legte eine Pause ein, verzichtete auf die Abfahrt in Altenmarkt-Zauchensee – und schied in der Kombination am Sonntag ebenso aus wie ihre Rivalin.

Der Blick geht nach vorn

Katharina Liensberger ist von den Platzierungen her an den Besten dran. Von den zeitlichen Abständen her aber gibt es viel zu tun. 3,49 Sekunden lag sie in Zagreb hinter Siegerin Vlhova, nachdem es in Lienz noch 1,88 Sekunden auf Siegerin Shiffrin waren.

Petra und Mikaela zeigen uns, was alles möglich ist“, sagt Liensberger, „die Abstände zeigen natürlich auch, was sie besser machen und sind eine Herausforderung. Aber ich liebe Herausforderungen.“Generell sieht sie die lufende Saison „sehr positiv, gerade nach all dem, was zuvor passiert ist“. Der Materialstreit um ihren missglückten Wechsel zu Kästle und die Rückkehr zu Rossignol haben viel Trainingszeit gekostet, „es war eine tragische Situation. Dass es nun trotzdem so läuft, war nicht zu erwarten. Aber es hat mich stärker gemacht.“

Debütantin

174.000 Euro Preisgeld werden in Flachau ausgeschüttet, das höchste bei den Damen auch wieder in diesem Winter; gut 70.000 Euro erhält die Siegerin. Und die Fans werden auch zur zehnten Auflage wieder strömen – 2019 waren es 13.400.

Eine 18-jährige Vorarlbergerin gibt am Dienstag ihr Weltcup-Debüt: Magdalena Egger, 2019 bei den Europäischen Olympischen Jugendspielen in Sarajevo mit Gold in Slalom und Riesentorlauf veredelt. „Damit ich mich für den zweiten Lauf qualifiziere, muss viel zusammenpassen“, sagt Egger, die erst im November ihr Debüt im Europacup gegeben hat und im Mai maturieren wird.

Die Beste wird gefordert und fordert selbst

24  Jahre jung, 64 Weltcupsiege auf dem Konto und im laufenden Winter auch schon wieder mehr Preisgeld verdient als jeder andere Ski-Mensch, nämlich 224.944 Euro: Mikaela Shiffrin setzt nach wie vor Maßstäbe. Auch wenn die Amerikanerin in den letzten beiden Rennen einige Hausübungen bekommen hatte.

Erst der für ihre Verhältnisse gewaltige Rückstand auf Siegerin Petra Vlhova in Zagreb, dann der Ausfall im Kombi-Super-G von Altenmarkt-Zauchensee – die überragende Athletin der letzten Jahre sah sich nur darin bestätigt, was sie immer sagt. 

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Nämlich a) dass es auch andere hochbegabte Damen im Skizirkus gibt; b) sie jeden Tag aufs Neue lernen und sich weiterentwickeln muss; und c) dass ihre Suche nach dem perfekten Schwung das einzig Wichtige für sie ist.

Das Hoppala von Zauchensee war ein rares – letztmals war sie zuvor am 28. Jänner 2018 in Lenzerheide nicht ins Ziel gekommen. „Es war kein aufregender Sturz, aber für mich passt das schon“, sagte Shiffrin in gewohnt guter Laune. Und von der Rivalität mit Petra Vlhova profitierten ja beide: „Wir pushen uns gegenseitig immer weiter und höher.“ 

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