König der Lüfte: Stefan Kraft

© APA/ROLAND SCHLAGER

WM-Bilanz
03/06/2017

Nordische-WM-Bilanz: Kraft-Akte und viele Lauf-Wunder

Doppelweltmeister Stefan Kraft und Langläuferin Teresa Stadlober verdienten sich Höchstnoten.

von Christoph Geiler

Näkemiin Lahti, Servus Seefeld. Die Nordische WM in Finnland ist Geschichte, in zwei Jahren gehen die Springer, Kombinierer und Langläufer dann in Tirol auf Medaillenjagd. Der ÖSV blickt mit seinen fünf Medaillen auf das viertbeste Großereignis der Geschichte zurück. Was und wer bleiben von Lahti 2017 in Erinnerung, wer fiel positiv auf – und wer vielleicht durch?

Positiv:

Stefan Kraft Mit seinen 23 Jahren darf sich der Pongauer schon zu den größten Skispringern aller Zeiten zählen. Doppel-Weltmeister kommen im Skispringen ungefähr so häufig vor wie Wettkämpfe bei Windstille. In Österreich ist Kraft überhaupt der erste Springer, dem dieses Kunststück gelang. Mit insgesamt vier Medaillen verdiente sich Kraft in Lahti die Titel: König der Lüfte, und Preisgeld-Champ (61.800 Euro). Und der Erfolgshunger ist damit noch lange nicht gestillt. Im Weltcup liegt Kraft vor den letzten sechs Bewerben nur 60 Zähler hinter dem Polen Kamil Stoch.

Marit Björgen Man würde gerne wissen, wo die Norwegerin all ihre Medaillen aufbewahrt. Ein Trophäenzimmer reicht nicht mehr aus für all das edle Metall, das die 36-Jährige in ihrer Karriere bereits gesammelt hat. In Lahti gewann Björgen gleich vier Mal Gold, mit insgesamt 18 WM-Titeln ist die Mutter somit die erfolgreichste Langläuferin der Geschichte.

Johannes Rydzek Was Björgen im Langlauf, das war Rydzek in der Kombination: einfach unschlagbar. Rydzek und Gold – das war die Erfolgskombination von Lahti, mit vier Siegen in vier WM-Rennen schrieb der 25-jährige Deutsche Kombinierer-Geschichte.
Teresa StadloberMan darf sich jetzt schon auf die WM 2019 in Seefeld freuen. Dann wenn Teresa Stadlober Heimvorteil genießt und – sofern sie ihren Aufwärtstrend fortsetzt und von Verletzungen verschont bleibt – um Medaillen kämpfen wird. Mit den Rängen 6,8 und 12 lief die 24-Jährige zur Hochform auf und etablierte sich als österreichische Solistin im Konzert der Großen.

Alois Stadlober Der Steirer versteht es, mit fundierten Analysen und trockenem Humor die Langlaufübertragungen kurzweilig zu gestalten. Und besonders unterhaltsam wird’s, wenn der ORF-Experte die Rennen seiner Tochter ("pass auf, Teri-Maus!") kommentiert.

Negativ:

Blech Die ÖSV-Kombinierer erlebten in Lahti eine kleine Blech-Strähne. Im Einzelbewerb auf der Großschanze und im Team-Sprint waren die Medaillen in Griffweite, in beiden Rennen reichte es am Ende nur zum vierten Rang. Immerhin entschädigte Staffel-Bronze für die Enttäuschungen.

Adrian SolanoNatürlich war es lustig anzusehen, wie sich der Mann aus Venezuela über die Loipe gequält hat. Bei allem Klamauk und Unterhaltungswert – Leute, die in ihrem Leben zuvor noch nie auf Langlauf-Skiern gestanden sind und den Schnee nur vom Hörensagen kennen, haben bei einer WM nichts verloren.

Sara Takanashi Seit Jahren dominiert die japanische Skispringerin den Weltcup nach Belieben. Aber wehe, es wird um Medaillen gesprungen, dann sind die Sicherheit und das Selbstvertrauen plötzlich wie verflogen. Auch in Lahti wurden der 53-fachen Weltcupsiegerin wieder die Flügel gestutzt. Die erste Goldmedaille lässt weiter auf sich warten.

Überrundungen Im Team-Sprint der Kombinierer griff ein Russe unfreiwillig und unnötig in den Kampf um Gold ein. Der überrundete Athlet stand dem Spitzen-Duo in der Zielkurve im Weg.

ÖSV-Langlaufstaffel Bereits zum fünften Mal in Folge fanden sich keine vier Männer, die eine Staffel laufen können. Ein Armutszeugnis und Alarmsignal zwei Jahre vor einer Heim-WM.

Lahti 2017

GOLD SILBER BRONZE GESAMT
1. Norwegen 7 6 5 18
2. Deutschland 6 3 2 11
3. Russland 2 4 0 6
4. ÖSTERREICH 2 1 2 5
5. Finnland 1 1 3 5
6. Italien 1 1 0 2
7. Polen 1 0 1 2
8. Kanada 1 0 0 1
9. Japan 0 2 3 5
10. Schweden 0 2 2 4
11. USA 0 1 2 3
12. Frankreich 0 0 1 1

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