Alpine Skiing: Lake Louise Audi FIS Ski World Cup Women's Event

© USA TODAY Sports / Eric Bolte

Sport Wintersport
12/03/2021

Lake Louise: Überlegener Sieg für Goggia, ÖSV-Ass Puchner Dritte

Der italienische Abfahrtsstar war eine Klasse für sich, Puchner jubelte ebenso. Schmidhofer feierte ihr Comeback.

Schnee und Regen, zwei abgesagte Trainings – Lake Louise meinte es heuer noch nicht allzu gut mit den schnellen Frauen. Am Freitag aber schien ihnen endlich die Sonne im kanadischen Nationalpark, und so stand der ersten Saisonabfahrt nichts mehr im Wege.

Eine Rückkehr war es für die Steirerin Nicole Schmidhofer, die bereits drei Cowboyhüte aus der Skistation in Alberta ihr eigen nennt, und somit war es vertrautes und positiv besetztes Gelände, auf dem sie ihr Comeback gab. In Val-d’Isère hatte sich Schmidhofer vor gut elf Monaten ihr linkes Knie zerstört, und es war lange nicht klar, ob sie überhaupt wieder würde laufen können, auch eine etwaige Amputation war kurz ein Thema.

Alpine Skiing: Lake Louise Audi FIS Ski World Cup Women's Event

Doch die Ärzte in Graz schafften das unmöglich Scheinende – und am Freitag stand die Super-G-Weltmeisterin von 2017 tatsächlich am Start. 4,62 Sekunden handelte sich die 32-Jährige aus dem Lachtal ein, damit verpasste sie als 35. die Punkteränge. Aber darum ging es an diesem Tag gar nicht. Sondern um die Bestätigung, dass das sanierte Knie die Belastungen aushält und darum, dass es Nicole Schmidhofer wieder einmal allen gezeigt hatte: Comeback statt Karriereende.

"Ich hatte schon drei, vier Kurven, in denen hab’ ich sicher zwei Sekunden verloren. Aber wenn ich mal öfter auf den langen Skiern stehe, wird das schon besser werden. Es war jedenfalls ein guter Schritt nach vorn für mich. Und an der Abstimmung ist auch noch ein bissl was zu tun", sagte Schmidhofer mit einem Strahlen im Gesicht.

Überragende Goggia

Da war das Rennen freilich längst entschieden. Sofia Goggia setzte um, was sie im Interview mit dem KURIER angekündigt hatte, und komplettierte ihr Dreierlei aus Siegesprämien: Zur Kuh aus Val-d’Isère und der Kuhglocke aus Crans-Montana hat die Italienerin mit einer famosen Fahrt den Cowboyhut aus Lake Louise geholt.

1,47 Sekunden legte die Bergamaskerin zwischen sich und die zweitplatzierte Breezy Johnson aus den USA (deren Mutter in Lake Louise übrigens als Freiwillige an der letzten Zwischenzeit im Einsatz ist), neben der frühen Startnummer 4 waren auch der Willen, das Können und die Risikobereitschaft ausschlaggebend für ihren saisonübergreifend fünften Sieg in Serie.

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Dazwischen lagen ein Schienbeinkopfbruch, eine verpasste Heim-WM und der Gewinn der kleinen Kristallkugel für den Abfahrtsweltcup. Die 1,47 Sekunden sind der größte Vorsprung seit dem 6. Februar 2016, als US-Star Lindsey Vonn in Garmisch-Partenkirchen der Schweizerin Fabienne Suter 1,51 Sekunden aufgebrummt hat.

"Ich hatte nicht erwartet, hier zu gewinnen, hier können normalerweise zehn Mädchen gewinnen", sagte Goggia, "hier gibt es so viele Stellen, an denen man Fehler machen kann. Deswegen habe ich auch gar nicht so viel riskiert." Was für die Italienerin in konservierter Höchstform freilich nachvollziehbar ist. Und für die Konkurrenz brutal.

Welche Rolle niedrige Startnummern spielten, zeigte Mikaela Shiffrin: Die Wonder Woman aus den USA ging als 31. ins Rennen und beendete es mit 3,60 Sekunden Rückstand auf Platz 26.

Puchner zeigt auf

Mirjam Puchner startete mit einem Erfolgserlebnis in die Saison, die Salzburgerin holte als Dritte (+1,54 Sekunden) ihren insgesamt dritten Podestplatz. Zwei Mal hat sie gewonnen, Dritte war sie noch nie. "Sofia ist in einer eigenen Welt gefahren. Das Feld ist heute in zwei Teile geteilt", sagte Puchner.

Mit 1,96 Sekunden Rückstand landete auch Ramona Siebenhofer als Vierte einen Erfolg. Ihre steirische Landsfrau Cornelia Hütter überraschte nach rund zweieinhalb Jahren Verletzungspause als Siebente (+2,15), Tamara Tippler komplettierte als Elfte (+2,34) ein sehr ordentliches Teamergebnis, zu dem Christine Scheyer Platz 15 beisteuerte (+2,68).

Einmal mehr nicht wirklich in Schwung kam hingegen Stephanie Venier, die Vizeweltmeisterin von 2017 handelte sich 2,74 Sekunden ein – Platz 17. Ihre Tiroler Kolleginnen Ricarda Haaser  und Christina Ager kassierten gar 3,88 und 5,30 Sekunden (30. bzw. 42.), Nadine Fest 3,36 Sekunden (25.) und Vanessa Nussbaumer lag 5,09 Sekunden zurück (39.). Am Samstag folgt die zweite Abfahrt, Start ist um 20.30 Uhr MEZ.

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