Im Eishockey Play-Off-Finale (best of seven) spielen am Dienstag, den 12. April 2005, in Wien die Vienna Capitals gegen den Klagenfurter AC. Im Bild Dieter Kalt mit dem Meisterpokal, rechts Sponsor Andreas Treichl. REUTERS/Stringer/Herbert Neubauer REUTERS

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Eishockey-Finale
03/30/2013

Kalt peilt neunten Meistertitel an

Nach acht Titeln als Spieler will Dieter Kalt seinen neunten als Co-Trainer des KAC gewinnen.

von Peter Karlik

Tiefe Augenringe, das Gesicht zugewachsen von einem Play-off-Bart, aber glücklich und euphorisch. So haben die Wiener Eishockey-Fans Dieter Kalt in Erinnerung, als er am 12. April 2005 den Meisterpokal von seinem Vater, Verbandspräsident Dieter Kalt senior, überreicht bekam.

Kapitän Kalt war mit seinem Siegeswillen einer der Hauptgründe für die perfekte Saison der Capitals. Er war die Führungsfigur in der Kabine und er wusste auf dem Eis, was zu tun war. Oft rüttelte er seine Kollegen einfach nur durch einen harten Check gegen einen Gegner auf und sorgte so für eine Wende in einem Spiel.

Acht Jahre später ist der 38-Jährige wieder einer der Hauptdarsteller im Finale der Erste-Bank-Liga. Nicht mehr als Spieler, sondern als Co-Trainer von Christer Olsson beim KAC.

Und auch in dieser Funktion hat Kalt einen sehr positiven Einfluss auf sein Team. Denn seit Christer Olsson und er den KAC im Jänner übernommen haben, sind die Klagenfurter von einem Team, das phasenweise nicht einmal in den Top 6 war, zu einer Mannschaft gereift, die dem Titel-Favoriten aus Wien im Finale Probleme bereitet.

Der Trainereffekt

Kalts Erklärung für den Aufschwung nach der Ablöse von Christian Weber als Headcoach ist einfach: „Es hat sehr viel negative Energien gegeben. Außerdem war es wichtig, dass der Klub die ständigen Diskussionen um den Trainer beendet, egal, in welche Richtung.“

In der vergangenen Saison war Kalt als Stürmer mit dem KAC im Finale gestanden – gegen Linz waren die Klagenfurter chancenlos. Das soll heuer nicht passieren: „Wir haben die Schnauze voll von Platz zwei. “

Kein Wunder. Zuletzt gingen zwei Finalserien verloren. Ein ungewohntes Gefühl für einen Siegertypen wie Kalt. Die legendäre Nummer 74 wurde mit dem KAC (2), Mannheim (2), Färjestad (Sd), den Capitals und Salzburg (2) acht Mal Meister.

Was ihn als Trainer ausmacht, erklärt sein Vater: „Er war immer schon der verlängerte Arm des Trainers auf dem Eis. Er spricht sehr viel mit den Spielern. Und sein Vorteil ist, dass er sich auf Schwedisch mit Christer Olsson unterhalten kann und es keine Kommunikationsprobleme gibt.“

Kalt junior gehört somit zur ersten Generation an Ex-Spielern seit Kurt Harand, die wieder dem Eishockey als Trainer erhalten bleiben. Auch Philippe Horsky machte sich bei den Capitals schon einen guten Ruf. „Es ist für das österreichische Eishockey so wichtig, dass wir endlich wieder eigene Trainer bekommen“, sagt Kalt senior.

Kapitän Koch ist beim KAC an Board

Aufatmen beim KAC, der Kapitän ist wieder an Bord: Thomas Koch, beim ersten Spiel wegen einer Rippenverletzung nur TV-Konsument, führt am Sonntag (17.45 Uhr) die erste Linie an. Zu Hause hat der Rekordmeister elf Spiele in Serie gewonnen, maximal zwei Tore kassiert. Das gibt natürlich Selbstvertrauen. Aber Coach Olsson warnt: „Wien wird sich steigern, daher sind auch wir gefordert.“ René Swette sieht es genau so: „Wir müssen am Boden bleiben.“

Die Caps dürfen keinen freundlichen Empfang erwarten: Die KAC-Fans sind sauer, weil ihnen in Wien nicht nur – wie angekündigt – Fahnen abgenommen wurden, sondern sie auch Essen und Trinken nicht mit auf die Tribüne nehmen durften. Bei den Wienern steht das Comeback von Kapitän Benoit Gratton nach seiner sechswöchigen Knieverletzung bevor. Ob er am Sonntag oder am Dienstag spielen wird, entscheidet Coach Samuelsson kurzfristig.

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