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Sport Wintersport
10/12/2020

Der Ski-Weltcup in Coronazeiten: Das erwartet heuer die Fans

Am Wochenende blickt die Sportwelt mit Spannung nach Sölden. Die ersten Skirennen sind in Corona-Zeiten richtungsweisend für den gesamten Winter

von Christoph Geiler

Am Wochenende beginnt in Sölden mit zwei Riesentorläufen der neue Weltcup-Winter, der Skiverbände, Veranstalter und Athleten gleichermaßen vor enorme Herausforderungen stellt. Das Coronavirus wirbelt den Rennkalender gehörig durcheinander, macht spezielle Sicherheitsmaßnahmen notwendig und sperrt vielerorts die Zuschauer aus. „Das wird eine etwas andere Saison“, weiß ÖSV-Slalom-Ass Michael Matt.

Was kommt auf die Rennläufer und die Skifans zu?

Der Saisonstart

Am Wochenende rückt Sölden noch mehr in den Fokus als sonst. Denn die ersten Skirennen dieser Saison im Ötztal dienen als Blaupause für den gesamten Wintersport in Corona-Zeiten. Funktionieren die neuen Abläufe? Greifen die Sicherheitskonzepte? „Es geht darum, zu zeigen, wie die heurige Saison unter diesen Vorzeichen funktionieren kann“, sagt Christian Scherer, der neue Generalsekretär des ÖSV.

Die Vorkehrungen

Normalerweise fällt der Weltcup-Auftakt in Sölden mit dem offiziellen Saison-Opening zusammen. Heuer wurden die Rennen extra um eine Woche vorverlegt, sodass sich in Sölden ausschließlich akkreditierte Athleten, Betreuer, Offizielle und Journalisten aufhalten werden, die einen negativen Corona-Test vorlegen müssen.

Auch in diesem Winter ist Österreich wieder Schauplatz zahlreicher Weltcupbewerbe. Ein Überblick.

SKI ALPIN

Damen:
Sölden (17.Oktober, Riesentorlauf)
Zürs (13.November, Parallelbewerb)
Semmering (28./29. Dezember, Riesentorlauf, Slalom)
St. Anton (9./10.Jänner.  Abfahrt, Super-G)
Flachau (12.Jänner, Slalom)

Herren:
Sölden (18.Oktober, Riesentorlauf)
Zürs (14.November, Parallelbewerb) 
Kitzbühel  (22. - 24. Jänner, Super-G, Abfahrt, Slalom)
Schladming (26.Jänner, Slalom)

SKISPRINGEN

Innsbruck (3.Jänner)
Bischofshofen (6.Jänner)
Hinzenbach (8./9. Februar,  Damen)


NORDISCHE KOMBINATION

Ramsau (19./20.Dezember)
Seefeld (29. - 31. Jänner)

BIATHLON

Hochfilzen (11. - 20. Dezember)


SNOWBOARD

Montafon (9. - 12.Dezember, Cross)
Kreischberg (8.Jänner, Big Air)
Bad Gastein (12./13.Jänner, Parallel)

SKI-FREESTYLE

Stubai (21.November,  Slopestyle)
Montafon (12. Dezember  Cross)

Jedes Team ist in einem eigenen Hotel untergebracht, das Sicherheitskonzept sieht zudem vor, dass sich die drei Gruppen (Athleten, Staff, Medien) nicht zu nahe kommen. So werden die Pressekonferenzen in ein offenes Parkhaus verlegt, wo die Luftzirkulation ein mögliches Ansteckungsrisiko minimieren soll. Auch sind die Journalisten angehalten, ihre Recherchen nicht wie sonst üblich in Sölden tief in die Nacht auszudehnen.

Im Einsatz ist in Sölden auch ein Medizin-Truck für rasche Covid-19-Tests. Seit dem Frühjahr arbeitet man beim ÖSV am Masterplan für dieses Rennen, wobei Sölden als Gletscherrennen ein Spezialfall ist. Da die Piste nur über die Gletscherstraße erreichbar ist, lässt sich der Berg leicht abriegeln.

Der Weltcup-Kalender

Nahezu der gesamte Weltcup spielt sich in diesem Winter in Mitteleuropa ab. Nur die Speed-Damen verlassen einmal Europa, um Ende Februar die Olympia-Pisten in Yanqing (China) zu testen. Bei der Adaptierung des Kalenders haben die FIS-Verantwortlichen darauf geachtet, dass die Abfahrer und die Techniker nicht an einem Weltcuport aufeinandertreffen. Sollte sich das nicht vermeiden lassen, wie in Kitzbühel oder in Wengen, müssen die Athleten in getrennten Hotels untergebracht werden.

Die Geisterrennen

Anfeuerungsrufe, Standing Ovations und Fahnenmeere sind vorerst einmal Schnee von gestern. „Es wird sicher anders ohne Zuschauer“, sagt ÖSV-Allrounder Marco Schwarz. „Das kriegt vielleicht etwas Trainingshaftes. Mit Zuschauern ist es schöner.“ Trotzdem hält sich der Groll in Grenzen. „Ich glaube, das ist die einzige Möglichkeit, dass wir heuer überhaupt Rennen fahren“, sagt Michael Matt.

Die Corona-Vorgaben

Eine große Herausforderung in diesem Winter sind die unterschiedlichen Reisebeschränkungen in Folge der Corona-Krise. Die FIS hat vorsorglich folgende Handhabe beschlossen: Nur wenn beim vorläufigen Nennschluss fünf Wochen vor dem Wettkampf zumindest sieben der besten zehn Nationen in das Veranstalterland reisen dürfen, wird das Rennen auch für den Weltcup gewertet. In besonderen Fällen soll die Task Force der FIS eine Entscheidung fällen.

Die Perspektiven

Stand jetzt werden wohl die meisten Rennen unter Ausschluss der Öffentlichkeit über die Bühne gehen. Die Saison startet mit Geisterrennen in Sölden, auch bei den Klassikern in Kitzbühel, in Wengen und in Adelboden sind Besucher aus heutiger Sicht nur schwer vorstellbar. Der Österreichische Skiverband wird zumindest bis Weihnachten bei all seinen Veranstaltungen (siehe rechts) keine Fans zulassen.

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