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Sport Wintersport
03/15/2020

Fourcade bis Hirscher: Die besten Wintersportler aller Zeiten

Mit Biathlet Martin Fourcade verabschiedete sich ein Großer seines Fachs. Welche Athleten noch Meilensteine gesetzt haben.

von Christoph Geiler

Es gibt genug Sportstars, die den passenden Zeitpunkt für ihren Rücktritt verpasst haben. Von Martin Fourcade kann man das nicht behaupten: Der französische Biathlet hat es geschafft, sich mit einem Weltcupsieg zu verabschieden. Auch wenn seine Freude über den Erfolg in der Verfolgung von Kontiolahti am Samstag durch die aktuellen Vorkommnisse getrübt war. Mit insgesamt 79 Weltcupsiegen ist der 31-Jährige einer der erfolgreichsten Wintersportler der Geschichte. Ein Blick auf die Top 10 der Winterstars.

Nummer 1: Ole Einar Bjørndalen (Biathlon)
Ole, Ole – das war über Jahre der Schlachtruf im Biathlon. Der Meisterschütze aus Norwegen hat diesen Sport geprägt wie kein anderer. Seriensieger Bjørndalen ist es zu verdanken, dass Biathlon zum populärsten Wintersport mit den besten TV-Quoten und den vollsten Stadien geworden ist. Mit 94 Biathlon-Weltcupsiegen ist Ole Einar Bjørndalen nur knapp am 100er vorbei geschrammt, den ersten Erfolg hatte er im Jänner 1996 gefeiert, im Dezember 2015 stand er im Alter von 41 Jahren noch einmal ganz oben auf dem Stockerl.

Bemerkenswert: Der flinke Norweger hat 2006 auch einmal ein Weltcuprennen bei den Speziallangläufern gewonnen. Heute leistet der 44-Jährige Entwicklungshilfe in China und versucht die Biathleten aus dem Reich der Mitte für die Winterspiele 2022 in Peking fit zu machen.

Nummer 2: Ingemar Stenmark (Ski alpin)
Im Slalom und Riesentorlauf hatte der Schweiger aus Tärnaby ein Jahrzehnt lang das Sagen. Der Schwede war in den technischen Disziplinen zu seiner Zeit nahezu unschlagbar und ist noch heute mit 86 Weltcupsiegen (46 im Riesentorlauf, 40 im Slalom) die Nummer eins im Skisport. Seine Rekorde dürften wohl für die Ewigkeit sein: Im Slalom lag er einmal 3,16 Sekunden vor dem Zweiten (1982 in Kitzbühel), im Riesentorlauf hatte er gar 4,06 Sekunden Vorsprung (1979 in Jasna).

Stenmark war in einer Zeit aktiv, in der Schweden in vielerlei Hinsicht den Ton angab: Björn Borg dominierte das Tennis, und die Band Abba  fabrizierte einen Welthit nach dem anderen. Nach seiner aktiven Karriere taute  der  wortkarge Skandinavier etwas auf und zeigte Seiten, die man so von ihm gar nicht erwartet hätte. 2015 gewann der bald 64-Jährige die schwedische Ausgabe von Dancing Stars.

Nummer 3: Marit Bjørgen (Langlauf)
Wer vor Langlaufrennen Geld auf die Norwegerin setzte, der konnte nicht reich werden. Denn  meist stand der Sieg von Marit Bjørgen schon vor dem Start fest. Die kräftige Skandinavierin  lief in diesem Jahrtausend regelmäßig zur Hochform auf – und den Gegnerinnen um die Ohren. Mit 84 Siegen ist sie die erfolgreichste Langläuferin der Geschichte, 15 Olympiamedaillen sind Beleg für Bjørgens Ausnahmestellung.

Dass sie über weite Strecken ihrer Karriere eine Ausnahmegenehmigung für ein Asthma-Mittel hatte, brachte ihr  immer wieder Kritik ein. Manche waren erleichtert, als Bjørgen 2018 im Alter von 38 Jahren ihre Laufbahn beendete. Mit ihrer Landsfrau Terese Johaug gibt es nun allerdings die nächste Seriensiegerin.

Nummer 4: Lindsey Vonn (Ski alpin)
Viel hat nicht gefehlt, und die Amerikanerin hätte den großen Ingemar Stenmark doch noch als Nummer eins im Skisport abgelöst. Bei dieser Mission wurde Lindsey Vonn in den letzten Jahren ihrer Laufbahn allerdings von zahlreichen schweren Verletzungen ausgebremst. Mit 82 Weltcupsiegen darf sich die 35-Jährige aber immerhin trösten, die beste Weltcupläuferin der Geschichte zu sein. Obendrein gehört sie zum auserwählten Kreis jener Skifahrer, denen es gelungen ist, in sämtlichen Disziplinen zumindest ein Rennen gewonnen zu haben.

Nummer 5: Martin Fourcade (Biathlon)
Viele hatten dem Franzosen zugetraut, sogar Rekordmann Ole Einar Björndalen zu übertrumpfen. Doch Fourcade hatte kein Bestreben, so lange aktiv zu sein wie der Norweger, der erst mit 42 seine Karriere beendete. Ohnehin ist Fourcade der Platz in den Biathlon-Geschichtsbüchern sicher. Der 31-Jährige hat von 2011 bis 2018 sieben Mal in Folge den Gesamtweltcup gewinnen können, den letzten seinen 79 Siege feierte er in seinem letzten Rennen in Kontiolahti.

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Nummer 6: Marcel Hirscher (Ski alpin)
Im Nachhinein hat der  Salzburger mit seinem Rücktritt im Herbst wohl alles richtig gemacht. Der heurige Winter mit all seinen Turbulenzen wäre kein würdiger Zeitpunkt für das Karriereende des Rekordmanns gewesen.

Es mag zwar Läufer geben, die mehr Rennen gewonnen haben als der 30-Jährige, seine acht Triumphe im Gesamtweltcup wird ihm wohl so schnell keiner nachmachen.

Nummer 7: Mikaela Shiffrin (Ski alpin)
Als einzige  Athletin in den Top 10 ist die Amerikanerin noch aktiv. Und angesichts ihrer 25 Jahre kann man davon ausgehen, dass zu ihren 66 Weltcupsiegen noch einige dazu kommen. Ingemar Stenmark glaubt jedenfalls, dass Mikaela Shiffrin ihn über kurz oder lang einholen und als Nummer eins ablösen wird. Fraglich ist nur, wie lange die fünffache Weltmeisterin noch die Motivation verspürt, Skirennen zu bestreiten. Überhaupt  nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters vor wenigen Wochen.

Nummer 8: Annemarie Moser-Pröll (Ski alpin)
Lange Zeit galten die 62 Weltcupsiege der Salzburgerin als unantastbar. Mittlerweile ist Moser-Pröll hinter Lindsey Vonn und Mikaela Shiffrin nur mehr die Nummer drei. Die Abfahrt war die große Domäne der Olympiasiegerin von 1980, 36 Rennen gewann die heute 66-Jährige in der Königsdisziplin. Sechs Mal holte sie die große Kristallkugel.

Nummer 9: Vreni Schneider (Ski alpin)
Mit 34 Siegen galt Vreni Schneider jahrelang als beste Slalomläuferin. Dann wurde die Schweizerin erst von Marlies Schild (35 Siege) überholt, mittlerweile ist Mikaela Shiffrin die  Nummer 1 im Slalom (43 Siege). Insgesamt gewann Schneider 55 Weltcuprennen und wurde auch deshalb zur Schweizer  Schneesportlerin des vergangenen Jahrhunderts gewählt. Heute betreut die 55-Jährige eine Ski- und Snowboardschule.

Nummer 10: Hermann Maier (Ski alpin)
Der Flachauer war schon 24, als er 1997 in Garmisch-Partenkirchen sein erstes Rennen gewann. Am Ende seiner Laufbahn (2009) hatte  Maier 54 Weltcupsiege auf der Habenseite. Ohne seinen schweren Motorradunfall im Jahr 2001 wäre er in dieser Hitparade wohl noch weiter vorne.  Kein anderer Läufer hat mehr Super-G-Rennen gewonnen (24) als der 47-Jährige, der sich heute in der Öffentlichkeit rar macht und fast nur mehr in der TV-Werbung zu sehen ist.

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