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Sport Wintersport
12/28/2020

Corona-Alarm: Flugverbot für die polnischen Springer bei der Tournee

Nach einem positiven Test von Klemens Muranka wurde das gesamte polnische Team vom Auftaktbewerb in Oberstdorf ausgeschlossen.

von Christoph Geiler

Es war fast vorhersehbar, dass das Coronavirus auch bei der Vierschanzentournee sein Unwesen treiben und für einige zum Spielverderber werden würde. Dass es dann aber gleich eine gesamte Mannschaft erwischt, ist doch ein Paukenschlag.

Das polnische Team darf nicht beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee in Oberstdorf an den Start gehen. Das Flugverbot wurde erteilt, nachdem Klemens Muranka am Sonntag nach der Anreise einen positiven Covid-19-Test abgeliefert hatte. Seine Teamkollegen waren zwar beim Test negativ, zählen allerdings zur Kontaktgruppe 1.

Das bedeutet: Sie hatten entweder über 15 Minuten lang direkten Kontakt von Angesicht zu Angesicht oder waren über 30 Minuten lang gemeinsam in einem geschlossenen Raum oder auch Fahrzeug.

„Wir bedauern diese Entscheidung sehr, doch zum Schutz aller anderen Athleten, blieb dem Gesundheitsamt keine andere Wahl. Auf Beschluss der Behörde können wir das polnische Team nicht in Oberstdorf starten lassen“, sagt Florian Stern, Generalsekretär beim Auftaktspringen in Oberstdorf.

Zwei Tourneefavoriten betroffen

Damit wird auch die Liste der Tourneefavoriten deutlich kürzer. Titelverteidiger Dawid Kubacki ist ebenso vom Aus betroffen wie Kamil Stoch, der 2018 als zweiter Athlet bei einer Tournee alle vier Tourneespringen gewinnen konnte.

Über den Umfang der Quarantänemaßnahmen für die polnischen Skispringer und Betreuer ist noch nicht entschieden. „Hier warten wir noch weitere Tests ab. Sofern diese negativ ausfallen, besteht die Chance, dass Polen wieder in die Tournee einsteigen kann“, so Florian Stern. Der Ausschluss gilt zunächst nur für den Tournee-Beginn im Allgäu.

Klar ist allerdings schon jetzt: Mit einer erfolgreichen Titelverteidigung wird es für Kubacki nichts, und auch Stoch kann die Hoffnungen auf seinen dritten Tournee-Sieg begraben. Der Ausfall eines ganzen Wettkampfes ist nicht zu kompensieren.

Schwerer Schlag

Der Ausschluss trifft das Skispringen hart. In der Sportart, in der nur einige Athleten aus wenigen Nationen das Rennen um den goldenen Adler für den Tournee-Sieger unter sich ausmachen, ist der Ausfall von gleich zwei Mitfavoriten ein schwerer Schlag. In den vergangenen zwölf Jahren kamen die Tournee-Gewinner nur aus vier Ländern: Dreimal triumphierten Polen.

Neben den beiden absoluten Top-Springern Kubacki und Stoch sowie Muranka waren Piotr Zyla, Maciej Kot, Aleksander Zniszczol und Andrzej Stekala für die Tournee vorgesehen gewesen.

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