Ärger nach WM-Abfahrt beim ÖSV: "Es wäre mehr möglich gewesen"

Um Haaresbreite am Podium vorbei: Marco Schwarz
Marco Schwarz verpasste erneut knapp eine Medaille. In den Speed-Disziplinen gingen die Männer leer aus.

Viel hat nicht gefehlt, und Marco Schwarz wäre jetzt der Star der ersten WM-Woche. Womöglich sogar der gesamten Titelkämpfe. Es braucht nicht viel Fantasie, um sich den Kärntner heute als dreifachen Medaillengewinner vorzustellen.

Er könnte Weltmeister in der alpinen Kombination sein, hätte er auf dem Weg zum sicheren Gold nicht kurz vor dem Ziel einen Einkehrschwung eingelegt und so Alexis Pinturault den Vorzug gelassen; er könnte auch im Besitz einer Super-G-Medaille sein, hätte er nicht am vorletzten Tor einen kapitalen Bock geschossen, der ihn noch auf den sechsten Rang zurückwarf; und Marco Schwarz könnte genauso gut eine Abfahrtsmedaille sein Eigen nennen, wäre er am Sonntag nur um vier Hundertstelsekunden schneller gefahren.

„Kombi-Silber ist positiv. Aber im Super-G habe ich die Medaille vergeigt, und die vier Hundertstelsekunden in der Abfahrt finde ich auch irgendwo. Es wäre noch mehr möglich gewesen“, ärgerte sich Schwarz über den vierten Rang in der WM-Abfahrt. „Im Weltcup wäre ich darüber total happy gewesen, aber bei einer WM?“

Ärger nach WM-Abfahrt beim ÖSV: "Es wäre mehr möglich gewesen"

Ende einer Dienstfahrt: Otmar Striedinger rutschte aus dem Kurs

Lichtblicke

Ungeachtet der Enttäuschung über die verpassten Podestplätze in den zwei Speedrennen ist Schwarz einer der österreichischen Lichtblicke der WM. Die Auftritte haben auch gezeigt, dass der Weg des 27-Jährigen früher oder später wohl über den Super-G und die Abfahrt führen wird.

Welche Fähigkeiten Schwarz hat, zeigen seine Ergebnisse bei seinen bisherigen Starts in Abfahrten: Sechster in Wengen, Vierter bei der WM. „Ich will es forcieren, zugleich aber auch bei den technischen Disziplinen bleiben“, erklärte der Kärntner, auf den in Courchevel noch Auftritte im Riesentorlauf und im Slalom warten.

ÖSV-Cheftrainer Marko Pfeifer nahm nach der Abfahrt Marco Schwarz ausdrücklich von der Kritik aus, „alle anderen haben Fehler gemacht. Wir haben es leider wie im Super-G nicht auf den Schnee gebracht. Bronze wäre sicher drinnen gewesen.“

Titelverteidiger Vincent Kriechmayr (11.) trennten 27 Hundertstelsekunden von einer Medaille. „Ich bin nicht zufrieden, wie ich gefahren bin“, meinte der Oberösterreicher. Die größte Chance aus österreichischer Sicht hatte aber Otmar Striedinger, der kurz vor dem Ziel ausschied. „Ich bin enttäuscht, dass ich es nicht runtergebracht habe.“ Christoph Geiler

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