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Sport
10/19/2021

Turnstar aus Österreich: Vinzenz Höck ist der Herr der Ringe

Der 25-Jährige gewann an den Ringen den Gesamtweltcup und zieht die Blicke der Konkurrenz auf sich.

von Christoph Geiler

Vinzenz Höck fühlt sich neuerdings ständig beobachtet. Was auch immer er an den Ringen gerade anstellt, welche Übungen er einstudiert, die Blicke der Konkurrenten ruhen auf ihm. „Ich merke, dass ich anders wahrgenommen werde. Die anderen Athleten schauen, was ich tu’.“

Ein größeres Kompliment könnte man Vinzenz Höck nicht machen. Der 25-Jährige ist in Turnkreisen zu einer echten Sehenswürdigkeit geworden, seit er sich in diesem Jahr an den Ringen den Sieg im Gesamtweltcup gesichert hat. Zugegeben, einige Stars legten ihr Augenmerk auf die Sommerspiele in Tokio und waren deshalb beim Weltcup nicht am Start, aber dass da seit einiger Zeit ein junger Österreicher an den Ringen eine ausgezeichnete Figur macht, hat sich inzwischen bis nach Japan herumgesprochen, wo dieser Tage die besten Athleten der Gegenwart um Medaillen turnen. „Ich bin jetzt auf Augenhöhe“, sagte der 25-Jährige vor seinem Einsatz bei der WM in Kitakyushu.

Großer Einsatz

Es hat sich für Vinzenz Höck bezahlt gemacht, dass er einige Turngeräte links liegen gelassen und in den vergangenen zwölf Monaten praktisch nur mehr an den Ringen Hand angelegt hat. In dieser so anspruchsvollen und kräfteraubenden Disziplin kann der Wahl-Innsbrucker am besten seine körperlichen Vorzüge ausspielen. „An den Ringen bin ich konkurrenzfähig, an den anderen Geräten leider nicht“, weiß der Vizeeuropameister von 2020.

Die Leidenschaft für die Ringe war, wie bei fast allen Turnern, Liebe auf den zweiten Blick. Ehe es für Vinzenz Höck Ringe frei hieß, musste er erst einmal das Einmaleins des Turnens lernen und richtig Kraft tanken. „Als Kind machen die Ringe am wenigstens Spaß“, erzählt der 25-Jährige. „Es fehlt der Schmalz, den man braucht. Man schafft am Anfang an den Ringen nichts, da sind andere Disziplinen um einiges lustiger.“

Was heute so spielerisch aussieht und ihm so leicht von der Hand zu gehen scheint, ist das Ergebnis langer Arbeit. Im vergangenen Jahr ist es Höck gelungen, den Schwierigkeitsgrad seiner Übung von 6,1 auf 6,2 zu erhöhen. Ein Zehntelpunkt mag sich nicht viel anhören, aber er ist damit in eine andere Sphäre vorgedrungen.

Großer Idealismus

„Das ist ein extremer Leistungssprung“, berichtet Vinzenz Höck. „Je höher man rauf kommt, umso schwieriger ist es, überhaupt noch ein Zehntel zu finden.“ Die Übung muss dann noch ausgeklügelter sein, um diesem Schwierigkeitsgrad gerecht zu werden und die notwendigen Wertungspunkte zu erzielen. „Du musst einen ohnehin schon schwierigen durch einen extrem schwierigen Teil ersetzen“, so Höck.

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Luft nach oben gibt’s immer, wie die Turner aus China zeigen, die mittlerweile schon bei Schwierigkeitsgrad 6,4 angelangt sind. Bis zu den Sommerspielen 2024 in Paris möchte Höck das ebenfalls im Repertoire haben. „Das ist mein Fernziel.“

Dafür trainiert er wie ein Berserker. Dafür nimmt der HSZ-Athlet auch viele Opfer auf sich und hat keinen Groll, wenn andere Weltklassesportler um Welten mehr verdienen. „Preisgeldtechnisch schaut’s mager aus. Für den Gesamtweltcupsieg habe ich eine Glastrophäe gekriegt.“

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