Dominic Thiem

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French-Open-Halbfinale
06/03/2016

Dominic Thiem: Keine Angst vor Novak Djokovic

Der Niederösterreicher trifft im Halbfinale der French Open auf die überlegene Nummer eins.

Dominic Thiem ist am Donnerstag als dritter Österreicher nach Thomas Muster und Jürgen Melzer in das Einzel-Halbfinale eines Grand-Slam-Turniers eingezogen. Der 22-jährige Niederösterreicher äußerte sich danach bei einer Pressekonferenz über seine Gefühlslage, seinen Fokus und auch darüber, dass er schon fast nicht mehr an den Viertelfinalsieg über David Goffin geglaubt hätte.

Sie stehen unter den letzten vier in Roland Garros. Haben Sie das schon realisiert?

Dominic Thiem: "Nein, das ist natürlich unfassbar, ganz klar. Aber ich bin zum Glück noch immer im Turniermodus und darüber nachdenken werde ich erst, wenn das Ganze vorbei ist - in Stuttgart nächste Woche."

Als Sie ihren Matchball verwandelt haben, war der Jubel gar nicht so groß wie man es vermuten würde. Waren Sie denn da in so einem 'Tunnel' der Konzentration?

"Ich bin nicht der Typ, der groß feiert. Wenn dann erst am Ende von einem Turnier lasse ich mich hinfallen. Ich bin richtig glücklich, aber es geht morgen weiter und ich will jetzt gar nicht so viel Energie und Konzentration verschwenden."

Im zweiten Satz lagen Sie schon 3:5 zurück, dann hatten Sie im Tiebreak einen Satzball gegen sich. Was haben Sie da gedacht?

"Ich habe, ehrlich gesagt, nicht mehr wirklich daran geglaubt im zweiten Satz, weil mir irgendwie die Optionen ausgegangen sind. Er hat wirklich richtig gut gespielt und dann habe ich begonnen ein bisschen mehr zu riskieren. Der Satzball war ein Wahnsinn, da war ich schon sehr in der Defensive und ich habe einen Mondball gespielt. Das hätte auch sehr leicht in die falsche Richtung laufen können. Mit 0:2-Sätzen denke ich nicht, dass ich das heute noch gemacht hätte. Das Level ist extrem hoch, da braucht man definitiv in der Phase von so einem Turnier auch das Quäntchen Glück. Es ist wirklich grässlich gegen ihn zu spielen."

Waren die Bedingungen heute besonders kräfteraubend?

"Die ersten beiden Sätze haben uns beiden extrem viel Energie gekostet, konzentrationsmäßig und körperlich, weil es noch ein bisschen tougher ist bei den Bedingungen."

Jetzt sind Sie derjenige, der morgen (nicht vor 15 Uhr, Liveticker auf kurier.at, live ORF eins) den Karriere-Grand-Slam des Novak Djokovic weiter verzögern kann. Trauen Sie sich den Sieg so richtig zu?

"Na ja, also ich werde einfach nicht zu viel über alles nachdenken, was passieren kann. Ich bin sehr gut zurechtgekommen damit, dass ich in jede Partie reingehe, ohne großartig über irgendwas nachzudenken. Ich werde um jeden Ball kämpfen und sehen, was passiert."

Sie stehen vor dem Einzug ins Endspiel von Roland Garros, ausgerechnet gegen Novak Djokovic. Sind Sie wirklich so cool?

"Es ist sicher die höchste Hürde, die warten kann. Ich gehe sicher nicht ins Match und sage, ich habe eh schon verloren."

Haben Sie schon auf Ihr Handy geschaut?

"Ich habe zwei Handys, das eine, wo jeder meine Nummer hat, habe ich noch nicht angeschaut. Das werde ich erst, wenn ich ausgeschieden bin, anschauen. Und beim anderen haben eh nur die die Nummer, wo es okay für mich ist, von dem her bleibt es überschaubar."

Kommt Ihr Vater oder Ihre Mutter nach Paris?

"Mein Vater kommt nicht, meine Mama auch nicht." - Coach Günter Bresnik wirft aber ein: "Die Mama kommt" - Thiem: "Kommt? Zu mir hat sie gesagt, sie hat ein besseres Gefühl vor dem Fernseher."

Sie haben in diesem Jahr, obwohl es das gleiche Resultat wie im ersten Match war, in Miami Novak Djokovic im zweiten Spiel schon weit mehr fordern können.

"Auf jeden Fall. Die Entwicklung vom Duell in Shanghai und jenem in diesem Jahr war natürlich sehr positiv. Aber morgen ist etwas ganz anderes, best of five, Sand, mal schauen wie morgen die Bedingungen sein werden, also mit Miami hat das nicht viel zu tun."

Das ist der Halbfinal-Tag

SERENA WILLIAMS - KIKI BERTENS

Die bislang einzige Partie bei den US Open vor neun Monaten gewann die Titelverteidigerin und Weltranglisten-Erste in der zweiten Runde 7:6 (7:5), 6:3. Damals war Bertens die Nummer 110 der Welt und Qualifikantin - trotzdem führte sie im ersten Satz 5:3 und 4:0 im Tiebreak. Nun ist sie künftige Top-30-Spielerin und erste niederländische Paris-Semifinalistin seit 45 Jahren. Zwölf Matches in Serie hat Bertens zuletzt gewonnen, darunter in der ersten Runde gegen Australian-Open-Siegerin Angelique Kerber.

GARBIÑE MUGURUZA - SAMANTHA STOSUR

Die in Venezuela geborene 22 Jahre alte Spanierin hat es im dritten Anlauf erstmals ins Halbfinale geschafft. Die Nummer vier der Welt stand im vorigen Juli im Wimbledon-Endspiel. Die zehn Jahre ältere Stosur kann nach ihrem ersten French-Open-Finale 2010 überraschend erneut ins Endspiel kommen. An ihren US-Open-Triumph 2011 im Finale gegen Serena Williams konnte Stosur danach nicht mehr anknüpfen.

NOVAK DJOKOVIC - DOMINIC THIEM

Zum sechsten Mal nacheinander und zum achten Mal insgesamt steht der Weltranglisten-Erste im Halbfinale. Fast alle Grand-Slam-Turniere hat Djokovic schon gewonnen, nur die French Open nicht. 2012, 2014 und 2015 verlor er im Finale. Der 22-jährige Österreicher Thiem hat schon vor seinem ersten Grand-Slam-Halbfinale den Sprung unter die Top Ten sicher. Die ersten beiden Vergleiche der beiden gewann Djokovic.

STAN WAWRINKA - ANDY MURRAY

Es ist das Schlagerspiel im Halbfinale: Der Schweizer ist der Titelverteidiger und die Nummer vier der Welt. Murray ist die Nummer zwei und will im vierten Anlauf erstmals ins Endspiel im Stade Roland Garros. Wimbledon, die US Open und Olympia hat Murray schon gewonnen, er will vor allem die großen Titel, die ihm noch fehlen. Im direkten Vergleich führt der Schotte 8:7.

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