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Interview
10/31/2021

Straka zur Causa Thiem: "Mücksteins Impf-Aufforderung war entbehrlich"

Turnierboss Herwig Straka über die Aussagen des Gesundheitsministers in Richtung Ex-Schützling Thiem, den Daviscup in Innsbruck und über die Zukunft der Erste Bank Open.

von Harald Ottawa

Seit 2008 bekleidet der Steirer Herwig Straka nun schon das Amt des Direktors von Österreichs größtem Turnier. Selten sah man den 55-Jährigen so entspannt wie heuer. Kein Wunder: Mittlerweile haben sich die Erste Bank Open endgültig zu einem Top-Event auf der ATP-Tour gemausert. Im KURIER-Interview spricht Straka, der auch in der Spitze der Spielervereinigung ATP arbeitet, über „sein“ Turnier, die Pandemie, das von ihm mitveranstaltete Daviscup-Turnier in Innsbruck und über seinen Ex-Schützling Dominic Thiem.

KURIER: Sie sind seit 2008 Turnierboss in Wien. War es von der Qualität der Matches das bisher beste Turnier in ihrer Amtszeit?

Herwig Straka: Ja. In Wien spielten schon viele Stars. Aber oft war es der Fall, dass die Spieler müde und demotiviert am Ende einer langen Saison waren. Dieses Mal waren alle extrem motiviert. Das lag auch daran, dass einige noch Punkte für das ATP-Finale brauchten. Aber auch andere, bereits Qualifizierte spielten auf höchstem Niveau und wollten die Spiele um jeden Preis gewinnen.

Die Zuschauer dankten es. Die 2-G-Regel in Wien dürfte dem Turnier nicht geschadet haben.

Nein, ganz im Gegenteil. Im Vorjahr war es viel schlimmer. Da verringerte sich aufgrund der Bestimmungen innerhalb von zwei Wochen die Zuschauerzahl von 5.000 auf 1.000 pro Session. Heuer konnten wir gut planen, und die Zuschauer haben es angenommen. Freitag und Samstag waren jeweils 8.500 da.

Auch das Stadion an Heumarkt war erfreulich gut besucht. Wie kam es zu diesem Schauplatz?

Nach dem ersten Mal sehen wir noch Lernpotenzial, aber unser Ziel wurde erreicht, dass in Wien noch mehr über Tennis gesprochen wird. Am Mittwoch und Donnerstag kamen jeweils 1.500 Zuschauer. Wir haben einfach etwas in der Stadt gesucht, nachdem die Halle B nicht Corona-tauglich war. Weil ein Übergang in die Halle viel zu eng war. Wir haben Kontakt mit Varta-Chef Michael Tojner aufgenommen, und so wurde dann die Halle fixiert.

Was hat sich seit Ihrem ersten Jahr bei den Erste Bank Open geändert?

Hochklassiges Tennis gab es immer hier, aber jetzt ist es ein richtiges Event geworden. Tennis ist zum Erlebnis geworden.

Nach dem Turnier geht es für Ihr Unternehmen weiter, Sie sind Veranstalter des Daviscups in Innsbruck, wo die Österreicher Ende November im Finalturnier gegen Serbien und Deutschland aufschlagen. Wie sieht das Interesse aus, 12.000 würden kommen dürfen?

Wir rechnen mit gutem Besuch, auch wenn die Halle eher nicht ganz voll werden wird. Die Frage wird sein, ob Zuschauer aus Deutschland einreisen dürfen. Aber es wird sicher angenommen werden, auch Novak Djokovic hat bereits zugesagt.

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Auch in Innsbruck wird es die 2-G-Regel geben, während bei den Spielern zwei Tests jeden zweiten Tag reichen. Wie steht die ATP zu den Impfungen?

Es gibt freilich Empfehlungen, aber keinen Zwang. Es handelt sich um freie Spieler. Aber alle müssen wissen, dass sie mancherorts – wie bei den Australian Open – ungeimpft nicht spielen können.

Zuletzt sorgte Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein für Aufsehen, als er Dominic Thiem nahelegte, sich impfen zu lassen. Eine verständliche Aktion?

Ich finde, das war entbehrlich. Auch die Diskussionen danach. Ich unterstütze das Impfen, aber man muss auch Respekt vor persönlichen Entscheidungen haben. Ein 28-Jähriger kann nicht als Vorbild für alle herhalten.

Thiem ist derzeit verletzt, spielt nicht in Innsbruck und hat auch in Wien gefehlt. Wie sehr?

Ich bin froh, wenn er wieder dabei ist. Im Umkehrschluss hatte aber auch sein Fehlen keine Auswirkungen.

Wird Österreichs Topmann noch einmal stark zurückkommen?

Es ist fast jeder Spitzenspieler einmal in so eine Phase gekommen. Es ist ein persönlicher Reifeprozess, es hängt allein von ihm ab.

Thiem kam zuletzt auch durch eine hohe Fluktuation seiner Teammitglieder in die Schlagzeilen. Sie waren selbst zwei Jahre sein Manager, was würden Sie ihm raten?

Er ist der Chef in seinem Team, er muss die Entscheidungen selbst treffen. Ich habe aber nicht das Gefühl, dass dies der Fall ist.

2025 könnte er in Wien noch dabei sein. Wo sehen Sie das Turnier in vier Jahren?

Liebend gerne in der neuen Halle in Wien. Aber das wird sich bis 2025 nicht ausgehen. Ansonsten wäre eine weitere Modernisierung wünschenswert. Wir haben jetzt schon viele Hallen dazubekommen, in denen trainiert wird.

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