TENNIS-AUS-OPEN

© APA/AFP/WILLIAM WEST / WILLIAM WEST

Sport
01/20/2020

Weshalb Dominic Thiem das Zeug zur Nummer eins hat

In der Nacht auf Dienstag bestreitet der 26-Jährige sein Auftakt-Match in Melbourne. Viele Faktoren sprechen für ihn.

von Harald Ottawa

Nummer eins der Welt? Das erste Grand-Slam-Turnier zu gewinnen? Vielleicht schon bei den Australian Open? All das geistert im 26-jährigen Kopf von Dominic Thiem herum. Wie kann er es schaffen? Hat er das Zeug dazu? Vieles spricht für den endgültigen Sprung des Niederösterreichers nach ganz oben.  

Mit einem Auftaktsieg am Dienstag über den Franzosen Adrian Mannarino (2. Spiel nach 1 Uhr MEZ, live Servus TV) in Melbourne kann er einen kleinen Schritt in die richtige Richtung setzen. 

Die Ausbildung

Auch wenn der neue Coach Thomas Muster sagt, er ist technisch nicht 100-prozentig ausgebildet - das Grundgerüst Thiem stimmt. Vater Wolfgang, bis zum Vorjahr noch Partner von „Ausbildner“ Günter Bresnik, sagte bereits vor Jahren: „Man kann Dominic mit einem Bauwerk vergleichen, das einen Tsunami aushält.“

Die Weiterbildung

Wolfgang Thiem sagte immer auch: „Jetzt muss nur noch an der Inneneinrichtung gefeilt werden.“ Dafür zuständig ist er selbst und vor allem Trainer Nicolás Massú. Auch Muster soll seinen Beitrag leisten. „Ich sehe in Dominic einen Spieler, der viel besser werden kann, als ich es je war. Wunder dürfe man sich von dieser Partnerschaft aber keine erwarten, denn man müsse nun die Dinge einimpfen, in richtige Bahnen lenken - und die anderen Spieler arbeiten schließlich ebenso hart“, sagt Muster, die ehemalige Nummer eins aus der Steiermark, der nicht unbedingt als Bresnik-Freund gilt. Der 52-Jährige wird vor allem als Betreuer bei den großen Turnieren gutes Geld verdienen. 20 Wochen soll er heuer zum Personal von Thiem zählen.

Faktor Zeit

Vor Thiem lag zu Saisonbeginn kein Spieler, der jünger ist als der 26-Jährige. Erst nach dem ATP-Cup hat ihn der 23-jährige Russe Daniil Medwedew überholt.  Die ersten drei im Ranking haben ein Ablaufdatum: Rafael Nadal ist 33, Novak Djokovic 32, Roger Federer bereits 38. Muster sagt: „Es wird heuer einen neuen Grand-Slam-Sieger geben.“ Auch Bresnik prophezeit einen Wandel. „Es kommt zur langsamen Wachablöse.“ Im Vorjahr teilten sich Nadal und Djokovic die vier Major brüderlich auf, seit Jänner 2017 gewannen nur die Beiden und Roger Federer eines der vier großen Turniere. 

Die Bereitschaft

Bresnik sagte immer, er habe keinen Spieler gesehen, der so hart trainiert. Eine Tatsache, die auch Muster bestätigt: „Ich habe von ihm noch nie ein ’Na’, ’Das geht net’, ’Ich will nicht’ gehört. Er besitzt die absolute Bereitschaft zu lernen, besser zu werden.“

Die Vorbereitung

Thiem war in den vergangenen Jahren in der Vorbereitung oft krank, im Vorjahr sogar bei den Australian Open (Aus in Runde zwei). Heuer überließ der Niederösterreicher nichts dem Zufall, nach dem konditionellen Aufbau in Miami übersiedelte er mit seinem Team schon am 20. Dezember nach Australien, hat sich also mit den Bedingungen bestens vertraut gemacht.     
Auch Dennis Novak, dessen Spiel gegen den Polen Hubert Hurkacz auf Dienstag verschoben wurde, profitierte vom perfekten Vorbereitungsprogramm in Australien

Das Team

Auch die Eltern Wolfgang und Karin reisen oft mit, sind auch in Australien mit von der Partie. Thiem hat auch in Australien das perfekte Umfeld. Physio Alex Stober gilt als einer der Besten seines Fachs, ebenso Kondi-Trainer Duglas Cordero. Das Prinzip Zufall wurde in der Karriere von Dominic Thiem stets ausgeschlossen. 

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