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Sport
01/31/2021

Kogler über Lockerungen im Sport: "Eintrittstests werden uns voranbringen"

Vizekanzler Werner Kogler hält Training mit Kontakt ab März für möglich und – mit Tests – 750 Zuschauer im Freien.

von Günther Pavlovics

Seit Anfang November ruht der Amateursport. Seit fast drei Monaten ist Sport nur im Freien und allein erlaubt. Vereine und Verbände wollen eine Perspektive, wann endlich wieder gemeinsam trainiert werden kann, Erwachsene wie auch Kinder, wann die Meisterschaften losgehen können – und ob und wie Zuschauer dabei sein dürfen. Sportminister Werner Kogler stellt im KURIER-Interview in Aussicht, dass ab März gemeinsam trainiert werden darf. Das würde bedeuten, dass Meisterschaften im April losgehen könnten.

KURIER: Wann ist damit zu rechnen, dass man im Amateurfußball wieder gemeinsam trainieren darf?

Werner Kogler: Die derzeitige epidemiologische Situation, insbesondere die noch nicht abschätzbaren Folgen der gefährlichen Virusmutationen, machen Prognosen derzeit schwieriger als ohnehin schon. Bei einer günstigen Entwicklung aller Parameter hoffen wir aber, über Training mit Abstand im Freien innerhalb der nächsten Wochen entscheiden zu können. In weiterer Folge werden uns die sogenannten Eintrittstests voranbringen.

Für Amateurfußballer ist wohl vor März kein Training mit Kontakt möglich.

Das ist angesichts dieser gefährlichen Pandemiesituation, in der wir uns gegenwärtig befinden, wahrscheinlich.

Warum dürfen die Amateursportler nicht trainieren, aber Ski fahren?

Amateursportler dürfen outdoor trainieren, es dürfen laut Verordnung ja auch alle Outdoor-Sportstätten geöffnet sein, daher auch Fußballplätze. Die einzige zugegebenermaßen große Einschränkung ist, dass lediglich allein, mit Personen aus dem eigenen Haushalt oder einer engen Bezugsperson Sport ausgeübt werden darf. Dies gilt übrigens genauso für Skifahren, Eislaufen, Golfen etc.

Wann werden wieder Menschen auf den Dorfplatz dürfen, um ein Spiel zu schauen?

Sobald Veranstaltungen wieder möglich sind, werden aller Voraussicht nach – ebenfalls in Kombination mit den Eintrittstestungen – auch Zuschauer zulässig sein. In einer ersten Phase sind allerdings zahlenmäßige Einschränkungen sehr wahrscheinlich. Wie bei Kulturveranstaltungen ist damit auch im Sport aber frühestens im März zu rechnen.

Die Ballsportverbände wollen den Sport mit den Schulöffnungen koppeln.

Das ist ein etwas zu ambitionierter Zeitplan. Natürlich wollen wir zuallererst den Kindern und Jugendlichen ermöglichen, wieder in Bewegung zu kommen, wir nehmen die Studien über die körperlichen, psychischen und sozialen Auswirkungen der Lockdowns sehr ernst. Zuerst wird Outdoor-Training mit Abstand zulässig sein, dann kommen die Eintrittstests ins Spiel – für Outdoor-Training mit Körperkontakt und Indoor-Training. Die Tests an den Schulen können eine wichtige Ergänzung sein, damit das Vereinstraining in gewohnter Regelmäßigkeit stattfinden kann.

Wann dürfen Nachwuchssportler wieder trainieren?

Ich möchte darauf hinweisen, dass in Österreich derzeit rund 9.000 Nachwuchs-Leistungssportlerinnen und -Leistungssportler ihrem Training nachgehen können. Für den Nachwuchs-Breitensport gilt das vorhin Gesagte.

PK NACH VIDEOKONFERENZ MIT DEN LANDESHAUPTLEUTEN ZUR AKTELLEN CORONA-ENTWICKLUNG: KOGLER / KURZ

In der Schweiz durfte der Nachwuchs noch im Jahr 2021 trainieren. Warum bei uns nicht?

In der Schweiz werden die Bestimmungen von Kanton zu Kanton unterschiedlich umgesetzt, jeder einzelne Kanton kann selbstständig Verschärfungen vornehmen. Um möglichst vielen Kindern und Jugendlichen Bewegung im Freien zu ermöglichen, hat die Bundesregierung – anders als im November-Lockdown – ab Weihnachten die Öffnung aller Outdoor-Sportstätten zugelassen. Es gibt tatsächlich kaum europäische Länder, in denen während dieser Gesundheitskrise mehr Bewegung für Kinder und Jugendliche möglich ist als in Österreich. Aber klar, unser Bestreben als Sportministerium ist, dass in absehbarer Zeit jede und jeder wieder in der Lage sein wird, dem liebsten Hobby sicher und ohne Einschränkungen nachzugehen.

Wird zwischen indoor und outdoor unterschieden?

Ja, aber es wird wohl bedingt durch die Eintrittstests weniger stark ausgeprägt sein als noch im Frühjahr. Man darf in Zusammenhang mit den Tests, die voraussichtlich bis zu 48 Stunden alt sein dürfen, nicht vergessen: Das Risiko ist stark eingeschränkt, aber nicht eliminiert. Deshalb müssen die einfachen Regeln des Frühjahrs grundsätzlich ihre Gültigkeit behalten: outdoor vor indoor, Sport ohne Körperkontakt vor Sport mit Körperkontakt.

Sie haben Mitte Jänner gemeint, dass man Tennishallen eventuell bald aufsperren könnte.

Auch hier haben uns die Virusmutationen zurückgeworfen. Es stimmt, ich habe der Logik folgend argumentiert, dass der Tennissport in Hallen bevorzugt behandelt werden könnte. Ich habe aber auch gesagt, dass davor alle juristischen Fragen geklärt sein müssen. In Bayern etwa hat das Öffnen der Tennishallen postwendend zu erfolgreichen Klagen geführt – wegen eines Verstoßes gegen das Gleichheitsprinzip. Demgegenüber sagt einem der Hausverstand, dass Tennis in Hallen mit der großen Fläche und Luftkubatur pro Spielerin bzw. Spieler bei allfälligen Öffnungsschritten innerhalb der Hallensportarten ganz weit vorne berücksichtigt werden wird.

Wie könnte das Eintrittstesten beim Training und bei Zuschauern ausschauen?

Hier braucht es noch einiges an Feinabstimmung. Klar ist, dass die Trainerin/der Trainer, der oder die Covid-Beauftragte, der Sportstättenbetreiber oder ein anderer Befugter den Test kontrollieren soll. Hat jemand keinen aktuellen Test parat, wird vor Ort ein Schnelltest durchzuführen sein.

Das ist für kleine Vereine ein hohen finanzieller Aufwand.

Er wäre für viele Amateurvereine beträchtlich, das stimmt. Diese Kosten werden jedoch ab dem ersten Quartal 2021 über den NPO-Fonds zumindest zu einem Teil abrechenbar sein. Wir überlegen gemeinsam mit Sport Austria und den Dachverbänden, wie Beschaffung und Verteilung der Tests gestaltet werden können, um die Vereine entsprechend zu unterstützen.

Wie zieht die Sportzukunft durch Impfen aus? Wann werden Eintrittstests obsolet werden?

Das lässt sich aus heutiger Sicht noch nicht sagen. Es wird jedenfalls auch von weiteren Studienergebnissen und davon abhängen, ob und in welchem Ausmaß eine Impfung die Weitergabe des Virus unterbindet oder nicht.

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