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Sport

Schwimm-WM: Auböck verpasste Bronze nur um wenige Zentimeter

Der Niederösterreicher wurde auf den letzten Metern vom Brasilianer Costa überholt und belegte den vierten Rang.

von Silvana Strieder

06/18/2022, 04:13 PM

Wassertropfen rinnen Felix Auböck übers Gesicht, während er abwechselnd mit einer Hand die Schwimmbrille und die Haube drückt und mit der anderen sich mehrmals ins Haar fährt. „Ich weiß wirklich nicht, was ich sagen soll. Einfach scheiße.“ 

Dem 25-Jährigen fehlten nach dem 400 Meter Freistil-Finale bei der Weltmeisterschaft in Budapest die Worte – und 27 Hundertstelsekunden auf die Bronzemedaille. Und das zum bereits vierten Mal bei Großereignissen.

„Ich bin erneut meine Bestzeit geschwommen und kann nicht unzufrieden sein. Aber es ist halt ein weiterer vierter Platz“, sagt der Niederösterreicher nach dem Rennen.

 

1. Elijah Winnington (AUS) 3:41,22 Minuten
2. Lukas Märtens (GER) 3:42,85
3. Guilherme Costa (BRA) 3:43,31
4. Felix Auböck (AUT) 3:43,58

Dabei schien nach dem dominanten Vorlauf alles angerichtet für ein Bad im Erfolg und die erste Medaille eines österreichischen Schwimmers bei einer Langbahn-WM  seit  2009, als Mirna Jukic in Rom  Bronze über die 200 Meter Brust gewonnen hatte. 

Mit neuem österreichischen Rekord (3:43,83 Minuten) stieg Auböck am Morgen aus dem Becken der Duna Arena und war damit von allen Schwimmern deutlich der Schnellste. Was die Zuversicht für das Finale am Abend noch größer machte: Er war noch nicht am Limit und hatte sogar noch Reserven. Doch im Finale sollte  der heimische Schwimmstar  dann ein olympisches Déjà-vu erleben: Auch bei den Sommerspielen in Tokio war Auböck vor einem Jahr als Mitfavorit ins Finale gestartet, damals hatte er  als Vierter knapp die angepeilte Medaille verpasst. In Budapest erlebte er diese Enttäuschung nun wieder. 

Spätes Überholmanöver

Das Rennen ging er – wie gewohnt – eher kontrolliert an und vertraute seinem langen Atem.   Nach 300 Metern hatte er sich bereits auf den dritten Rang geschoben und schien  einer Medaille entgegen zu kraulen. Doch ausgerechnet auf den letzten zwei Längen, die eigentlich die Domäne des 25-Jährigen sind, zog der Brasilianer  Guilherme Costa an ihm vorbei. Dass er in  3:43:58 Sekunden abermals einen neuen österreichischen Rekord aufstellte, war ein schwacher Trost. „Ich schwimme lieber Bestzeit und werde Vierter, als ich  werde mit einem schlechten Rennen Vierter.“

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Gold und Silber wären ohnehin außer Reichweite gewesen. Der Australier Elijah Winnington, der  sich den WM-Titel sicherte,  und der deutsche Jungstar Lukas Märtens hatten offensichtlich den Vorlauf zum Einschwimmen genutzt und noch nicht alle Karten aufgedeckt. Im Kampf um die Medaillen zog das Duo von Beginn an weg und  ließ die Konkurrenten weit hinter sich.

Neue Chancen

Viel Zeit zum Ärgern bleibt freilich nicht. Auf Felix Auböck warten bei dieser Langbahn-Weltmeisterschaft noch weitere Auftritte und Medaillenchancen. „Es geht weiter. Aber wie, weiß ich noch nicht“, gesteht er. 

Für seine Kollegen war der erste Wettkampftag ebenfalls ein Wechselbad der Gefühle. Völlig unerwartet schaffte es neben Bernhard Reitshammer (100 Meter Brust) auch Simon Bucher mit österreichischem Rekord über 50 Meter Delfin ins Halbfinale.  Dort war  für die beiden aber Endstation. Die Finalsession verpassten auch Lena Kreundl über 200 m Lagen  (Rang 21) und Marlene Kahler  über 400 m Kraul. 

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