Men's 2020 EHF European Handball Championship - Main Round - Group 1 - Austria v Germany

Janko Bozovic und Co. erlebten am Montagabend bittere Stunden. 

© REUTERS / LISI NIESNER

Sport
01/21/2020

ÖHB-Team nach Debakel: "Können uns bei Fans nur entschuldigen"

Man müsse aus der empfindlichen 22:34-Niederlage gegen Deutschland lernen, sagt Teamchef Ales Pajovic.

Man wollte die Hoffnungen auf Platz fünf am Leben halten und stand am Ende mit der höchsten Niederlage bei der Heim-EM da. Der Montagabend endete für Österreichs Handball-Männer mit einem 22:34 gegen Deutschland und der bitteren Erkenntnis, gegen Topteams doch auf verlorenem Posten zu stehen. Das beste EM-Resultat der Handball-Neuzeit ist freilich noch immer möglich.

Das abschließende Spiel gegen Weißrussland am Mittwoch (18.15 Uhr) wird Aufschluss darüber geben, ob man den neunten Platz von der Heim-EM 2010 übertreffen kann. Dafür würde gegen die Osteuropäer ein Punkt reichen. Für Flügel Robert Weber stand nach der Abfuhr durch die Deutschen fest: "Am Ende haben wir es als Mannschaft nicht verdient, um Platz fünf zu spielen."

"Wir müssen aus diesem Spiel lernen"

Die Höhe der Niederlage war am Montag wohl etwas zu hoch, vielleicht waren es auch die Hoffnungen gewesen, die Deutschen nach deren teils enttäuschenden Leistungen in den ersten fünf Partien in die Knie zwingen zu können. Die DHB-Auswahl hatte zu Beginn zwar Mühe, kam dann aber immer besser ins Spiel - perfekt unterstützt von Goalie Johannes Bitter. Der Routinier, der in letzter Minute auf den EM-Zug aufgesprungen war, um seine ersten Länderspiele seit 2014 zu bestreiten, kam nach 20 Minuten und wies am Schluss eine Traumquote von 54 Prozent gehaltenen Bällen auf.

"Bitter war der Schlüssel zum deutschen Sieg", befand ÖHB-Teamchef Ales Pajovic, der die höchste Niederlage seiner Amtszeit gefasst nahm. "Wir müssen aus diesem Spiel lernen. Die Jungs haben bis jetzt eine überragende EM gezeigt. Wir haben von den Partien gegen Spanien, Kroatien und Deutschland zwei gut gespielt. Für mich ist wichtig, dass sie als Mannschaft zusammenstehen", sagte der Slowene. Das könnte man mit einem Erfolg über die Weißrussen unter Beweis stellen. "Ich will diese zwei Punkte holen", stellte Pajovic klar. Doch auch eine mögliche Niederlage wäre kein Beinbruch. "Aber selbst wenn das passiert, ist es nichts Schlimmes. Denn wir haben einen großen Schritt gemacht."

Mit den Kräften am Ende

Für Tobias Wagner war das "Zwölfer-Packerl" eindeutig "zu hoch. So viel schlechter sind wir nicht", erklärte der Kreisläufer. Auch er gestand, dass das Ergebnis "richtig weh" tat, die Niederlage aber durchaus in Ordnung gehe. "In der zweiten Hälfte können wir uns bei den Fans eigentlich nur entschuldigen. Das war in allen Belangen einfach zu wenig." Die Chance auf die Überraschung ließ Österreich nach gutem Beginn freilich schon in der ersten Hälfte liegen. "Wir haben viel zu viele technische Fehler gemacht. Und wir haben eine gute Partie mit überhasteten Abschlüssen weggeworfen. Wir haben uns eigentlich ein Plus zur Halbzeit verdient gehabt und hatten dann ein Minus."

Im sechsten Spiel dieser Endrunde war Österreich nicht mehr in der Lage, sich nach Seitenwechsel vom Drei-Tore-Rückstand zurückzukämpfen. Ganz im Gegenteil ging es Schlag auf Schlag in die andere Richtung. "Dann ist uns die Kraft ausgegangen", gestand Pajovic, dessen Kader in der Breite bekanntlich an seine Grenzen stößt. Dass er Kapitän Nikola Bilyk schon vor dem Seitenwechsel rund zehn Minuten auf der Bank gelassen hatte, sei dessen hoher Belastung in den ersten fünf Partien geschuldet gewesen: "Er ist kein Roboter."

Bilyk selbst, mit fünf Treffern letztlich erfolgreichster österreichischer Werfer und mit 39 Treffern hinter Norwegens Sander Sagosen (42) weiter Zweiter der Torschützenliste, will im Finish noch einmal alle Kräfte mobilisieren. "Wir haben in der zweiten Halbzeit zum ersten Mal in diesem Turnier nicht unser Gesicht gezeigt. Das ist das Einzige, was ein bisschen mehr wehtut. Das müssen wir in zwei Tagen viel, viel besser machen."

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