2:47 Stunden dauerte es, bis Dominic Thiem als Sieger feststand.

© Action Images via Reuters/TONY O'BRIEN

Sport
11/13/2019

Nach der Sternstunde hat Thiem bereits wieder Großes vor

Welche Schlüsse der 26-Jährige aus dem dramatischen Dreisatz-Krimi bei den ATP Finals gegen Djokovic zieht.

von Philipp Albrechtsberger

Besondere Leistungen ziehen besondere Konsequenzen nach sich. Mitunter muten die dann skurril an. Es war kurz vor Mitternacht in den Katakomben der Londoner O2-Arena, als Dominic Thiem den Pressekonferenzraum betrat und eine Vielzahl der anwesenden Medienvertreter zu klatschen begann.

Selbst der Niederösterreicher schien darüber zunächst überrascht. Er lächelte artig und begann zu erzählen über ein Tennisspiel, das die Branche wohl noch einige Zeit beschäftigen wird.

Der 6:7-6:3-7:6-Sieg nach 2:47 Stunden über den serbischen Topfavoriten Novak Djokovic bedeutete nicht nur, dass der 26-jährige Österreicher frühzeitig und erstmals den Einzug ins Halbfinale beim Saisonabschluss der besten acht Profis sicherstellte, Thiem sprach ohne zu zögern vom "größten Erfolg meiner bisherigen Karriere".

Das sollte in der Hitze der Nacht nicht übertrieben sein. Zum ersten Mal schlug er zwei der großen Drei (Djokovic, Federer, Nadal) hintereinander bei einem Turnier. Damit bescherte Österreichs Nummer eins den Tennisfans am Donnerstag ein Grande Finale in der Vorrunde: Während er selbst seine Abschlusspartie gegen den bereits ausgeschiedenen Matteo Berrettini (15 Uhr MEZ) locker angehen kann, spielen Djokovic und Federer im direkten Duell um den zweiten Halbfinalplatz (21 Uhr).

Seinen Halbfinalgegner erfährt die Nummer fünf der Welt erst Freitagabend, kein Problem für Thiem: "Es kommen ja nur vier Spieler infrage. Und ich kenne alle ganz gut." Sein Hunger scheint noch nicht gestillt: "Dieses Turnier ist in jeder Hinsicht besonders. Das erste Ziel war es, ins Halbfinale zu kommen. Das ist schwer genug gewesen."

Doch Dominic Thiem dachte im Moment des Triumphes nicht nur an das bevorstehende Wochenende, aus den beiden Auftritten gegen Federer und Djokovic will er auch Lehren für die kommende Saison ziehen. Er habe gezeigt, dass er die Allergrößten nicht nur in regelmäßigen Abständen schlagen kann, sondern jederzeit. "Dieses Wissen kann schon bald viel wert sein."

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