© REUTERS/Stephane Mahe

Sport
07/23/2021

Nach dem Sieg bei der Tour de France sind Olympia-Träume erlaubt

41 Jahre nach seinem Leichtathletik-Vater tritt Radfahrer Patrick Konrad am Samstag bei Olympia an.

von Wolfgang Winheim

Die Leichtathletik-Bewerbe finden traditionsgemäß stets in der zweiten Olympia-Wochen statt. Für den ehemaligen Weltklasse-Athleten Wolfgang Konrad ist aber schon am ersten Olympiatag, in der Nacht auf Samstag ab 4 Uhr früh, ein Pflichttermin daheim im Ebreichsdorfer Patschenkino. Wenn sein Sohn Patrick Konrad für Österreich in die Pedale tritt, nachdem er vor zehn Tagen Sporthistorisches geleistet hatte. Indem der 29-jährige Jung-Papa eine Etappe bei der Tour de France gewann.

Opa Wolfgang Konrad hatte an diesem 13. Juli wegen einer Firmen-Besprechung einen Großteil der Live-Übertragung der 16. Etappe versäumt. Als er via Internet vom Zwischenstand erfuhr, rief er einen Trainer an und meinte: „Jetzt müsste Patrick antreten.“

Als wär’s Gedankenübertragung, schildert Wolfgang Konrad, setzte Patrick Sekunden später tatsächlich zur Solofahrt an. Wer in so einem hochkarätigen Feld so ein erfolgreiches Solo bis ins Ziel schafft, der müsse ein wahrer Champion sein, heißt es unter Radexperten. Sie trauen Konrad auch einen Spitzenrang am Samstag im olympischen Straßenrennen zu.

Am Mittwoch startet Konrad noch im Einzelzeitfahren. Am Donnerstag fliegt der (mit Verlobter und Kind in Eisenstadt wohnhafte) Niederösterreicher schon wieder zurück nach Europa. Zumal der Rad-Profi im Baskenland für seinen deutschen Firmen-Rennstall Bora-hansgrohe im Einsatz zu sein hat.

Vom olympischem Flair, ließ Patrick Konrad die Angehörigen in der Heimat wissen, habe er vorerst rein gar nichts gespürt. So sehr sei die „Rad-Blase“ abgeschirmt.

Corona kann auch der topfitte 62-jährige (fast täglich 80 Kilometer radelnde) Wolfgang Konrad nicht ausblenden. Gilt es doch für den Veranstalter des Vienna City Marathons am 12. September, das Läuferfest nach der vorjährigen Absage über die 42-Kilometer-Bühne zu bringen.

Über 24.000 Anmeldungen! Müssen die Hobby-Athleten fürchten, dass deren Traum vom Rennen noch platzt? Dass die Behörden ein Verbot wie im Falle des St. Pöltener Frequency-Festivals verhängen?

„Bei uns sind fast alle Teilnehmer geimpft“, sagt Konrad, der es als ehemaliger Weltranglisten-Dritter über 3.000 Meter Hindernis auch als Veranstalter gewohnt ist, Hürden zu meistern.

1980 war der gebürtige Tiroler Konrad bei Olympia in Moskau ins Semifinale gekommen.

Als sich Österreich 1984 den Luxus leistete, den unbequemen Top-Athleten nicht zu den Spielen nach Los Angeles mitzunehmen, beendete Wolfgang Konrad seine Karriere.

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