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Sport Motorsport
01/09/2022

Wie eine Frau bei der Rallye Dakar alle Männer in die Wüste schickt

Die Spanierin Laia Sanz hält bei der spektakulärsten Rallye der Welt einen eindrucksvollen Rekord.

von Florian Plavec

Auf ihre Rolle als Frau will Laia Sanz keineswegs reduziert werden. Sie sei nicht die Quotenfrau in der Männerwelt der Dakar, der spektakulärsten Rallye der Welt. Im Gegenteil, die 36-jährige Spanierin hält einen eindrucksvollen Rekord, bei dem auch kein Mann mithalten kann: Seit ihrem Debüt im Jahr 2011 hat sie jede einzelne Etappe bei der Dakar beendet.

Schnelle Frau

Bemerkenswert ist, dass die Frau aus Katalonien die vergangenen elf Jahre auf einem Motorrad unterwegs war, elf Mal hat sie dabei die Frauen-Wertung gewonnen. 2015 fuhr sie mit ihrer Honda durch Argentinien, Chile und Bolivien auf Gesamtrang neun und damit zu ihrem besten Resultat. Ein Top-Ten-Platz in der körperlich extrem fordernden Motorrad-Wertung ist noch keiner anderen Frau gelungen.

Mit zwei Jahren fuhr Laia Sanz schon auf dem Tank des Motorrades mit ihrem Vater mit, mit vier Jahren hatte sie ihr erstes Minibike, mit sieben fuhr sie die ersten lokalen Rennen, mit zwölf besiegte sie alle Burschen in einem Trial-Bewerb. Vor allem motorradtechnisch ist Sanz herausragend, in der Frauen-Wertung gewann sie 14 Trial-Weltmeisterschaften und holte sechs Enduro-Weltmeistertitel.

„Ich habe Dinge erreicht, die ich mir vor meiner ersten Teilnahme an der Dakar nie erträumt hatte“, sagte sie vor der aktuellen Ausgabe des Klassikers. „Es waren tolle Ergebnisse und Erfahrungen, wenngleich einige dieser Erfahrungen doch sehr hart waren.“ Aber seit diesem Jahr ist alles anders: „Auf dem Motorrad war ich schon ein Oldie. Mit dem Auto bin ich jetzt wieder ein Rookie“, sagte sie zu ihrem Umstieg von zwei auf vier Räder.

„Auf dem Motorrad war ich schon ein Oldie. Mit dem Auto bin ich jetzt wieder ein Rookie.“

Laia Sanz | Dakar-Rekordfrau

„Ich bin aus meiner Komfortzone geflüchtet und werde in diesem Jahr vor allem viel lernen müssen.“ Ihre Fähigkeiten in der Navigation liegen bereits auf allerhöchstem Niveau. Doch die sind jetzt nicht mehr so wichtig, denn im Auto wird sie von einem Beifahrer unterstützt. Zusammen mit Maurizio Gerini fährt sie im Mini All4 Racing, auch der Italiener trat zuletzt bei der Dakar mit dem Motorrad an. Am gestrigen Ruhetag lag das Duo auf Platz 26 des Klassements, 77 Autos waren noch im Rennen.

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