Rallye-Dakar-Pilot fährt Motorradfahrer nieder und einfach weiter

Dakar Rally 2022 stage 1B
Eine Szene von der ersten Etappe sorgt für Aufregung. Der Südafrikaner De Villiers war mit einem Motorradfahrer kollidiert.

Die Rallye Dakar zählt nicht umsonst zu den gefährlichsten Motorsport-Veranstaltungen dieser Welt. Das zweiwöchige Rennen forderte bereits dutzende Todesopfer. Nun sorgt eine Szene für Aufregung, die zwar glimpflich endete, aber durchaus auch anders ausgehen hätte können.

Der Südafrikaner Giniel de Villiers war bei der Auftakt-Etappe am Sonntag mit seinem Toyota unterwegs, als vor ihm ein Motorradfahrer auftauchte. Ein schmaler Weg zwischen Felsen lässt den beiden Fahrzeugen nur wenig Platz. Auf einem Video ist zu sehen, wie der Motorradfahrer, der Franzose Bertrand Gavard, im Sand festzustecken scheint. De Villiers kommt mit seinem Auto und versucht vorbeizufahren.

Mit dem Ergebnis, dass das Motorrad getroffen und Gavard zu Boden gestoßen wird. Er kommt nur Zentimeter neben dem Reifen des Toyotas zu liegen. Der Pilot rappelt sich zwar auf, wirkt aber offensichtlich benommen. Er winkt De Villiers vorbei und sinkt zu Boden. Dieser gibt Gas und fährt weiter.

"Wir hätten anhalten sollen"

Dass der Südafrikaner nicht stoppte und dem gestürzten Fahrer half, wurde nun auch von den Stewards bestraft. De Villiers fasste eine 5-Minuten-Strafe aus. Für viele Fans deutlich zu wenig. Laut Stewards soll es dem betroffenen Piloten aber gut gehen, er soll unverletzt sein. Deshalb auch das geringe Strafmaß, begründete die Rennleitung.

De Villiers äußerte sich nach dem Vorfall auf Social Media und erklärte ihn folgendermaßen: "Während wir einen sehr schwierigen, steilen, schmalen, felsigen, sandigen Wegabschnitt hinauffuhren, wurde unser Auto von einem Felsen nach links gestoßen, was dazu führte, dass wir den Rücken des Motorrads trafen und der Fahrer zu Boden stürzte."

Sie hätten sofort angehalten, aber: "Der Fahrer stand auf und bedeutete uns vorbeizufahren, was wir dann taten. Wir hätten anhalten sollen, um zu überprüfen, ob es ihm gut geht, aber unser Verständnis war, dass es ihm gut ging. Ich möchte mich dafür entschuldigen." Gavard, der das Rennen dennoch beendete und nach wie vor dabei ist, wünschte er "ein erfolgreiches und sicheres Rennen."

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