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Sport Motorsport
12/05/2021

Aufstrebendes Motocross-Talent unter den Lawinenopfern

Beim Lawinenunglück in Salzburg verstarben am Samstag drei Personen, unter ihnen auch der 19-jährige KTM-Fahrer René Hofer.

In Tweng im Salzburger Lungau sind bei einem Lawinenabgang auf der Lackenspitze am Samstag drei Skitourengeher aus Oberösterreich von einem großen Schneebrett verschüttet und getötet worden. Ein 19-Jähriger aus dem Bezirk Urfahr und ein 24-Jähriger aus Wels-Land konnten nur noch tot geborgen werden. Ein 19-Jähriger aus Grieskirchen wurde reanimiert und schwer verletzt mit dem Hubschrauber ins Krankenhaus Klagenfurt geflogen. Er verstarb im Spital.

Wie sich in den späten Abendstunden herausstellte, war einer der zwei 19-Jährigen das Motocross-Talent René Hofer. Am 4. Januar 2022 hätte er seinen 20. Geburtstag gefeiert.

Sein Rennstall KTM bestätigte am Sonntag das Ableben des Oberösterreichers und drückte den Angehörigen sein tiefstes Mitgefühl aus. Hofer hatte im Oktober in Italien als erster Österreicher seit über 30 Jahren einen WM-Lauf in einer der beiden Hauptklassen gewonnen und galt nicht erst seit damals als vielversprechendes Talent.

Noch im November hatte Hofer in den sozialen Medien von seinen Aktivitäten zuhause während der Winterpause berichtet. Er schrieb: "Ich habe noch eine gute Zeit, bevor der Lockdown beginnt."

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"Fahre in Frieden, kleiner René. Es ist eine Tragödie für deine Familie, für deine KTM-Familie und die MXGP-Gemeinschaft", teilte KTM mit. "Du wirst uns immer als der glückliche Junge in Erinnerung bleiben, der du gewesen bist. Ruhe in Frieden. Unser Mitgefühl gehen an alle deine Lieben und Angehörigen", schrieb KTM in der Trauerbotschaft über den Junioren-Weltmeister der 85 ccm-Klasse von 2016.

2020 debütierte Hofer in der MX2-WM als KTM-Werksfahrer. In diesem Jahr gelang ihm der sportliche Durchbruch beim Deutschland-Grand-Prix im Talkessel. Dort stand er zum ersten Mal in seiner Karriere auf dem Podium. Am 27. Oktober konnte er in Pietramurata  seinen ersten MX2-Grand-Prix-Sieg feiern. Die diesjährige WM-Saison beendete Hofer auf Gesamtrang 6.

Lawinenunglück

Beim Unglück gab es auch zwei weitere Verletzte. Ein 22-Jähriger aus dem Bezirk Amstetten und ein 24-Jähriger aus Schladming, wurden mit der Rettung ins Krankenhaus Tamsweg gebracht, sagte der Einsatzleiter des Roten Kreuzes, Anton Schilcher, im Gespräch mit der APA.

Betroffen war eine Gruppe von elf Skitourengehern unter 30 Jahren aus dem Pongau, dem Ennstal und Oberösterreich. Die Lawine dürfte sich gegen 13.45 Uhr in rund 2.400 Metern Höhe kurz unterhalb des Gipfels auf dem Nord-Osthang gelöst haben. Beim Aufstieg der Gruppe ging ein großes Schneebrett mit 200 Metern Breite und 500 Metern Länge ab und riss acht Tourengeher mit. Drei junge Oberösterreicher wurden komplett verschüttet. Laut dem Katastrophenschutzreferent des Lungaus, Christoph Wiedl, lagen die Verschütteten bis zu 4,5 Meter tief unter dem Schnee.

Suchaktion

Nach einer großangelegten Suchaktion konnten zwei verschüttete Tourengeher mittels Lawinen-Verschütteten-Gerät geortet und geborgen werden. Der dritte Verschüttete war ohne Notfallausrüstung unterwegs und konnte erst gegen 17.15 tot aufgefunden werden, berichtete die Bergrettung Salzburg.

Die Bergrettung wurde innerhalb kürzester Zeit alarmiert und löste Bezirksalarm aus. Rund 70 Bergretter aus Mauterndorf, Obertauern, Tamsweg, Muhr und Zederhaus waren im Einsatz. Die Bergrettungshundestaffel trainierte zu diesem Zeitpunkt in Obertauern, sieben Hundeteams wurden von fünf Hubschrauber-Teams gemeinsam mit den Einsatzkräften der Bergrettung und Alpinpolizei zum Lawinenkegel geflogen. Das Gemeindegebäude Tweng wurde zum Einsatzzentrum umfunktioniert. Ein Kriseninterventionsteam betreute die unverletzten Tourengeher aus der Gruppe und die Angehörigen. Insgesamt waren 120 Einsatzkräfte von Bergrettung, Polizei, Rotes Kreuz und der Freiwilligen Feuerwehr im Einsatz.

Laut Bergrettung erfordert die Skitour zur Lackenspitze stabile Verhältnisse. In dem Gebiet galt am Samstag oberhalb der Waldgrenze Lawinenwarnstufe 3 (erheblich). Der starker Wind dürfte Triebschneemengen zusammengetragen haben, die als leicht auslösbar galten.

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