Einsame Spitze: Sebastian Vettel fuhr in Spa einer eigenen Liga.

© Reuters/LAURENT DUBRULE

Sonntagsfahrt für Sebastian Vettel in Spa
08/25/2013

Sonntagsfahrt für Sebastian Vettel in Spa

Der 26-jährige Red-Bull-Pilot siegt in Spa mit 17 Sekunden Vorsprung vor Alonso und Hamilton.

Im Vorfeld hatten alle vom Wetter gesprochen. Vom Regen, der in Belgien schon so oft alles durcheinandergewirbelt hat, und von der Wichtigkeit des Boxen-Funks bei solch schwierigen Bedingungen. Doch das Wetter spielte beim ersten Grand Prix nach der Sommerpause wider Erwarten keine Rolle. Statt dessen fuhr Sebastian Vettel in Spa-Francorchamps ungestört zum 31. Sieg seiner Karriere – mit beeindruckenden 17 Sekunden Vorsprung.

„Das Auto war absolut fantastisch“, sagte der dreifache Weltmeister und schickte an die Fans zu Hause sogar eine Entschuldigung für sein dominantes Auftreten hinterher: „Vielleicht hat das vorm Fernseher ein bisschen langweilig ausgesehen, aber für uns war es ein super Rennen“, sagte der Red-Bull-Pilot, der mit dem fünften Saisonsieg seinen Vorsprung in der Gesamtwertung auf Verfolger Fernando Alonso (Sp) auf 46 Punkte ausbauen und einen großen Schritt in Richtung Titel Nummer vier machen konnte.

In der ewigen Bestenliste der Formel 1 konnte der 26-Jährige mit Nigel Mansell gleichziehen. Fernando Alonso (32 Siege) ist der einzige aktive Pilot der öfter triumphieren konnte. In Belgien landete der Spanier auf Platz zwei vor Lewis Hamilton, der von der Poleposition aus gestartet war.

Frühe Führung

Gleich in der ersten Runde stellte der amtierende Weltmeister seine Souveränität unter Beweis. Am Ausgang der berühmt-berüchtigten Eau Rouge überholte der 26-Jährige den Briten Hamilton und war auf und davon.

„Ich bin überraschenderweise wie ein Pfeil aus dem Windschatten rausgeschossen bei Lewis. Danach haben wir nur versucht, Vorsprung herauszufahren“, sagte der Deutsche, der selbst von der starken Performance seines RB9 überrascht schien: „Der Rennspeed war unglaublich. Wir konnten jederzeit Boden gutmachen. Auch zum Schluss wurden wir immer noch schneller.“ Selbst Helmut Marko war mit der Leistung zum Auftakt der zweiten Saisonhälfte zufrieden: „Das war endlich einmal ein Rennen, in dem es keine Probleme gegeben hat. Alles ist perfekt gelaufen“, sagte der Motorsportchef von Red Bull.

Sein Pendant bei Mercedes, Toto Wolff, hatte bereits vor dem Rennen geahnt, dass es mit dem Sieg wohl nichts werden würde. „Wenn es trocken bleibt, ist Red Bull um einiges schneller als wir. Und ich sehe leider keine Wolken“, sagt der Wiener, der mit den Rängen drei (Hamilton) und vier (Rosberg) aber durchaus zufrieden war: „Das ist ein solides Teamergebnis, das uns in der Konstrukteurs-Wertung hilft.“ Im Team-Ranking liegt Mercedes (235 Punkte) derzeit hinter Red Bull (312) auf Rang zwei.

Ende einer Serie

Weniger erfolgreich verlief der Arbeitstag für Kimi Räikkönen. Ein Bremsdefekt beendete das Rennen des finnischen Lotus-Piloten, der bis dato der erste WM-Verfolger von Vettel gewesen war. Der Ausfall in der 26. Runde setzte aber auch einer beeindruckenden Rennserie ein Ende: Zum ersten Mal seit seinem 14. Platz 2012 in China schaffte es der 33-jährige Finne nicht unter die Top Ten und holte nach 27 Grands-Prix erstmals keine Punkte.

Und während der Zweite von Spa und neue WM-Zweite Alonso sich bereits auf die nächste Formel-1-Station in Monza (1. September) freut („Wir fahren voller Motivation nach Italien“), haderte Mercedes-Sportdirektor Wolff nach dem Rennen in Belgien immer noch ein wenig mit dem Wetter: „Dafür schaut es jetzt dunkel aus. Das ist zu spät.“

Fahrerwertung

Teamwertung

Endstand nach 44 Runden:
1. Sebastian Vettel GER Red Bull 2
2. Fernando Alonso ESP Ferrari +16,8 2
3. Lewis Hamilton GBR Mercedes 27,7 2
4. Nico Rosberg GER Mercedes 29,8 2
5. Mark Webber AUS Red Bull 33,8 2
6. Jenson Button GBR McLaren 40,7 2
7. Felipe Massa BRA Ferrari 53,9 2
8. Romain Grosjean FRA Lotus 55,8 1
9. Adrian Sutil GER Force India 69,5 2
10. Daniel Ricciardo AUS Toro Rosso 73,4 2

Mercedes Formula One driver Hamilton leads at the

BELGIUM FORMULA ONE GRAND PRIX

Red Bull Formula One driver Vettel drives ahead of

Ferrari driver Fernando Alonso of Spain steers his…

A group of Greenpeace activists stage a protest in…

A group of Greenpeace activists stage a protest in…

Formula One drivers line up for the start of the B

Red Bull Formula One driver Vettel drives during t

BELGIUM FORMULA ONE GRAND PRIX

Vettel zieht mit Mansell gleich

Fahrer mit den meisten Formel-1-Siegen
1. Michael Schumacher (GER) 91 (1991-2012)
2. Alain Prost (FRA) 51 (1980-1993)
3. Ayrton Senna (BRA) 41 (1984-1994)
4. Fernando Alonso (ESP) * 32 (2001- )
5. Nigel Mansell (GBR) 31 (1980-1995)
. Sebastian Vettel (GER) * 31 (2007- )
7. Jackie Stewart (GBR) 27 (1965-1973)
8. Niki Lauda (AUT) 25 (1971-1985)
. Jim Clark (GBR)) 25 (1960-1968)
10. Juan Manuel Fangio (ARG) 24 (1950-1958)
11. Nelson Piquet (BRA) 23 (1978-1991)
12. Damon Hill (GBR) 22 (1992-1999)
. Lewis Hamilton (GBR) * 22 (2007- )
14. Mika Häkkinen (FIN) 20 (1991-2001)
. Kimi Räikkönen (FIN) * 20 (2001- )

Webber bestätigte indirekt Riccardo

So sehr war der Weltmeister-Rennstall Red Bull in Belgien bemüht gewesen, nichts zu verraten. Weder wurde die Verpflichtung des australischen Torro-Rosso-Piloten Daniel Riccardo als Nachfolger für Mark Webber bestätigt, noch wollte man etwas vom Scheitern der Verhandlungen mit Kimi Räikkönen (Lotus) wissen.

Doch mit ein paar Worten machte Mark Webber am Sonntag in Spa der Geheimniskrämerei ein Ende. „Ich denke, die Entscheidung ist gefallen“, sagte der Noch-Red-Bull-Pilot dem australischen Channel 10, „Ich denke, wir alle wissen, wer es ist und ich bin glücklich mit dieser Entscheidung. Es ist gut für ihn und gut für Australien“, sagte Webber. Dabei hatte es vor dem Start des ersten Rennens nach der Sommerpause kuriose Spekulationen gegeben. Die britische Zeitung Mirror brachte sogar den siebenfachen Weltmeister Michael Schuhmacher wieder ins Gespräch, der sogleich abwinkte. „Michael genießt sein Leben genau so, wie er es jetzt führt“, sagte seine Managerin Sabine Kehm.

Der Grand Prix von Italien in zwei Wochen könnte somit zum Personal-Wochenende werden. Teamchef Christian Horner stellte in Aussicht, dass bis dahin bei Red Bull die Cockpit-Frage geklärt sein soll. Auch Ferrari könnte beim Heimrennen den Spekulationen um Platz zwei neben Alonso ein Ende setzen.

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