© APA/AFP/POOL/SEBASTIEN NOGIER

Sport Motorsport
05/24/2021

Die Gewinner und Verlierer des Formel-1-Rennens in Monaco

Max Verstappen führt zum ersten Mal die WM-Wertung an. Eine zerstörte Radmutter machte Mercedes auch am Montag noch Probleme.

von Florian Plavec

Auch am Tag danach saß der Frust tief bei Mercedes. Ein Auto nicht im Ziel, Weltmeister Hamilton in Monaco nur auf Rang sieben. Verloren sind beide WM-Führungen, die der Fahrerwertung und jene der Teamwertung – erstmals seit 2018 übrigens.

Der nie ernsthaft gefährdete Sieger Max Verstappen liegt zum ersten Mal in seiner Karriere in der WM voran. In zwei Wochen geht das Duell mit Hamilton in Aserbaidschan in die nächste Runde. Doch es gab noch etliche andere Sieger und Verlierer am Rennwochenende in Monaco.

Sieger: Max Verstappen

Schnell war der Niederländer immer schon. Jetzt hat der einstige Hitzkopf auch noch seine Fehlerquote deutlich reduziert. Nach einem perfekten Start, bei dem er Valtteri Bottas den Weg abschnitt, kontrollierte Verstappen das Rennen über die gesamten 78 Runden. Der Lohn ist die erstmalige WM-Führung. „Großartig wäre es, wenn es am Ende der Saison auch noch so wäre.“

Sieger: Die Verfolger

Keine Spur von einem Zweikampf Red Bull gegen Mercedes. Auf dem Straßenkurs mischten auch andere Teams mit. Mit Carlos Sainz jr. auf Ferrari und Lando Norris im McLaren durften Fahrer von zwei weiteren Teams zur Siegerehrung in die Fürstenloge. „Das ist einfach unfassbar“, jubelte der 21-jährige Norris. „Ich hätte nie gedacht, dass wir hier auf das Podest fahren können.“

Sieger: Sebastian Vettel

Heftig kritisiert wurde Sebastian Vettel für seine Leistungen in den vergangenen Monaten. Doch in Monaco zeigte der vierfache Weltmeister, dass er es noch kann. Vettel fuhr auf Rang fünf – so gut war er noch nie im Aston Martin. Von den Fans wurde der 33-Jährige zum Fahrer des Tages gewählt. „Das ist ein sehr wichtiger Tag für alle von uns und eine gute Nachricht auch für alle in der Fabrik“, sagte er. „Manchmal helfen auch kleine Änderungen.“

Verlierer: Mercedes

Das erfolgsverwöhnte Team schlitterte in ein Desaster. Valtteri Bottas wäre gut für Rang zwei gewesen, doch beim Boxenstopp ging die Radmutter kaputt. Ähnlich, wie bei einem ausgenudelten Schraubenkopf waren die Kanten der Mutter beschädigt, der Schlagschrauber konnte nicht mehr greifen. Das rechte Vorderrad steckte auch am Montag noch am Auto fest und kann erst in der Fabrik wieder abmontiert werden. Lewis Hamilton fehlte mit einem schlecht abgestimmten Auto schlichtweg der Speed, Rang sieben war eine bittere Niederlage. Im Auto hatte der 36-Jährige noch einen Wutanfall, nach dem Rennen reagierte er besonnen: „Es wird nicht mit dem Finger gezeigt, wir gewinnen und wir verlieren gemeinsam.“ Teamchef Toto Wolff sprach Klartext: „An solchen Wochenenden lernen wir am meisten. Aber es verhindert nicht, dass es sich fürchterlich anfühlt.“ Andererseits: „Es macht unheimlich Spaß. Wir sind jetzt wieder Jäger.“

Verlierer: Charles Leclerc

Es gibt ihn anscheinend doch, den Monaco-Fluch, der auf Charles Leclerc lastet. Es läuft einfach nicht in der Heimat des 23-Jährigen. Wohl jeder Zuschauer hatte Mitleid mit dem Monegassen, als er mit seinem Ferrari nach der Runde zur Startaufstellung wieder in die Box zurückrollen musste – Schaden an der Antriebswelle. Statt auf der Poleposition stand Leclerc im Ferrari-Motorhome und sah sich das Rennen im TV an. Nach dem Unfall im Qualifying sagte Teamchef Mattia Binotto: „Wir haben nicht gezockt mit dem Getriebe.“ Das Problem sei auf der anderen Seite aufgetreten als die, die beim Unfall betroffen war. „Es kann also sein, dass es damit überhaupt nichts zu tun hatte.“ Kann sein. Muss aber nicht sein.

Verlierer: Renn-Action

Dass es in Monaco fast unmöglich ist zu überholen, hat keinen News-Wert. Doch das Rennen am Sonntag war außergewöhnlich ereignisarm. Abgesehen von Leclercs Pech und dem Missgeschick in der Box von Mercedes gab es kaum Aufregendes.

Verlierer: Mick Schumacher

Bisher konnte der Sohn des siebenfachen Weltmeisters seinen Teamkollegen stets in den Schatten stellen. Doch in Monaco ging einiges daneben. Nach einem Crash im Training konnte er am Qualifying nicht teilnehmen. Im Rennen hatte er Probleme mit dem Benzindruck und fiel zurück. Positiv aufgefallen ist der 22-Jährige in der ersten Runde mit einem wunderbaren Überholmanöver gegen Nikita Masepin in der Fairmont-Kurve.

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