MMA: Der Spagat zwischen Sport und Gewaltverherrlichung

MMA: Der Spagat zwischen Sport und Gewaltverherrlichung
Bei der Europameisterschaft in Italien (27.9. bis 1.10.) steht der viel diskutierte Kampfsport im Fokus.

Gewalttätig, blutig und brutal wird MMA von Außenstehenden wahrgenommen. Doch was steckt hinter den Vorurteilen gegen eine der am schnellsten wachsenden Sportarten der Welt? Eine Analyse anlässlich der heute in Italien beginnenden EM.

Was ist MMA?
Mixed Martial Arts vereint alle Kampfsportarten und wird als „gemischte Kampfkünste“ bezeichnet. Gekämpft wird im Stehen und am Boden. Die Kampfsportart hat ihre Anfänge bei den Olympischen Spielen der Antike in Griechenland und wurde 648 v. Chr. als Pankration erstmals erwähnt. Schon damals beschäftigten sich Menschen mit der Frage, wer ist besser – Ringer oder Boxer?

Wie kam der Sport nach Österreich?
Unter dem Namen „Free Fight“ brachten die Brüder Gerhard und Michael Ettl den Sport 1999 zu uns und veranstalteten in Graz das erste Event. Die daraus entstandene Veranstaltungsserie „Cage Fight Series“, zählt heute zu den größten europäischen MMA-Veranstaltungen.

Was ist die UFC?
Die Ultimate Fighting Championship (UFC) ist die bekannteste MMA-Organisation. 1993 fand in Colorado das erste Event statt. Gesucht wurde die effektivste Kampfsportart – wie bei den Anfängen des Pankration. Aleksandar Rakic ist der einzige Österreicher in der UFC und steht im Light-Heavyweight-Ranking auf Platz vier.

Welche Regeln gibt es?
Seit den 1990ern wurde das Regelwerk immer mehr ausgebaut. Es gibt verpflichtende Medizinchecks vor und nach den Kämpfen, Dopingkontrollen, Gewichtsklassen, ausgebildete Schiedsrichter, verpflichtenden Mund- und Tiefschutz, Bandagen und Handschuhe sowie fixe Rundenzeiten. Der Kampf wird sofort abgebrochen, wenn jemand schwer verletzt ist, aufgibt oder ausgeknockt wird.

Wie viel Geld kann man damit verdienen?
Die sechs heimischen Kämpfer bei der EM in Italien verdienen nichts. Jeder Veranstalter bezahlt seine Kämpfer unterschiedlich. Ein UFC-Champion kassiert pro Fight mindestens 40.000 Dollar. Star Conor McGregor erhielt 2020 für einen Kampf eine fixe Gage von 4,4 Mio. Dollar.

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