Stürmer-Kandidat: Baden Frederiksen soll einen Zwischenstopp bei Rapid einlegen

© APA/GERT EGGENBERGER

Sport Fußball
05/08/2021

Zwischen WSG und Juve: Wie Rapid den Wunschstürmer bekommen kann

Folgt auf das Lehrjahr in Tirol für Nikolai Baden Frederiksen eine Leihe mit Extras? Rapid verhandelt mit Juventus ein Engagement.

von Alexander Huber, Christoph Geiler

Die Herren Marco Ottolini und Claudio Chiellini (der Zwillingsbruder von Weltklasseverteidiger Giorgio Chiellini) kommen gerne auf den Tivoli. Vom Großklub Juventus beauftragt, Leihspieler wie Nikolai Baden Frederiksen zu beobachten, sehen sie beim Stürmer von Wattens große Fortschritte. Seit der 20-jährige Däne nach Tirol verliehen wurde, ist aus einem Joker ein Goalgetter geworden. Frederiksen hält bei bereits 14 Treffern, damit hat die Nr. 2 der Torschützenliste (hinter Salzburgs Daka) großen Anteil am Sprung der WSG in die Meistergruppe.

Wenn Frederiksen gegen Rapid stürmt, schauen Ottolini und Chiellini besonders oft zu – so auch beim 3:2-Sieg der Hütteldorfer in der vergangenen Runde. KURIER-Recherchen ergeben: Das ist kein Zufall.

Alter Bekannter

Bereits seit Wochen sprechen die Rapid-Verantwortlichen mit jenen von Juventus über eine mögliche Zukunft von Frederiksen in Hütteldorf. Zusätzlich werden weitere Juve-Talente von den Rapid-Scouts beobachtet.

Der Mittelsmann ist mit Bernd Fisa ein enger Freund von Juve-Boss Andrea Agnelli, der unter Präsident Krammer in das Rapid-Präsidium eingezogen war.

Auf der Wunschliste

Rapid-Sportdirektor Zoran Barisic bestätigt im KURIER-Gespräch: „Ja, Frederiksen ist auf unserer langen Liste an interessanten Spielern einer der Kandidaten.“

Klingt logisch – besonders, weil die Zukunft der eigenen Goalgetter Ercan Kara und Taxi Fountas offen ist. Die Verträge beider Stürmer laufen im Sommer 2022 aus.

Allerdings hatte Barisic in seiner Zeit als Trainer mit dem damaligen Sportdirektor Müller einen Streit wegen Leihspielern. Weil Barisic nicht Talente für andere Vereine ausbilden und besser machen wollte (besonders in der Offensive, wo mit Eigengewächsen die höchsten Ablösen lukriert werden können), kam Leihstürmer Joelinton erst nach dem Barisic-Rauswurf im Sommer 2016.

Der 50-Jährige hält trotz Corona-Engpass noch viel von seiner damaligen Sichtweise und betont: „Eine reine Leihe wäre nicht optimal. Aber es gibt ja auch andere Möglichkeiten, an denen Rapid partizipieren könnte.“

Leihe mit Extras?

Angedacht ist, dass Rapid an einem späteren Verkauf prozentuell beteiligt würde. Oder, dass – was jedoch ein großes Entgegenkommen aus Turin wäre – eine für die Hütteldorfer tatsächlich stemmbare Kaufoption im Leihvertrag eingebaut wird.

Fest steht, dass Rapid in diesem Sommer Frederiksen nicht kaufen kann. Der U-21-EM-Teilnehmer bekommt einen langfristigen Juve-Vertrag und soll bei seinem nächsten, stärkeren Leihverein zeigen, ob er das Zeug für die „Alte Dame“ hat. WSG-Coach Thomas Silberberger traut dem wuchtigen, aber technisch starken Angreifer alles zu: „Ich hab’ selten einen Spieler gesehen, der so einen starken linken Fuß hat.“

Konkurrenz aus Deutschland

Wolfsburg und Augsburg meldeten bereits Interesse an. Da der Däne allerdings noch Schwächen im Defensivverhalten und bei der Ausdauer hat, könnte eine weitere Saison in der ihm vertrauten, nicht zu starken Liga der perfekte Zwischenstopp sein.

Zu lange sollten sich die Verhandlungen der Rapidler mit Juventus aber nicht hinziehen: Die Dänen waren bereits in der Vorrunde der U-21-EM im März mit drei Siegen überragend. Beim EM-Finalturnier (ab Ende Mai) könnte Frederiksen dann endgültig zum Wunschobjekt größerer Klubs als Rapid aufsteigen.

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