FUSSBALL ADMIRAL-BUNDESLIGA / GRUNDDURCHGANG: SK PUNTIGAMER STURM GRAZ - WSG TIROL

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Sport Fußball
09/20/2021

WSG-Sportchef Stefan Köck: „Mit nett sein gewinnen wir nichts“

WSG Tirol ist in der Abstiegsspirale gefangen und in dieser Saison noch sieglos. Trotzdem verfällt man beim Schlusslicht nicht in Panik

von Christoph Geiler

Als Raffael Behounek am Sonntag nach der 0:5-Niederlage gegen Sturm Graz zum Sky-Interview gebeten wurde, war nichts zu merken von den negativen Eigenschaften, die den Spielern von WSG Tirol in dieser Saison gerne vorgeworfen werden. „Wir sind zu nett, zu lieb und zu brav“, moniert der Wattener Sportchef Stefan Köck seit Wochen, aber den WSG-Abwehrchef dürfte er damit wohl nicht gemeint haben.
„Diese Vorstellung war bodenlos. Da stimmt irgendwas gewaltig nicht“, echauffierte sich Raffael Behounek. „Ein Paar Spieler sollten sich wirklich hinterfragen, ob sie am Montag zum Training erscheinen wollen.“

Dem öffentlichen Verbalangriff des Verteidigers war das 14. Ligaspiel in Folge, das die Tiroler nicht gewinnen konnten, vorausgegangen. Dabei war WSG Tirol vor wenigen Monaten als Teilnehmer der Meistergruppe noch das hochgelobte Überraschungsteam der vergangenen Saison.

Dabei hatte Trainer Thomas Silberberger vor dem Ligaauftakt geschwärmt, dass der Kader über den Sommer sogar noch stärker geworden wäre. Dabei präsentiert die WSG bislang tatsächlich einen mutigen und durchaus unterhaltsamen Offensivfußball.

„Aber uns fehlt im Moment vorne und hinten die Entschlossenheit“, beklagt sich Stefan Köck. Auch in Graz ließen die Tiroler beim Stand von 0:0 hochkarätige Chancen liegen, um sich dann in der Defensive haarsträubende Patzer zu erlauben. „Ich erwarte mir mehr Gegenwehr, wir müssen ekliger sein“, fordert der Sportchef, der am Montag seine Mannschaft abermals in die Pflicht nahm. „Denn mit nett sein gewinnen wir nichts.“

Auf Stürmersuche

Panik oder Aktionismus löst der Negativlauf bei der WSG aber nicht aus. „Man darf es jetzt nicht überdramatisieren“, sagt Köck. Weit mehr Sorge bereitet dem Sportchef die schwere Verletzung von Tobias Anselm. Der U-21-Teamstürmer fällt mit einem Kreuzbandriss lange aus. Deshalb werden die Tiroler noch einmal auf dem Transfermarkt aktiv werden und sich auf die Suche nach einem vertraglosen Stürmer begeben, der a) leistbar ist und b) schnell helfen kann. "Wir sollten schon reagieren", meint Köck.

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Bei der Aussprache am Montag, bei der auch härtere Worte fielen, war nicht nur das Interview von Raffael Behounek Thema, es wurde auch über die Spielanlage der Tiroler diskutiert. "Ich kann es nicht gutheißen, wenn ein Spieler seinen Kollegen die Qualität abspricht", sagt Sportchef Köck in Richtung von Raffael Behounek. Zugleich lobt er aber auch die Führungsqualitäten des extrovertierten Wieners. "Er geht mit Leistung voran und war in den ersten acht Runden unser bester Spieler."

Vom offensiven Spielstil wollen die Tiroler trotz der negativen Erleb- und Ergebnisse nicht abkehren. Die Mannschaft pocht darauf, diesen Weg fortzusetzen. Und das ist auch ganz im Sinne von Cheftrainer Thomas Silberberger.  „Wir verbarrikadieren uns jetzt nicht mit zwei Doppeldeckerbussen vor dem Tor. Da würde ich mich verleugnen."

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