© EPA/CHRISTIAN BRUNA

Sport Fußball
03/22/2021

Wo das ÖFB-Nationalteam das beste Europas ist

Keine Mannschaft ist in puncto Balleroberung so aktiv wie Österreich. Mit der Kugel am Fuß gibt es hingegen Luft nach oben.

von Andreas Heidenreich, Alexander Strecha

„Österreich blamiert sich – und gewinnt“, stand an dieser Stelle als Schlagzeile, nachdem das ÖFB-Team am 15. November gegen biedere Nordiren im Wiener Prater durch Tore von Schaub (81.) und Grbic (87.) auf den letzten Drücker das Schlimmste verhindert und gerade noch einen 2:1-Sieg erreicht hatte. Drei Tage später war das Spiel der Österreicher gegen eine norwegische B-Elf (das A-Team durfte wegen der Pandemie nicht nach Wien reisen) um keinen Deut besser. Ein 1:1 durch ein Tor von Adrian Grbic (94.) stellte schließlich den Sieg in Gruppe 1 der UEFA Nations League sicher.

Schwamm drüber? Nein.

Vier Monate nach den wenig beschaulichen, dafür zumindest erfolgreichen November-Spielen macht man sich auf den Weg zur WM 2022. Um dort anzukommen, wird man einen guten Start gegen Schottland, die Färöer und Dänemark benötigen.

Was also ist zu erwarten von Österreichs Team? Was war zuletzt positiv und gilt es nun zu prolongieren? Was muss schleunigst verbessert werden, um nicht wieder bis zum Ende zu zittern? All das lässt sich trivial in zwei Bereiche unterteilen.

  • Defensive

Im Spiel gegen den Ball gibt es in Europa keine aktivere Nationalmannschaft als jene von Franco Foda. Das lässt sich belegen: In der erfolgreichen EM-Qualifikation ließ das ÖFB-Team im Schnitt nur 8,0 Pässe des Gegners außerhalb des eigenen Verteidigungsdrittels zu, bevor man störend eingreifen konnte. Laut der Analyse-Plattform OPTA ist dies der niedrigste Wert unter allen 55 Nationalteams in Europa. Diese Kennzahl, genannt PPDA („Passes Per Defensive Action“), hat sich im internationalen Fußball als moderner Leistungsindikator etabliert. In den Spielen der Nations League lag der rot-weiß-rote Wert mit 7,84 sogar noch unter jenem der EM-Qualifikation.

Dieser Stil vom aktiven Verteidigen ist Österreichs Spielern längst in Fleisch und Blut übergegangen. Und das, obwohl es gewiss nicht immer leicht ist, Fußballer davon zu überzeugen, auch ohne Ball im höchsten Tempo zu laufen. Eine Errungenschaft vergangener Jahre, die man nicht mehr aus der Hand geben sollte.

  • Umschalten, Ballbesitz

Während Österreich in den defensiven Phasen des Spiels überzeugt hat, braucht es nach den vielen Ballgewinnen eine klare Steigerung. Gegen die Schotten und Dänen wird es Situationen geben, in denen man durch schnelle Gegenstöße zum Erfolg kommen kann.

In dieser Lieblingsdisziplin des Teamchefs mangelte es zuletzt an schnellen Bewegungsabläufen. Zu viele Spieler blieben nach Ballgewinnen zu lange hinter dem Ball, was mitunter auch daran gelegen haben könnte, dass Foda von Beginn an sieben bis acht Defensivspieler aufgestellt hat. Mehr Spieler mit offensiver Denkweise wären wünschenswert.

Nicht nur gegen die Färöer, auch in Glasgow wird man sich aber auch in stabilem Ballbesitz wiederfinden. Beim Bespielen tief stehender Gegner braucht es ein besseres Positionsspiel als zuletzt. Dabei helfen wird mit Sicherheit Christoph Baumgartner. Kaum ein Österreicher bewegt sich zwischen Abwehr- und Mittelfeldkette des Gegners so gut wie der Hoffenheim-Legionär, der im November gefehlt hat.

Das Offensivspiel beleben wird auch Stuttgart-Stürmer Sasa Kalajdzic, der ob seiner Technik auch direkt ins Kombinationsspiel eingebunden werden kann.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Um diesen Artikel lesen zu können, würden wir Ihnen gerne die Anmeldung für unser Plus Abo zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diese anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.