Sport | Fußball
09.05.2018

WM-Teilnehmer, Teil 3: Ein Comeback und ein Doping-Skandal

Erstmals seit 1982 nimmt Peru wieder an der Fußball-WM teil - überschattet vom Doping-Verdacht gegen den Star des Teams.

Als Peru das letzte Mal an einer WM-Endrunde teilnehmen durfte, war noch kein Spieler aus dem aktuellen Kader auf der Welt. Schon allein das erklärt die grenzenlose Fußballeuphorie, die längst den gesamten Andenstaat erfasst hat. Nachdem Jefferson Farfan im entscheidenden Playoff-Spiel gegen Neuseeland das 1:0 erzielt und damit den Weg zur ersten WM-Teilnahme seit 1982 geebnet hatte, schlugen in Peru sogar die Seismografen aus.

Aber wer kann es den Peruanern auch verdenken. In Sachen Fußball stand Peru meist im Abseits und spielte in Südamerika bei der Vergabe der WM-Startplätze kaum eine bedeutende Rolle. Umso erstaunlicher, dass das Team des Argentiniers Ricardo Gareca nun sogar die weit höher eingeschätzten Mannschaften aus Chile oder Paraguay hinter sich gelassen hatte.

Der größte Erfolg seit fast vier Jahrzehnten wird freilich von einem Dopingvergehen des bekanntesten und wichtigsten peruanischen Nationalspielers getrübt. Paolo Guerrero war im Spätherbst 2017 positiv auf ein Abbauprodukt von Kokain getestet worden. Ob der frühere Bayern-Stürmer und peruanische Rekordtorschütze überhaupt in Russland am Ball sein darf, ist noch unklar. Zwar hat die FIFA die Sperre von ursprünglich 12 Monaten auf ein halbes Jahr reduziert, doch die Welt-Anti-Doping-Organisation Wada fordert, dass der Fall neu aufgerollt und Guerrero für zwei Jahre gesperrt wird.

Mittlerweile liegt der Fall beim Sportgerichtshof Cas in Lausanne. Guerrero selbst, der in der vergangenen Woche in der brasilianischen Liga für Flamengo sein Comeback gegeben hat, ist von einem WM-Start überzeugt. „Weil ich unschuldig bin.“

"Peru, equipo magico, goles fantasticos, es mi Peru", magisches Team, fantastische Tore, singen die Fans. Auf die Melodie des Gassenhauers "Moskau" der deutschen Popgruppe Dschinghis Khan. Ein Hit, der aus einer Zeit stammt, als Peru zuletzt bei einer WM-Endrunde war. Ein Hit, der 1979 der Beitrag der BRD beim Eurovision Song Contest war. In Peru wurde es ein Dankeschön an Teamchef Gareca und ein Loblied auf Paolo Guerrero (Flamengo) und seine Tore, auf Yoshimar Yatun (Orlando) und seine Pässe. Auf die Stürmer Jefferson Farfan (Meister mit Lok Moskau) und Andre Carillo (Watford).