FUSSBALL: VAR (VIDEO ASSISTANT REFEREE)-ROOM: GRUBER / LECHNER / EBERLE

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Winheims Tagebuch
11/13/2021

Vom Videoschiedsrichter und der Suderer-Republik Österreich

Als erster Österreicher wurde Lechner vom Weltfußballverband für ein Länderspiel zum VAR bestimmt. Sudern ist er gewohnt.

von Wolfgang Winheim

Konträr zu Umweltbedenken: Die Inflation an Spielen macht es auch Unparteiischen unmöglich, Flüge zu vermeiden. Am Beispiel von Harald Lechner: Allein in dieser Woche ist der Marketingleiter einer Fitnessstudio-Kette, der zum achten Mal von der Spielergewerkschaft zum Referee des Jahres gewählt geworden ist, 11.000 Kilometer in der Luft.

Als erster Österreicher wurde Lechner vom Weltfußballverband für ein Länderspiel zum VAR bestimmt. Zum Video Assistant Referee. Dafür war er via Istanbul in der ganzen Nacht mit fünf Landsleuten unterwegs. Mit dem für Aserbaidschan – Luxemburg als Schiedsrichter nominierten Linzer Manuel Schüttengruber plus zwei Schiri-Assistenten, dem vierten Offiziellen und einem VAR-Assistenten. Letzterer saß mit Lechner in Baku beim 1:3 in den Katakomben eines fast leeren Beton-Ovals vor Bildschirmen.

Nach dem Kurzaufenthalt am Kaspischen Meer und einem neuerlichen Zwischenstopp in Istanbul düste Lechner via Barcelona zu einem viel heikleren Spiel. Nach Sevilla, wo’s morgen bei Spanien – Schweden um Gruppenplatz 1 und damit um die automatische WM-Teilnahme 2022 geht. Und wo der deutsche Jus-Doktor Felix Brych, 46, der Spielleiter und der Wiener Magister Lechner, 39, der vierte Offizielle sein wird.

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Der vierte Offizielle? So wird jener Mann genannt, der am Feldrand – zwischen den zwei Betreuerbänken postiert – auf einen geordneten Verlauf (Spielertäusche usw.) zu achten hat. Und der für erregte Trainer oft als Opfer für deren Frustabbau herhalten muss.

Aber Lechner ist gegenüber Intervenitis immun. Abgehärtet durch das verbale Stahlbad Bundesliga. Gelten Österreicher doch als inoffizielle Weltmeister im Matschkern. Will die Suderer-Republik erstmals nach 24 Jahren sportlich für eine WM qualifiziert sein, müsste im März die zweite und letzte Chance genutzt werden. Nämlich von Marko Arnautovic und Co. ein Gruppenzweiter besiegt werden. Und der könnte auch der Verlierer der Partie in Sevilla sein. Spanien oder Schweden.

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